Darum gehts
- Trump verkündet unbefristeten Sicherheitsvertrag mit Dänemark und Grönland am 18. September
- USA erhält Kontrolle über Grönlands Sicherheit, ohne Kosten für Steuerzahler
- Verstärkte Militärpräsenz: Bauarbeiten starten, Zusammenarbeit mit lokaler Bevölkerung geplant
In einer überraschenden Ankündigung hat US-Präsident Donald Trump (80) einen unbefristeten Vertrag mit dem Königreich Dänemark und der autonomen Regierung Grönlands bekannt gegeben. Die Vereinbarung gewährt den Vereinigten Staaten die permanente und vollständige Kontrolle über die Sicherheit und alle weiteren strategischen Belange der arktischen Insel – und das laut Angaben des US-Präsidenten ohne jegliche Kosten für die amerikanischen Steuerzahler.
Der Vertrag, den Trump als unbefristetes Abkommen («Infinite Life Agreement») bezeichnet, sichert den USA das Recht zu, Grönland und die eigene Nation dauerhaft militärisch zu schützen.
Die grönländische Regierung bestätigte am Abend das Abkommen auf X.
China und Russland abwehren
Ein zentraler Pfeiler des Deals betrifft geopolitische Rivalen: Drittstaaten ist es ab sofort strikt untersagt, ohne schriftliche Genehmigung Washingtons Militärbasen zu errichten, Truppen zu stationieren oder sensible Investitionen auf der Insel zu tätigen. Damit reagieren die USA auf die wachsende Präsenz von Mächten wie China und Russland im arktischen Raum.
Die US-Regierung kündigte an, umgehend mit dem Aufbau einer verstärkten Militärpräsenz an strategisch geeigneten Orten in Grönland zu beginnen. Die Bauarbeiten sollen in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung erfolgen. Während Washington den Schritt als historischen Durchbruch feiert, betont der Vertrag offiziell die Zusammenarbeit mit Dänemark und Grönland zur langfristigen Absicherung der Nato-Nordflanke.
US-Aussenminister Marco Rubio (55) teilte mit, Grönland werde «für immer Teil des strategischen Verteidigungsraums Nordamerikas sein, und jeder Gegner wird aus diesem Gebiet und der umliegenden Region ausgeschlossen».
Dänemark und Grönland sehen sich gestärkt
Die drei Regierungen werden das Abkommen voraussichtlich kommende Woche im Rahmen der UN-Generalversammlung unterzeichnen. Nach der Unterzeichnung muss der Vertrag die erforderlichen parlamentarischen Verfahren durchlaufen, um in Kraft zu treten.
Der Vorsitzende der grönländischen Regierung, Jens-Frederik Nielsen (35), teilte am Abend mit: «Es ist erfreulich, dass wir kurz vor dem Abschluss eines Abkommens stehen, das die Sicherheit Grönlands, des Königreichs Dänemark, der Vereinigten Staaten und des westlichen Bündnisses gewährleistet und stärkt.»
Und die dänische Premierministerin Mette Frederiksen (48) schrieb: «Es ist ein Abkommen, das die Souveränität und territoriale Integrität des Königreichs sowie das Selbstbestimmungsrecht des grönländischen Volkes anerkennt.»
Deal soll auch bei grönländischer Unabhängigkeit gelten
Ein Abkommen von 1951 gibt den US-Streitkräften bereit heute einen weitgehend uneingeschränkten militärischen Zugriff auf Grönland. Bei einem Ausbau von Militärbasen auf der Insel müssten die USA Grönland und Dänemark laut dem Abkommen nur konsultieren. Offen blieb hingegen, was mit dem Abkommen geschehen würde, wenn Grönland unabhängig würde.
Hier scheint der neue Grönland-Deal nun ansetzen zu wollen. Die BBC berichtete unter Bezugnahme auf einen US-Regierungsvertreter, das neue Abkommen gelte auch für den Fall einer grönländischen Unabhängigkeit. Weiter halte der Deal demnach fest, dass es für den Ausbau der militärischen Strukturen auf der Insel keine Zustimmung mehr von Seiten Grönlands oder Dänemarks brauche. Dies umfasse «dauerhafte Zugangs-, Stützpunkt- und Überflugrechte», so der Beamte weiter. In welchen Punkten sich der Deal noch unterscheidet, ist bislang unklar.
Der neue Deal soll auch einen wirtschaftlichen Teil umfassen. Wie der Regierungsvertreter gegenüber BBC darlegte, «verbietet Trump Gegnern, Investitionen in Grönland zu tätigen, die die Vereinigten Staaten gefährden könnte». Ausdrücklich gehe es dabei darum, Einflussnahmen von Russland und China unterbinden. Mit dem Deal will Trump die Länder daran hindern, Truppen zu stationieren oder Investitionen in «sensible Sektoren» zu tätigen.