Das Spiel
Mehr als eine halbe Stunde lang sehen die wenigen Fans im Letzigrund eine Aneinanderreihung von Fehlern und Zufälligkeiten. Dann tritt GC-Arigoni Servettes Mazikou auf die Wade und fliegt folgerichtig mit Rot vom Platz. Es ist der Anfang vom Untergang der Hoppers. Denn schon mit dem nächsten Angriff fällt die (glückliche) Führung für Servette.
Wer glaubt, GC stelle sich in der Pause auf die Unterzahl ein, wird wenig später von Lopes und dessen 0:2 eines Besseren belehrt. Damit ist der Drops gelutscht. Nur wegen Goalie Hammel fällt die Pleite im letzten Spiel vor dem Trainerwechsel von Gernot Messner zu Peter Zeidler nicht noch höher aus.
Servette bleibt das Team der Stunde, hat von den letzten 16 Partien nur zwei verloren. GC dagegen verpassts erneut, Boden auf den FCZ gutzumachen. Und Schlusslicht Winterthur darf bei sieben Punkten Rückstand und drei ausstehenden Spieltagen – zumindest theoretisch – etwas länger auf die Barrage hoffen.
Die Tore
33. Minute, Maximilian Ullmann (Eigentor), 0:1. Stevanovic flankt von rechts in den GC-Strafraum, wo der eingewechselte Ullmann unglücklich ins eigene Tor ablenkt.
51. Minute, Thomas Lopes, 0:2. Lopes reicht ein Haken, um an Ullmann vorbeizukommen und den Ball in die weite Ecke zu schlenzen.
Der Beste
Thomas Lopes, der aus Blick der Schweizer Nati leider ein paar Kilometer auf der falschen Seite der schweizerisch-französischen Grenze am Genfersee geboren ist. Was für ein feiner Techniker, was für ein Füsschen beim zweiten Genfer Tor.
Der Schlechteste
Allan Arigoni gefährdet mit seinem Einsteigen nicht nur die Gesundheit von Gegenspieler Bradley Mazikou. Er beendet mit seinem komplett unnötigen Foul auch alle Chancen der Grasshoppers, aus diesem Spiel einen Punkt mitzunehmen.
Die Stimmen
Das gab zu reden
Die Proteste der organisierten GC-Fans gehen weiter. Unter dem Motto: «Mir sind GC, LAFC ischs nöd!» In einem Flugblatt schreibt der Sektov IV: «Der GCZ hat seine eigenen Werte vergessen: souverän, verantwortungsvoll und langfristig orientiert. Heute sind wir weit davon entfernt, ein attraktiver Arbeitgeber oder gar eine 'Benchmark' im Fussball zu sein.»
Weiter schreibt die Kurve, sie habe sich trotz ««grosser Skepsis» lange still verhalten. Aber: «Spätestens mit der Niederlage im Cup-Halbfinal und den noch einmal verstärkt negativen Entwicklungen in der Saison 2025/26 ist klar geworden: Es braucht tiefergehende Veränderungen im Club.»
Es folgt eine Aufforderung an lokale Geldgeber, GC zu übernehmen. Aber ohne, dass es so scheint, als ob die Kurve jemanden präsentieren könnte: «Der Weg ist frei gemacht worden für neue Investoren aus der Schweiz. Jetzt ist der Moment, dass diese aus dem Schatten treten, und Verantwortung übernehmen.»
Das Flugblatt endet mit einem Aufruf, die Spieler nicht weiter unter Druck zu setzen. Und wenn man ganz nett ist, ist es auch ein Aufruf gegen weitere Ausschreitungen: «Falls die Mannschaft uns wieder einmal enttäuscht, feiern wir uns selber!»
Der Schiedsrichter
Sven Wolfensberger könnte den sackgroben Tritt von Arigoni in die Wade von Mazikou auch ohne Hilfe des Video-Assistenten als Rot-würdig einstufen. Ansonsten macht der Schiedsrichter weniger Fehler als die meisten Spieler, die auf dem Feld stehen.
Die Fans
4665 sollen laut Durchsage in den Letzigrund gekommen sein. Es wirkt nach weniger. Gerade in der GC-Fankurve tun sich grosse Lücken auf. Einige kommen nicht mehr, weil sie keinen Bock mehr auf die Auftritte ihres Teams haben. Andere, weil sie nicht damit einverstanden sind, wie sich die Kurve am und seit dem Cup-Halbfinal gegen Lausanne-Ouchy verhalten hat. Dass das Stadion beim Abpfiff nicht komplett leer ist, spricht für die Leidensfähigkeit aller anwesenden Menschen, so sie nicht aus Genf angereist sind.
So gehts weiter
GC trifft nächsten Samstag als Gastteam im Derby auf den FCZ (18 Uhr). Servette spielt am gleichen Abend in Luzern (20.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 35 | 35 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 35 | 22 | 63 | |
3 | FC Lugano | 35 | 14 | 63 | |
4 | FC Sion | 35 | 21 | 58 | |
5 | FC Basel | 35 | 6 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 35 | 3 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 35 | 6 | 46 | |
2 | Servette FC | 35 | 4 | 46 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 35 | -9 | 42 | |
4 | FC Zürich | 35 | -21 | 35 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 35 | -28 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 35 | -53 | 20 |






