«Gottes Influencer», «Internet-Patron», «Cyber-Apostel»
Dieser verstorbene Teenager soll heiliggesprochen werden

Der italienische Teenager Carlo Acutis verstarb im Alter von nur 15 Jahren an Leukämie. Dank seiner Begeisterung für eucharistische Wunder, welche er auf einer Website festhielt, soll er nun heiliggesprochen werden.
Publiziert: 23.03.2025 um 16:47 Uhr
1/8
Carlo Acutis, der mit gerade einmal 15 Jahren an Leukämie verstarb, soll nun heiliggesprochen werden.

Darum gehts

  • Carlo Acutis: Teenager mit starkem Glauben soll heiliggesprochen werden
  • Computergenie und Fussballfan, erstellte Webseite über eucharistische Wunder
  • Mit 15 an Leukämie gestorben, zwei anerkannte Wunder nach seinem Tod
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_758.JPG
Natalie ZumkellerRedaktorin News

Er schien wie ein normaler Teenager – doch Carlo Acutis (†15) verband zu Lebzeiten einen starken Glauben mit der katholischen Kirche. Nicht nur soll er an Wunder geglaubt, sondern auch selber welche bewirkt haben. Daher soll er, sofern es die Gesundheit von Papst Franziskus erlaubt, im April heiliggesprochen werden. Das berichtet unter anderem GMX.

Doch wer ist der Junge, den die Welt als «Gottes Influencer», «Internet-Patron» oder «Cyber-Apostel» kennt? Acutis wurde 1991 in London in eine nicht sehr religiöse Familie hineingeboren. Kurz nach seiner Geburt zügelte diese nach Mailand. «In allen Dingen war er stets der Zeit voraus», sagt seine Mutter Antonia Salzano in einem Interview der Sendung Spirit, die einer katholischen Hilfsorganisation in Deutschland angehört. Laut ihr konnte Acutis bereits im Alter von fünf Monaten sprechen.

Fussballfan und Playstation-Spieler

Auch seinen Weg hin zum katholischen Glauben fand er früh: «Er war gerade mal drei Jahre alt, da wollte er bereits, sobald er eine Kirche sah, hineingehen.» Nachdem er als Siebenjähriger die Erstkommunion erhielt, ging er täglich in die Messe, betete und las die Bibel, berichtete die Mutter. 

Neben dem Glauben interessierten Acutis auch ganz andere Dinge: So spielte er gerne Playstation, war ein Fussballfan und galt als sehr sozial. «Carlo war ein sehr offener, sympathischer und fröhlicher Junge, einer, der immer lächelte. Und vor allem einer, der sich niemals beschwerte.», so seine Mutter. Er sei aber auch ein Kind seiner Zeit gewesen – «Er liebte die Technologie.»

«Mama, ich werde von dort nicht mehr lebend herauskommen»

Seine Affinität für das Internet und Informatik lebte der Italiener im Erstellen von Webseiten aus. Mit elf Jahren erstellte er eine Seite, die als Verzeichnis für eucharistische Wunder diente. Nur vier Jahre später, im Oktober 2006, erkrankte er plötzlich – was zunächst wie eine Erkältung erschien, stellte sich als akute Leukämie-Erkrankung heraus. 

Angst vor dem Tod hatte der damals 15-Jährige nicht. «Der Tod war für Carlo wirklich der Übergang in das wahre Leben. Er sagte, dass wir von Raupen zu Schmetterlingen werden, wenn wir sterben», so seine Mutter. «Er sprach manchmal wie ein weiser alter Mann. Aus dem Mund eines Kindes solche Worte zu hören, erstaunte mich.»

Als Acutis ins Spital eingeliefert wurde, soll er zu seiner Mutter gesagt haben, sie solle sich keine Sorgen machen. «Mama, ich werde von dort nicht mehr lebend herauskommen. Aber mach dir keine Sorgen, denn ich werde dir viele Zeichen schicken.» Nur vier Tage später verlor er den Kampf gegen die tückische Krankheit.

Acutis' zwei Wunder

Vier Jahre nach seinem Tod soll Acutis sein erstes Wunder vollbracht haben. So soll ein brasilianischer Bub, der eine angeborene Krankheit hatte, im Oktober 2010 eine Reliquie von Carlo Acutis berührt haben. Einige Monate darauf war der kleine Junge vollständig geheilt.

Papst Franziskus II. (88) erkannte das Wunder nur kurz darauf an. Acutis wurde somit 2020 in seinem Bestattungsort Assisi in Italien seliggesprochen. Sein Leichnam ist dort, gekleidet in Jeans, Sneakers und einer Trainingsjacke, in einem Sarg mit einem Glasfenster ausgestellt.

Ein zweites Wunder folgte nur zwei Jahre darauf: Eine Mutter betete einen Tag lang vor dem Sarg Acutis', nachdem ihre Tochter sich bei einem Velounfall schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte und im Koma lag. Als sie zurück ans Krankenbett kam, soll ihre Tochter wieder geatmet haben. Auch dieses Wunder erkannte der Papst an. Lässt es Franziskus Gesundheitszustand zu, wird Acutis Ende April heiliggesprochen. Somit wäre er der erste heilige Millenial (Personen, die zwischen 1981 und 1995 geboren wurden).

Acutis und seine Geschichte wurden schnell populär. In den USA soll ebenfalls im April gar ein Film über den jungen Heiligen erscheinen, sein Herz, das als Reliquie aus seinem Körper entnommen wurde, reiste vergangenes Jahr bereits als Heiligtum durch Europa.

Fehler gefunden? Jetzt melden
Was sagst du dazu?