August Hanning verhaftet
Hat Ex-Geheimdienst-Chef für Aserbaidschan spioniert?

Der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendiensts (BND) wurde festgenommen. Der Verdacht gegen August Hanning wiegt schwer. Es steht auch der Verdacht der Spionage im Raum.
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Wegen des Verdachts auf Spionage wurde August Hanning verhaftet.
Foto: imago stock&people

Der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning ist gemäss «BILD» Informationen wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Gegen ihn stehen schwere Vorwürfe im Raum: Ausspähen von Landesgeheimnissen, Landesverrat und Spionage für eine fremde Macht.

Infos gekauft

Hanning, der den Bundesnachrichtendienst (BND) von 1998 bis 2005 leitete, soll einem ehemaligen Mitarbeiter des BND-Leitungsstabs geheime Informationen abgekauft haben. Diese habe er im Rahmen seiner Beratungstätigkeit weiterverkaufen wollen. Gegen beide Männer ermittelt demnach der Generalbundesanwalt.

Auf die Spur der Verdächtigen stiessen die Ermittler offenbar im Zusammenhang mit dem Prozess gegen die Hamburger Unternehmerin Christina Block und weitere Angeklagte. Im Zusammenhang mit dem Vorwurf der gewaltsamen Entführung ihrer beiden Kinder habe es Hinweise auf den «offenkundigen Abfluss von Informationen» gegeben.

Ob er Informationen direkt weitergeleitet habe, wird untersucht. Er war aber als Berater auf der ganzen Welt tätig und hatte auch Verbindungen zu Russland und China.

Gingen Infos an Aserbaidschan?

Dabei soll es Hinweise auf einen Abfluss geheimer Informationen aus dem BND gegeben haben. Betroffen waren dem Bericht zufolge Informationen, die für die sogenannte «Nachrichtendienstliche Lage» im Kanzleramt bestimmt waren.

Am Dienstagabend tauchten neue Details auf. Wie der «Spiegel» in Bezug auf Quellen aus Ermittlerkreisen berichtet, gingen die Ermittler nun dem Verdacht nach, dass Hanning mit einem Agenten der Kaukasusrepublik Aserbaidschan in Verbindung stand. Die abgekauften Dokumente soll er demnach für die Erstellung einer schriftlichen Analyse verwendet haben, um sie anschliessend weiterzuverkaufen. Der mutmassliche Auftraggeber laut Spiegel-Informationen: ein aserbaidschanischer Geheimdienstmann.

Kontakte nach Aserbaidschan

Die Bundesanwaltschaft bestätigte bislang, dass die Geheimdienstinformationen für den «Mitarbeiter eines fremden nachrichtendienstlichen Sicherheitsapparates» bestimmt gewesen seien. Für welchen Staat dieser tätig war, teilte die Ermittlungsbehörde dabei nicht mit. Wie der «Spiegel» berichtet, werde derzeit untersucht, ob die Analyse der Geheimdienstinformationen auch tatsächlich den Adressaten erreichte.

Dass Hanning generelle Kontakte zu Vertretern Aserbaidschans unterhielt, ist indes unbestritten, so der «Spiegel». Hanning gehörte auch zum Vorstand des «Deutsch-Aserbaidschanischen Forums», wie eine Mitteilung des Vereins aus dem Juli 2025 zeigt.

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