Darum gehts
- Verdächtige Raketen bei Umspannwerk Jänschwalde in Brandenburg entdeckt
- Selbstgebaute Sprengvorrichtungen sollten offenbar Stromausfall verursachen
- Versorgung blieb stabil, Sicherheitskräfte entschärften alle Gefährdungen
Vorfall bei einem Kohlekraftwerk im deutschen Bundesland Brandenburg. Am Umspannwerk des Kraftwerks Jänschwalde nahe der Grenze zu Polen wurden am Dienstag mehrere verdächtige Gegenstände gefunden.
Laut der «Märkischen Allgemeinen Zeitung» handelt es sich um Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen. Nach Informationen von «Bild» handelt es sich um selbstgebaute Pyro-Raketen.
Bunte Silvesterraketen?
Auch das Unternehmen 50 Hertz, das das Umspannwerk betreibt, hat sich zu den Flugkörpern geäussert: «Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln», so ein Sprecher des Unternehmens. «Vor Ort wurden weitere noch nicht gestartete Flugkörper gefunden», ergänzt der Sprecher gegenüber «Focus».
Eine Augenzeugin erzählt gegenüber dem Newsportal, dass sie eine Rakete im Wald gesehen habe, die «etwa 40 Zentimeter hoch und bunt» gewesen sei. Der Innenminister Brandenburgs, Jan Redmann stellt aber klar: «Das waren ganz sicher keine Silvesterraketen. Es hat isch aber nicht um Spezialistenwissen gehandelt, sondern um irgendwas dazwischen». Was genau, werde noch ermittelt.
Polizei bestätigt Detonation
Das Umspannwerk soll mindestens einmal von einer solchen Rakete getroffen worden sein, schreibt die «MAZ». Eine wortwörtliche «Raketen-Attacke» bestätigte die Polizei nicht. Was aber bestätigt wurde, ist das es mindestens eine Detonation gegeben habe.
Ausserdem bestätigte die Polizei mögliche Sachbeschädigungen an einer Leitung. Der Kraftwerksbetreiber Leag spricht von einem Anschlag auf das Umspannwerk.
Grösstes Kraftwerk in Brandenburg
Sicherheitskräfte konnten die restlichen Geschosse sicherstellen und entschärfen ohne, dass diese explodierten. Dies gabe eine Mediensprecherin der Polizei gegenüber Reuters an. Sie sprach auch von einer «unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtung» an einer Leitung in Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde. Die Polizei nehme den Vorfall «sehr ernst».
Ob ein Schaden entstand, sei Teil der Ermittlungen. Die gefundenen Vorrichtungen sind mutmasslich selbstgebaut. Das sollen Fotos zeigen, die der Zeitung vorliegen.
Das Kraftwerk Jänschwalde ist das grösste Kraftwerk in Brandenburg. Das Stromnetz des zuständigen Netzbetreibers «50Hertz» erstreckt sich laut Angaben auf der Firmenwebseite über den gesamten Osten des Landes sowie Berlin und Hamburg.
«Kurzzeitige Leitungsunterbrechung»
Das vermutete Ziel der Attacke war offenbar ein grossflächiger Stromausfall des Kohlekraftwerks, heisst es im Artikel der «Märkischen Allgemeinen» weiter. Laut dem Netzbetreiber sei es aber lediglich zu einer «kurzzeitigen Leitungsunterbrechung» gekommen. Verletzte gab es keine.
Der Netzbetreiber arbeite aktuell «eng mit den zuständigen Sicherheitsbehörden zusammen, um die Situation aufzuklären.» Die Bevölkerung der Region solle zudem wachsam bleiben. «Melden Sie verdächtige Personen und Vorkommnisse der Polizei.»