Das Spiel
Das letzte Rhône-Derby war ein Torspektakel: Ende Januar ging das Aufeinandertreffen zwischen Servette und Sion im Stade de Genève 3:3 aus. Beim Wiedersehen im gleichen Stadion ist davon nicht viel zu sehen: Die beiden Teams trennen sich in einem ereignisarmen Spiel mit einem torlosen Unentschieden.
Dabei führt Sion insgesamt die etwas feinere Klinge. Gerade Stürmer Nivokazi sorgt in der ersten Halbzeit immer wieder für Gefahr vor dem Servette-Tor – und profitiert nach 21 Minuten beinahe von einer Unsicherheit von Mall im Genfer Kasten: Dieser lässt einen Chouaref-Distanzschuss nach vorne abprallen. Den Nachschuss bringt Nivokazi aber nicht auf das Tor. Wenige Minuten später wirkt der Servette-Schlussmann dann stilsicherer, als er eine Direktabnahme des gleichen Spielers reaktionsschnell pariert.
Nivokazis Pendant aufseiten der Hausherren heisst Stevanovic: Der Bosnier bleibt in der Startphase per Kopf an Racioppi hängen und setzt seinen Abschluss nach 55 Minuten knapp am Walliser Tor vorbei. Für ähnlich viel Torgefahr sorgt in der zweiten Halbzeit lange einzig noch Sion-Captain Kabacalman – indem er einen missglückten Klärungsversuch auf das eigene Tor setzt.
Nach 86 Minuten schnellt der Puls unter den Servette-Anhängern aber noch einmal nach oben: Nach einem Missverständnis in der Servette-Defensive hämmert Balthazar den Ball noch an den Pfosten. Ein Lucky Punch will in diesem Derby aber keinem Team mehr gelingen.
Die Tore
In Genf heute Fehlanzeige.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Liam Chipperfield (Sion): «Die Genauigkeit im letzten Drittel hat gefehlt. Wir haben uns gut durchgetankt über die Seiten, aber die letzten Bälle waren einfach zu wenig genau. An dem ist es heute gescheitert. In der zweiten Halbzeit waren wir sicher die aktivere Mannschaft. Deswegen können wir uns sicher nicht zufriedengeben mit dem Unentschieden. Aber es ist ein Punkt, den wir mitnehmen müssen. Wir müssen nach vorne schauen.»
Joël Mall (Servette): «Zu null ist sicher gut, aber wenn mir mal zu null spielen, schiessen wir vorne kein Tor, das ist unbefriedigend. Es war ein komisches Spiel. Die erste Halbzeit war sicher ungenügend, vieles hat nicht gestimmt. Am Schluss gab es Chancen auf beiden Seiten. Vielleicht waren wir ehrlicherweise zu wenig gut, um drei Punkte nach Hause zu nehmen, da müssen wir uns selbst an der Nase nehmen. Nüchtern betrachtet ist es nur ein Punkt – damit kommst du hinten nicht so schnell weg. Wir müssen Dreier einfahren.»
Der Beste
Sion dominiert das Spiel, dass der Klub aus Sitten aber nicht mit drei Punkten ins Wallis zurückkehrt, ist der guten Leistung von Joël Mall zu verdanken, der vier Paraden zeigt, darunter eine sehr schwierige gegen Rilind Nivokazi.
Der Schlechteste
Hackentrick um Hackentrick. Für wen? Für niemanden. Jérémy Guillemenot ist an diesem Samstag alles andere als inspiriert. Eine seiner ungeschickten technischen Aktionen vereitelt übrigens die beste Chance von Servette in diesem Spiel.
Das gab zu reden
Servette geht auf Bewährung in dieses Spiel: Die Genfer wissen, dass sie im Falle des Einsatzes von Pyrotechnik durch ihre Fans gemäss dem Kaskaden-Modell bestraft werden könnten. Nach den Vorfällen in Lausanne befindet sich der Genfer Verein derzeit auf Stufe 2 und riskiert nun, auf Stufe 3 hochgestuft zu werden, weil seine Fans, die in der ersten Viertelstunde still geblieben sind, unter dem Motto «Alle für einen» mehrere Rauchbomben gezündet haben. Damit könnte ein Teil des Genfer Stadions beim nächsten Heimspiel gegen den FC Zürich gesperrt sein.
Die Schiedsrichter
Das Spiel wird von Lukas Fähndrich und seinen Assistenten problemlos geleitet. Gleiches gilt für den VAR, der nicht eingreifen muss.
Die Fans
Wie bei jedem Derby zeigt jede Seite ihre Abneigung zur gegnerischen Mannschaft deutlich. Die Genfer verhalten sich jedoch in der ersten Viertelstunde zurückhaltend, bevor sie mit mehreren Transparenten gegen die kollektiven Sanktionen protestieren. Diese Aktion wird von den Wallisern ebenfalls mit Transparenten unterstützt. 8087 Zuschauer, grosszügig gezählt, sind im Stadion von Genf anwesend – eine eher enttäuschende Zuschauerzahl.
So gehts weiter
Nach dem Rhône-Derby bleibt für Servette nicht viel Erholungszeit: Bereits am Dienstag stehen die Genfer wieder im Einsatz, wenn sie zum Tabellenschlusslicht Winterthur auf die Schützenwiese reisen. Für Sion geht es dann einen Tag später mit einem Gastspiel beim FC Lugano weiter. Beide Partien beginnen um 20:30 Uhr.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






