Das Podest
1. Vincent Kriechmayr (Ö) 1:06.77
2. Fredrik Möller (No) +0,56
3. Raphael Haaser (Ö) + 1,03
Das Rennen
Vincent Kriechmayr gewinnt einen von Wetterkapriolen geprägten Super-G in Beaver Creek. Nach einnigen langen Unterbrüchen hat er am Ende Glück, nehmen den Super-G mehr als 30 Fahrer in Angriff, sodass das Resultat gewertet wird. Nach 31 Fahrern wird das Rennen abgebrochen.
Kriechmayr lanciert das Rennen mit Startnummer 6. Dem Linzer gelingt bei schwierigen Lichtverhältnissen eine absolute Traumfahrt. Ganze 1,28 nimmt er dem bis dahin führenden Landsmann Stefan Eichberger ab.
Die erste grosse Prüfung für Kriechmayrs Zeit folgt direkt im Anschluss. Marco Odermatt kann aber nicht ansatzweise mithalten und fährt mit grossem Rückstand auf Zwischenrang zwei. Am Ende ist es Platz fünf für den Nidwaldner, der die ersten zwei Speed-Rennen der Saison noch gewinnen konnte.
Am besten Schritt halten der Norweger Fredrik Möller und mit Raphael Haaser ein weiterer Österreicher. Nach der ersten grossen Pause fährt keiner mehr in die Top 10.
Die Schweizer
5. Marco Odermatt + 1,23
8. Stefan Rogentin +1,37
16. Justin Murisier +1,87
17. Alexis Monney +1,93
Stefan Rogentin mit der Nummer 8 hält im oberen Teil besser mit als Kollege Odermatt. Auch er verliert aber kontinuierlich Zeit auf den Österreicher. Ohne grösseren Fehler fährt er mit 1,37 Sekunden Rückstand auf Rang 8.
Franjo von Allmen startet zu einem Zeitpunkt, als die Sicht im oberen Streckenteil miserabel ist. «Wenns so weiter geht, kann man das Rennen nicht weiterfahren, dann wirds gefährlich», sagt SRF-Kommentator Stefan Hofmänner. Nur Sekunden später liegt der Berner im Fangnetz. Zum Glück kann er schnell wieder aufstehen. Schmerzhafte Prellungen, aber keine gravierenden Verletzungen, werden gemeldet.
Alexis Monney startet als erster Schweizer nach der Unterbrechung. Er verliert viel Zeit. Im Ziel verwirft er die Hände. Er ist offensichtlich nicht zufrieden mit den grenzwertigen Bedingungen. Im Interview beklagt er sich über den Neuschnee auf der Strecke.
Justin Murisier startet mit der Nummer 26 als zweiter nach der dritten Rennpause. Bei eher guten Windbedingungen gelingt ihm eine gute Fahrt, die ihm einen Platz in den Top 20 einbringt.
Loïc Meillard scheidet nach der ersten Zwischenzeit aus. Es scheint, als ob er bei diesen Bedingungen nicht das letzte Risiko genommen hat.
Arnaud Boisset und Lenz Hächler fallen dem Rennabbruch zum Opfer.
Die Stimmen gegenüber SRF
Marco Odermatt: «Bei meiner Fahrt wars noch einiges besser als jetzt. Es hat ziemlich gewindet. Beim schwierigen vierten Tor fahre ich aufs Aussentor, anstatt sehr nah ans Tor – da verschenke ich vier Meter. Man sieht Aussentor zuerst, da dachte ich, ich muss da hin. Als ich es gemerkt habe, hat es mich schon zu weit rausgedrückt. Der Rest war solid, es war kein Lauf, wo man mit der Brechstange fahren konnte. Ich hatte überall etwa Marche. Es hätte noch etwas mehr vertragen. Aber für Vincent hätte es sicher nicht gereicht. Es ist schwer zu sagen, ob man weitermachen soll. Als ich fuhr, wars regelkonform. Man weiss, das Wetter wird schlechter. Dem Vincent würde ich es gönnen. Am Ende entscheidet die Jury.»
Vincent Kriechmayr: «Ich bin sehr zufrieden. Es hat aber einen faden Beigeschmack mit den Unterbrechungen. Die Athleten nach Franjos Sturz, bei dem ich hoffe, dass es ihm gut geht, hatten nicht mehr ganz so faire Bedingungen. Wir haben es uns anders gewünscht. Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass ich mich nicht gefreut habe, aber ich hätte es gern anders gehabt. Ich habe versucht, voll am Limit zu fahren. Das ist mir sehr gut gelungen. Aber man muss sagen, dass Odermatt einen Bock geschossen hat und Hasse es besser hätte machen können.»
Stefan Rogentin: «Es war sehr herausfordernd, es war ab und zu etwas Wind drin. Wenn man etwas Wind erwischt, sieht man grad nicht mehr viel. Dass die Bodensicht schlecht sein wird, war klar, aber teilweise sah ich auch die Tore nicht. Ich hoffe, bei Franjo ist alles okay und dass, wenns weitergeht, nichts mehr passiert. Zum Glück muss ich nicht entscheiden, ob weitergefahren wird.»
Alexis Monney: «Ich habe probiert, mich auf meinen Lauf zu konzentrieren, ich kann das Wetter nicht ändern. Aber es war ein langer Unterbruch, es hatte viel Schnee auf der Piste. Wir sind im Weltcup. Wenn es mehr als fünf Zentimeter hat auf der Spur, ist das nah am Limit. Alle nach der Pause waren unten nicht mehr schnell, vor allem im unteren Teil, wo man gleiten muss.»
Fredrik Möller: «Es war sehr herausfordernd. Ich habe es geschafft, keine grossen Fehler zu machen und so den Speed mit in den flachen Teil zu nehmen.»
Die Bedingungen
Wegen Nebels im oberen Streckenteil wird der ursprünglich für 19.15 Uhr (11.15 Uhr Ortszeit) angesetzte Start um eine halbe Stunde verschoben. Nach diesen 30 Minuten kann das Rennen dann gestartet werden. Nach den ersten zwölf Fahrer wird der Wind im oberen Teil plötzlich stärker und die Sicht ist höchst grenzwertig. Franjo von Allmen stürzt mit der Startnummer 14, danach wird das Rennen für gut 35 Minuten unterbrochen. Das Rennen wird bei grenzwertigen und wechselnden Sichtverhältnissen fortgesetzt. Es kommt noch zu zwei weiteren kürzeren Pausen bevor die ersten 30 unten sind.
Das gab zu reden
Die Bedingungen. Dreimal muss das Rennen unterbrochen werden. Vincent Kriechmayr im Ziel auf dem Leader-Sessel schaut immer wieder besorgt in den Himmel. Damit seine traumhafte Fahrt mit einem Sieg belohnt wird, müssen 30 Fahrer das Starthaus verlassen. Das geschieht, Kriechmayr holt nach Rang zwei im ersten Super-G der Saison in Copper Mountain den Sieg. Nach der Nummer 31 Loïc Meillard folgt die vierte Pause, die nach einer weiteren langen Wartezeit zum Ende des Rennens wird.
So gehts weiter
Am Sonntag folgt das letzte von drei Rennen in Beaver Creek. Nach zwei Speed-Events steht ein Riesenslalom auf dem Programm. Der 1. Lauf startete um 10 Uhr Ortszeit (18 Uhr Schweizer Zeit). Der 2. Lauf folgt um 13 Uhr (21 Uhr).
Der nächste Halt im Weltcup ist am 13. (Riesenslalom) und 14. Dezember (Slalom) Val d'Isère (Fr). Die nächsten Speedrennen finden vom 18. bis 20. Dezember in Gröden (It) statt (zwei Abfahrten, ein Super-G).


