Das Spiel
Servette gewinnt ein verrücktes Spiel gegen Winterthur mit 5:3. Das Schlusslicht aus dem Kanton Zürich bleibt so weiterhin acht Punkte hinter dem Relegationsplatz.
Wer sich auf einen gemütlichen Sonntagnachmittag eingestellt hat, wird gehörig überrumpelt. Gleich fünf Tore fallen in der ersten Halbzeit. Die Genfer übernehmen früh die Spielkontrolle. Miroslav Stevanovic bringt Servette nach 20 Minuten per Slapstick-Tor mit viel Glück in Führung und doppelt wenig später gleich nach. Innert zehn Minuten fällt Winterthur komplett auseinander, Florian Ayé stellt noch vor der 30. Minute auf 3:0. Doch Winterthur gibt sich nicht auf und hält dank eines Doppelpacks von Nishan Burkart vor der Pause den Anschluss.
Auch nach der Pause geht das Torfestival weiter. Routinier Steve Rouiller trifft nach einer Flanke von Junior Kadile. Für den 23-jährigen Flügelflitzer ist es bereits die dritte Vorlage des Spiels – alle per Flanke. Der Anschlusstreffer von Alexandre Jankewitz bringt nur kurz Hoffnung für Winterthur zurück. Dann schlägt Thomas Lopes erneut zu, trifft im zweiten Spiel in Folge und erhöht auf 5:3.
Winterthur bleibt damit die Schiessbude Europas: Nach erneut fünf Gegentoren musste Winti-Goalie Stefanos Kapino in 34 Spielen nun 91-mal hinter sich greifen. Damit ist der Negativrekord der Super League von Bellinzona aus der Saison 2009/10 nur noch ein Gegentor entfernt.
Die Tore
22. Minute, Miroslav Stevanovic, 1:0. Arnold spielt einen riskanten Rückpass zu Goalie Kapino. Dieser schlägt den Ball weg, trifft aber den anlaufenden Stevanovic. Der Ball prallt ab und kullert ins Netz.
25. Minute, Miroslav Stevanovic, 2:0. Kadile spielt eine butterweiche Flanke in den Strafraum, dort steht Stevanovic im Fünfer alleine und kann einschieben.
29. Minute, Florian Ayé, 3:0. Kadile kann erneut vom Strafraumeck flanken. Diese findet perfekt den Kopf von Ayé, der gekonnt einnickt.
32. Minute, Nishan Burkart, 3:1. Goillard steckt einen Ball mit einem schönen Hackentrick durch die Beine eines Servette-Verteidigers in den Sechzehner. Dort lässt Burkart mit seinem Abschluss Goalie Frick keine Chance.
39. Minute, Nishan Burkart, 3:2. Burkart zieht am linken Strafraumeck in die Mitte und schliesst mit einem satten Schlenzer ins lange Eck ab.
50. Minute, Steve Rouiller, 4:2. Kadile bringt einen Freistoss aus dem Halbfeld in den Strafraum, wo Rouiller einnicken kann.
51. Minute, Alexandre Jankewitz, 4:3. Smith bringt den Ball an den Strafraumrand. Dort kommt Jankewitz angerauscht und schiebt den Ball flach in die linke untere Ecke.
62. Minute, Thomas Lopes, 5:3. Kadile bringt den Ball erneut per Flanke in den Strafraum, doch Ayé scheitert am Pfosten. Vom Aluminium landet der Ball beim Genfer Eigengewächs, das keine Sekunde zögert und den Ball mit einem strammen Schuss in die Maschen zimmert.
Das gab zu reden
Wird der Servette-Leistungsträger Timothé Cognat noch einmal im Stade de Genève auflaufen? Der französische Mittelfeldspieler fällt am Sonntag kurzfristig verletzungsbedingt aus. Da er trotz laufendem Vertrag im Sommer einen Wechselwunsch hinterlegt hat, bleibt ihm wohl nur noch eine Gelegenheit, im Stade de Genève zu spielen: am 12. Mai gegen Lausanne.
Der Beste
Junior Kadile stösst im Winter zu Servette. Seine Bilanz vor dem Spiel gegen Winterthur: fünf Tore und fünf Vorlagen in acht Partien. Am Sonntag legt der linke Flügelspieler drei weitere Assists nach. Zudem ist er am fünften Genfer Treffer beteiligt.
Der Schlechteste
Stefanos Kapino trägt beim 1:0 eine Mitschuld und schenkt Miroslav Stevanovic den Ball, indem er ihn direkt anschiesst. Danach kann er seinen Nachmittag nicht mehr retten und muss insgesamt fünf Gegentore hinnehmen. Doch auch Jeremy Frick ist auf der anderen Seite kaum besser. Winterthur bringt am Sonntag drei Schüsse aufs Tor – und trifft dreimal.
Die Schiedsrichter
Johannes von Mandach trifft die richtige Entscheidung, indem er Servette in der 63. Minute das 5:3 anerkennt. Ja, Florian Ayé steht im Abseits, doch seine Position beeinträchtigt Goalie Stefanos Kapino in keiner Weise. Der Schiedsrichter und sein Team liefern eine sehr gute Partie ab.
Die Fans
Rund 180 Winterthur-Fans reisen nach Genf und sehen zumindest Tore. Das grosse Stade de Genève wirkt einmal mehr leider ziemlich leer. Offiziell werden 7027 Zuschauer angegeben. Es gibt keine Zwischenfälle.
So gehts weiter
Winterthur spielt am kommenden Samstag (18 Uhr) zu Hause gegen den FC Zürich. Servette trifft am Sonntag (16.30 Uhr) im Letzigrund auf die Grasshoppers.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 34 | 37 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 34 | 25 | 63 | |
3 | FC Lugano | 34 | 13 | 60 | |
4 | FC Sion | 34 | 18 | 55 | |
5 | FC Basel | 34 | 4 | 53 | |
6 | BSC Young Boys | 34 | 4 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 34 | 4 | 43 | |
2 | Servette FC | 34 | 2 | 43 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 34 | -7 | 42 | |
4 | FC Zürich | 34 | -21 | 34 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 34 | -26 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 34 | -53 | 19 |






