Werner Schlegel macht den Start-Ziel-Sieg perfekt. Der Toggenburger fackelt im Schlussgang nicht lange. Nach wenigen Sekunden bodigt er Janosch Kobler und gewinnt damit das Rheintaler Oberländer. Ein perfekter Start in eine wichtige Saison für Schlegel.
Nach seiner Schlussgang-Teilnahme am ESAF im letzten Jahr strebt er nun den Sieg beim Kilchberger-Schwinget Anfang September an. Bis dahin werden noch deutlich stärkere Gegner auf ihn warten als an diesem Sonntag in Gams SG. Trotzdem darf dieser Triumph als erster Fingerzeig gewertet werden. Schliesslich haben Grössen wie Damian Ott oder Domenic Schneider deutlich mehr Mühe. Daran sind wohl auch die äusseren Bedingungen nicht ganz unschuldig. Der Wettkampf findet bei Temperaturen um den Gefrierpunkt statt.
Schlegel lässt sich davon nicht beirren. Er ist von Anfang an brandheiss. Nach seinem Sieg im ersten Gang gegen den Eidgenossen Christian Biäsch reiht er drei weitere Erfolge gegen Mittelschwinger aneinander.
Dass der Toggenburger aber noch ein gutes Stück von seiner Topform entfernt ist, beweist der fünfte Gang. Der 20-jährige Josias Müller bringt den Favoriten sogar einmal an den Rand einer Niederlage. Schlegel findet kein Rezept gegen den fast zwei Meter grossen Bündner. Nach Kilchberger-Sieger Ott stellt der designierte Nachfolger von König Armon Orlik mit Schlegel einen zweiten Spitzenschwinger. Deshalb darf er mehr als zufrieden die Heimreise antreten. Der gefeierte Mann ist aber Schlussgang-Triumphator Schlegel.
Das Rheintaler-Oberländer Verbandsschwingfest im Ticker zum Nachlesen:
Schlegel gewinnt das Rheintal-Oberländische
Werner Schlegel lässt im Schlussgang nichts anbrennen. Der ESAF-Schlussgänger bodigt Janosch Kobler nach wenigen Sekunden. Damit schliesst er einen Tag ab, den er bereits mit einem Sieg begonnen hat. Einzig ein Gesteller im fünften Gang warf ihn punktemässig etwas zurück. Ein mehr als verdienter Triumph.
Sekunden-Drama! Schwägalp-Sieger im Pech
Es ist eine der undankbarsten Aufgaben im Schwingsport, die Marcel Räbsamen vorgesetzt bekommt. Um seine Schlussgang-Chancen am Leben zu erhalten, muss der Schwägalp-Sieger den Defensivspezialisten Andy Signer bezwingen. Räbsamen versucht alles, greift mehrfach an und kommt zum Resultat. Doch wohl knapp nach dem «Halt» des Kampfrichters. Der Eidgenosse schaut fragend zum Tisch. Diese geben das Zeichen, dass der Kampf bereits vorbei war. Räbsamen im Sekunden-Pech!
Da Janosch Kobler sein Duell kurz darauf mit der Note 9,75 gewinnt, hätte Räbsamen die Maximalnote gebraucht, um mit ihm gleichzuziehen. Da er mit Signer zu Boden ging und dort noch einmal nachdrückte, hätte ihm selbst bei einem Sieg ein Viertel für den Schlussgang gefehlt. Diesen bestreiten Kobler und Favorit Werner Schlegel. Dieser mühte sich im fünften Gang aber an Josias Müller ab. Das Bündner Talent bringt den ESAF-Schlussgänger einmal sogar in Bedrängnis. Ein genialer Auftritt des designierten Orlik-Nachfolgers. Nach Kilchberger-Sieger Ott stellt er auch Schlegel. Müller gehört bereits vor dem letzten Kampf zu den Siegern an diesem Tag.
Es winkt ein überraschender Schlussgang
Es fehlte nicht viel zur Sensation. Werner Schlegel mühte sich bis 30 Sekunden vor Schluss gegen Andrin Habegger ab. Der Toggenburger drohte nach drei Siegen erstmals, den Sägemehlring ohne Jubelgeste zu verlassen. Doch Schlegel wäre nicht ESAF-Schlussgänger, wenn er nicht auch gegen den defensivstarken Habegger ein Rezept finden würde. Dank der Maximalnote setzte sich Schlegel weiter ab.
Mittlerweile liegt er einen Punkt vor den Zweitplatzierten Andy Signer und Janosch Kobler. Dahinter lauert Josias Müller, der seinen dritten Kampf siegreich gestaltete. Der prominenteste Name hinter Schlegel trägt Marcel Räbsamen. Der letztjährige Schwägalp-Sieger darf immer noch vom Schlussgang träumen. Verpasst er diesen – wie Schneider und Ott – würde Schlegel ein Sensationsmann gegenüberstehen.
Ein Schlussgang, in dem nur ein Eidgenosse vertreten ist, wäre definitiv eine dicke Überraschung. Um das zu verhindern, muss Räbsamen seinen nächsten Kampf gewinnen und auf etwas Wettkampfglück hoffen. Weitere Siege konnten Damian Ott und Domenic Schneider einfahren. Sie kämpfen sich langsam wieder nach vorne.
Kilchberg-Sieger fällt aus der Entscheidung
Was für ein grosses Talent Josias Müller ist, beweist er im dritten Gang. Der mögliche Orlik-Nachfolger hält gegen Kilchberg-Sieger Damian Ott sehr gut dagegen.
Der Gestellte bringt dem Bündner deutlich mehr als seinem Gegner. Ott fällt mit dem zweiten Unentschieden aus der Entscheidung um den Sieg. Ein grosser Dämpfer für einen der Topfavoriten.
Auch Domenic Schneider muss seine Siegesambitionen nach dem zweiten Gestellten begraben. Souverän in Richtung Festsieg marschiert Werner Schlegel. Er gewinnt seinen dritten Kampf nach wenigen Sekunden. Mit drei Siegen steht er an der Ranglistenspitze. Dahinter lauert neben Müller auch Schwägalp-Sieger Marcel Räbsamen mit zwei Siegen.
Stromausfall! Schlegel mit Blitzsieg
Mitten im zweiten Gang steht plötzlich alles still. Zumindest dort, wo sonst die Fäden zusammenlaufen. Auf dem Medienwagen bricht Hektik aus, die Bildschirme der TVO-Kommentatoren bleiben schwarz, der Speaker verstummt. Ein Stromausfall legt für kurze Zeit die Infrastruktur lahm. Im Sägemehl selbst interessiert das niemanden. Dort wird weitergeschwungen, als wäre nichts passiert.
Die Favoriten liefern ab. Ott reagiert auf seinen Gestellten und bodigt Dean Burch souverän. Schneider lässt Jan Mannhart keine Chance. Räbsamen legt nach einer Schrecksekunde Janosch Kobler aufs Kreuz. Einen Blitzsieg landet Werner Schlegel. Mit zwei Siegen bleibt der ESAF-Schlussgänger an der Spitze der Rangliste. Ebenfalls ganz vorne steht der Name von Orlik-Nachfolger Müller. Er gewinnt seinen zweiten Kampf. Diesmal gegen einen Nichtkranzer. Nun dürfte ein deutlich stärkeres Kaliber auf den Bündner warten.
Kuriose Bilder! Schlegel startet stark
Auf dem Festgelände in Gams SG spielen sich kuriose Szenen ab. Schlegel und Co. marschieren mit Kappen, Handschuhen und Jacken über den Schwingplatz. Die Temperaturen um den Gefrierpunkt zwingen die Athleten zu ungewöhnlichen Massnahmen. Es wirkt dann auch so, als wären einige Schwinger noch etwas eingefroren.
So endet beispielsweise das Duell zwischen Damian Ott und Domenic Schneider mit einem Gestellten. Beide suchen nur zaghaft die Offensive. Deutlich aktiver startet ESAF-Schlussgänger Werner Schlegel in den Wettkampftag. Er bodigt den Davoser Christian Biäsch nach etwas mehr als einer Minute. Damit katapultiert sich Schlegel an die Poleposition im Kampf um den Festsieg.
Auch, weil Schwägalp-Champion Marcel Räbsamen ein gültiges Resultat verpasst. Der Eidgenosse bringt Marco Good an den Rand einer Niederlage. Doch Good entwischt ihm am Boden. Das Duell endet gestellt.
Ein kleines Ausrufezeichen setzt Josias Müller. Der 20-jährige Bündner legt Christian Bernold aufs Kreuz. Müller konnte in diesem Jahr bereits zwei Schwingfeste gewinnen und wird deshalb zurecht als möglicher Nachfolger von König Armon Orlik gehandelt. Gut möglich, dass er heute einmal mehr für Furore sorgt.
Herzlich willkommen – in Gams liegt Schnee
So haben sich die Schwinger den Start in die Freiluftsaison nicht vorgestellt. Auf den vier Sägemehlringen liegt Schnee! Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt steigen sie heute beim Rheintal-Oberländer Verbandsschwingfest in Gams in die Zwilchhosen. Der Blick auf die Teilnehmerliste dürfte zumindest die Herzen der Zuschauer etwas erwärmen. Schliesslich treten mit dem ESAF-Schlussgänger Werner Schlegel, dem Kilchberger-Sieger Damian Ott und dem Schwägalp-Champion Marcel Räbsamen drei Hochkaräter an.
Etwas länger über einen Start nachgedacht hat Publikumsliebling Domenic Schneider. «Wenn es schneit, dann trete ich nicht an», sagte er unter der Woche. Seine Wetter-Apps sagen wohl keinen weiteren Schnee voraus, denn der Landwirt hat sich bis eine Stunde vor dem Fest noch nicht abgemeldet.
Kann er den Topfavoriten gefährlich werden? Bald wissen wir es. Um ungefähr 10 Uhr geht es hier in Gams SG los. Der Schlussgang wird voraussichtlich um 17.45 Uhr beginnen.