Doppelte Unihockey-Sensation
Zwei Debütanten holen im Superfinal den Meistertitel

Premiere im Unihockey. Die Wizards Bern Burgdorf entscheiden den Superfinal für sich. Und durchbrechen damit die Dominanz der Kloten-Dietlikon Jets. Auch bei den Männern jubelt ein Aussenseiter: Der HC Rychenberg Winterthur ist Schweizer Meister.
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Die Wizards Bern Burgdorf bejubeln den Meistertitel.
Foto: keystone-sda.ch

Die Kloten-Dietlikon Jets sind entthront. Nach sechs Meistertiteln in Serie verlieren die Zürcherinnen den Unihockey-Superfinal gegen die Wizards Bern Burgdorf 2:4.

Die Affiche Titelverteidigerinnen gegen Qualisiegerinnen ist eine enge Kiste. Zweimal gehen die Jets in Führung, zweimal gleichen die Wizards aus. Nach dem 0:1 brauchen sie dafür nur 45 Sekunden. Mit einem 2:2 gehts ins Schlussdrittel.

Dort bleibt lange alles offen. Als viele wohl schon damit rechnen, dass die Meisterinnen nach 60 Minuten noch nicht feststehen, fällt der entscheidende Treffer doch noch. Rund drei Minuten vor Schluss erzielt Topskorerin Dana Misteli ihren zweiten Treffer und sorgt so für die Entscheidung. Die Jets nehmen ihre Torhüterin raus, gehen all in. Und kassieren noch ein weiteres Gegentor.

«Es ist unbeschreiblich»

Damit ist sie Sensation perfekt. Bei ihrer ersten Superfinal-Teilnahme sichern sich die Bernerinnen direkt den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Es ist der krönende Schlusspunkt einer starken Saison. Die Qualifikation schliessen sie mit nur drei Niederlagen – zwei davon nach Verlängerung – auf Platz 1 ab. In den Playoffs schlagen sie die Red Ants Winterthur 4:0 und entscheiden die Halbfinal-Serie gegen Skorpion Emmental Zollbrück 4:2 für sich. Im Superfinal gewinnen die Bernerinnen auch das dritte Saisonduell mit den Jets. Und entthronen sie.

Der Jubel ist riesengross, die Spielerinnen feiern den Titel ausgelassen. «Es ist unbeschreiblich, ich kann es nicht in Worte fassen», sagt Torhüterin Ella-Fée Greber ins SRF-Mikrofon. «Hätte uns das jemand Anfang Saison gesagt, hätte niemand daran geglaubt.»

Aussenseiter gewinnt nach Spektakel-Spiel

Auch bei den Männern triumphiert ein Aussenseiter: Superfinal-Debütant HC Rychenberg Winterthur krönt sich erstmals zum Schweizer Meister. Gegen den zweifachen Titelverteidiger Zug United gewinnen die Winterthurer nach einer spektakulären Partie im Penaltyschiessen.

Nach 32 Minuten führt Winterthur mit 4:0, alles deutet auf einen souveränen Sieg hin. Kurz vor Ende des zweiten Drittels verkürzt Zug mit zwei Traumtoren innert kürzester Zeit: Miko Kailiala trifft mit der Backhand zwischen den Beinen, Justus Kainulainen hämmert den Ball direkt nach dem Bully per Backhand-Slapshot ins Lattenkreuz.

Zu Beginn des dritten Drittels vollendet Zug das Comeback und gleicht zum 4:4 aus. In der Verlängerung gelingt beiden Teams kein entscheidender Treffer, weshalb die Entscheidung im Penaltyschiessen fällt. Dort behalten die Winterthurer die Nerven und sichern sich den ersten Schweizer Meistertitel der Vereinsgeschichte.

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