Zürcher Immo-Chef über marode Wohnungen
«Im Moment fehlt uns schlicht das Geld»

Ein marodes Hochhaus in Bremen (D) sorgt für Entsetzen: Abplatzender Beton, Spritzen im Treppenhaus, Legionellen in den Leitungen. Der Schweizer Eigentümer Peach Property kämpft mit finanziellen Problemen und steht in der Kritik.
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Diese Immobilie von Peach Property in Bremen sorgt für Schlagzeilen.
Foto: Screenshots

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Firma Peach Property besitzt problematische Immobilien in Bremen und Marl
  • CEO Gerald Klinck: «Uns fehlt schlicht das Geld» für notwendige Investitionen
  • Peach Property kämpft mit hohen Zinsen – Notverkäufe
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Ein riesiger Betonklotz nahe dem Bremer Hauptbahnhof: An der Fassade platzt der Beton ab. Absperrungen rund um das Gebäude sollen verhindern, dass Passanten oder Bewohner von herunterfallenden Teilen getroffen werden. Im Treppenhaus liegt überall Dreck – teils auch Spritzen. In einigen Wohnungen kann wegen Legionellen nicht geduscht werden. In anderen ist die Nutzung des Balkons untersagt, da zu gefährlich. Wer hier wohnt, tut dies kaum freiwillig, sondern aus Mangel an Alternativen. Spiegel TV hat die unzumutbaren Zustände in der Renditeliegenschaft mit einem Schweizer Eigentümer aufgedeckt. Gemäss Spiegel gehören der Firma in Deutschland rund 20'000 Wohnungen. 

Die Firma Peach Property mit Sitz in Zürich ist eigentlich für den Bau von Luxusimmobilien bekannt. Vor zwölf Jahren stieg das Unternehmen dann in den Mietwohnungsmarkt ein, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Die Idee: mit dem Kauf von Renditeliegenschaften in Deutschland ein stetiges Einkommen zu generieren.

«Im Moment fehlt uns schlicht das Geld»

Doch die Pläne gingen nicht auf. Die Firma kaufte die Immobilien oft zu Höchstpreisen. Nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs stiegen die Zinsen, was sich negativ auf die Bewertungen und die Finanzierungskosten auswirkte, wie ein Analyst gegenüber der «NZZ am Sonntag» erklärt. Sprich: Die Finanzierungskosten verschlangen die Mieteinnahmen zu einem grossen Teil.

Die Zeitung konfrontierte das Unternehmen diese Woche bei der Präsentation der letztjährigen Geschäftszahlen. Dort bestätigte CEO Gerald Klinck (56): «Wir haben über Jahre zu wenig investiert, und im Moment fehlt uns schlicht das Geld.» Peach Property stehe mit den Behörden im Austausch, damit eine Gefahr für die Gesundheit der Bewohner verhindert werden könne. Mehr liege derzeit finanziell nicht drin. 

Neben Bremen steht auch im deutschem Marl eine heruntergewirtschaftete Renditeliegenschaft von Peach Property. Die Expansionsstrategie hat dem Immobilienunternehmen beinahe das Genick gebrochen. Als Klinck 2024 als CEO übernahm, stand das Unternehmen gemäss «NZZ am Sonntag» kurz vor dem Konkurs. Es kam zu Notverkäufen von Liegenschaften. Auslaufende Kredite mussten teuer erneuert werden. Die Probleme sind damit jedoch nicht vom Tisch, sondern nur aufgeschoben. Die Immobilie in Bremen soll verkauft werden. 

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