Das Podest
1. Mikaela Shiffrin (USA) 2:07,61
2. Wendy Holdener (Sz) +1,32
3. Emma Aicher (D) +1,36
Das Rennen
Mikaela Shiffrin dominiert die Slalom-Konkurrenz auch beim Weltcup-Final in Hafjell bei Lillehammer (No). Neun von zehn Weltcup-Slaloms plus die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Cortina hat sich die US-Amerikanerin gekrallt. Den sechsten Gesamtweltcup-Sieg hat sie aber noch nicht auf sicher, weil die Deutsche Emma Aicher sich im zweiten Lauf von Platz vier auf Rang drei verbessert. Der Kampf um die grosse Kristallkugel geht am Mittwoch in die letzte Runde (siehe «So gehts weiter»).
Bereits nach dem sehr langen ersten Lauf (siehe «Das gab zu reden») liegt Shiffrin über eine Sekunde in Führung. Die zweitbeste Zeit fährt Wendy Holdener (+1,1) in den Schnee.
Die Innerschweizerin bringt ihre Ausgangslage souverän ins Ziel. Dank eines super zweiten Laufs rettet sie vier Hundertstel gegenüber Aicher ins Ziel – der zweite Slalom-Podestplatz in Serie für die Innerschweizerin. Gegen Shiffrin ist aber kein Kraut gewachsen.
Die weiteren Schweizerinnen
12. Mélanie Meillard +3,15
13. Camille Rast +3,30
18. Eliane Christen +3,79
Nach dem ersten Lauf ist Camille Rast, obwohl sie an Hüftproblemen leidet, nicht zufrieden. «Ich hätte selber mehr pushen können, es war kein körperliches Problem, sondern ich habe das richtige Timing nicht gefunden. Ich möchte im zweiten Durchgang besser fahren», sagt sie gegenüber SRF. Das gelingt ihr aber nicht. Nach solidem Start in den zweiten Durchgang unterläuft ein Fehler. Auch im unteren Teil kommt mehr Rückstand dazu. Ihr zweiter Platz in der Disziplinenwertung war ihr ohnehin nicht mehr zu nehmen.
Mélanie Meillard (15.) und Eliane Christen (17.) halten im ersten Lauf passabel mit und gehen mit 3,01 respektive 3,19 Sekunden Rückstand in den zweiten Lauf. Christen kann sich im zweiten Lauf nicht verbessern.
Meillard liegt bis kurz vor Ende auf Führungskurs, verliert aber wegen eines Fehlers im Schlussteil rund zwei Zehntel und verpasst damit die zwischenzeitliche Bestzeit. Dennoch macht sie drei Ränge gut.
Die Stimme (gegenüber SRF)
Wendy Holdener: «So die Saison zu beenden, ist richtig cool. Und wenn man Zweite wird und nicht strahlt, stimmt auch etwas nicht. Es ist definitiv immer einfacher gegangen und ich geniesse es gerade sehr. Es ist eine schöne Belohnung, die drittbeste Slalomfahrerin der Saison zu werden.»
«Der Schlüsselpunkt war das Umfeld. Ich habe eine tolle Familie, tolle Eltern. Das Betreuerteam hat alles gemacht. So habe ich die Freude wieder gefunden und noch einmal Gas gegeben», erklärt Holdener, wie sie sich nach dem vierten Rang bei Olympia wieder hochgezogen hat.
«Ich bin froh, dass es fertig ist. Es war seit Olympia ein ziemlicher Krampf. Ich hatte immer wieder komische Schmerzen. Riesenslalom ging immer besser als Slalom. Morgen noch ein Rennen und dann schaue ich, wie ich mich erholen kann», sagt Camille Rast, die von Hüftproblemen geplagt wird.
Das gab zu reden
Die Laufzeit im ersten Durchgang. Niemand absolviert ihn unter 1:07,79 – ein sehr langer Lauf. «Es war spannend. Du weisst, du musst bis zum Schluss dranbleiben. Es war eine grosse Challenge für alle, was einen erwartet, weil man es nach der Besichtigung noch nicht richtig einschätzen konnte», sagt Holdener bei SRF.
Der zweite Lauf ist viel schneller gesteckt. Die Athletinnen benötigen für ihn rund acht Sekunden weniger.
Die Bedingungen
Bedecktes Wetter, aber gute Sicht, Temperaturen um den Gefrierpunkt: Die Bedingungen in Hafjell sind gut – aber anstrengend. «Der Schnee war extrem langsam», meldet Holdener nach dem ersten Durchgang bei SRF. Das macht den ohnehin langsam gesteckten Lauf noch langsamer.
Im zweiten Lauf ist der Schnee etwas frühlingshaft, weil die Sonne zeitweise durchdrückt.
So gehts weiter
Die Slalomsaison im Weltcup ist zu Ende. Bei den Frauen steht am Mittwoch mit dem Riesenslalom das letzte Rennen der Saison auf dem Programm (1. Lauf um 9.30 Uhr). Aicher muss siegen, während Shiffrin nicht in die Top 15 fährt, um den Gesamtweltcup noch zu gewinnen.
Bei den Männern gibts zum Schluss einen Slalom (1. Lauf um 10.30 Uhr).



