Das Spiel
Selbstvertrauen tanken für den Abstiegsknüller am kommenden Samstag in Winterthur? Nicht bei GC. Der Tabellenvorletzte verliert zu Hause gegen Sion – und damit das fünfte Super-League-Spiel in Folge.
Der Leistungsausweis von Interimscoach Gernot Messner ist erschreckend: Auf die 0:5-Schmach vor etwas mehr als zwei Wochen in Genf folgt nun ein 0:4 gegen die Walliser. Diese haben die Hoppers unter Messners Vorgänger Gerald Scheiblehner Anfang Februar nach 0:2- und 2:3-Rückstand noch aus dem Cup (Viertelfinal) geworfen.
Im Letzigrund gerät GC bereits in der dritten Minute (nach dem Treffer von Rilind Nivokazi) in Rückstand. Und nach einem Doppelschlag der Gäste in der 66. (Liam Chipperfield) und 75. Minute (Ali Kabacalman) ist dann die Messe endgültig gelesen. Winsley Boteli (90.) macht ganz zum Schluss die GC-Abreibung perfekt.
Die Hoppers-Abwehr bleibt einmal mehr vieles schuldig – trotz intensivem Training in der Länderspielpause. «In den vergangenen zwei Trainingswochen haben wir alles investiert. Den Fans versprechen wir, dass wir ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt in Genf», so die Ansage von Messner vor dem Sion-Match ...
Und offensiv kommt auch herzlich wenig. Anthony Racioppi muss nur eine einzige Top-Parade auspacken. Als Michi Frey dem Ball nach dem Abschluss von Imourane Hassane mit dem Bauch noch eine entscheidende Richtungsänderung gibt, reagiert der Sion-Goalie mit einem Mega-Reflex (52.).
Die Tore
3. Minute, Rilind Nivokazi, 0:1. Einen hohen Ball von Ilyas Chouaref von rechts bringt die GC-Abwehr zunächst aus der unmittelbaren Gefahrenzone. Daraufhin darf Franck Surdez von links flanken. Nivokazi stiehlt sich Sven Köhler im Rücken davon und nickt unbedrängt ein.
66. Minute, Liam Chipperfield, 0:2. Ein von den Wallisern schnörkellos vorgetragener Angriff führt zur Vorentscheidung. Ali Kabacalman bedient Chouaref, der mit dem Aussenrist Chipperfield in Szene setzt. Chipperfields flacher Schuss schlägt im Netz hinter Justin Hammel ein. Köhler kann mit seiner Grätsche nichts mehr ausrichten.
75. Minute, Ali Kabacalman, 0:3 (Foulpenalty). Mouhamed El Bachir Ngom foult im Sechzehner Kreshnik Hajrizi. Beim darauf folgenden Penalty schickt Kabacalman Hammel gekonnt in die falsche Ecke.
90. Minute, Winsley Boteli, 0:4. Zu wenig energisch gestört von Köhler, nimmt Boteli im Strafraum den Ball an, dreht sich und jagt die Kugel trocken ins weite Eck. Damit ist das nächste GC-Debakel perfekt.
Die Stimmen
Die sportliche Führung von GC greift nach dem nächsten Debakel gegen Sion durch. Unmittelbar nach dem Spiel darf kein Akteur der Hoppers vor die Mikrofone treten, stattdessen besammelt sich das Team umgehend zur Krisensitzung in der Kabine. Erst später stellen sich mit Alain Sutter (Sportchef) und Gernot Messner (Trainer) zwei Verantwortliche der Hoppers den Blick-Fragen.
Alain Sutter: «Es ist eine ganz schwierige Phase. Es nützt aber nichts, jetzt den Kopf hängen zu lassen. Wir haben in fünf Tagen ein enorm wichtiges Spiel gegen Winterthur. Darauf müssen sich die Jungs jetzt vorbereiten. Nach dem 0:2 hat sich die Mannschaft aufgegeben. Das war heute extrem enttäuschend. Diese Einstellung muss komplett anders sein. Wir haben den Trainerwechsel gemacht, um einen Impuls zu setzen. Einiges hat sich verändert. Es liegt jetzt nicht am Trainer, sondern an den Spielern, die ihre defensiven Aufgaben wahrnehmen müssen. Gernot Messner wird auch im nächsten Spiel Trainer sein. Winterthur wird uns da auffressen wollen – da müssen wir parat sein.»
Gernot Messner: «Fünf Tore im ersten Spiel, vier im zweiten – das ist ein brutaler Schlag. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Es wird Zeit, dass alle die Lage erkennen. Wir werden Sachen ansprechen und eine glasklare Analyse machen.»
Der Beste
Ali Kabacalman. Dreh- und Angelpunkt der Walliser. Und mit seinem Penalty zum 3:0 tötet der Captain das Spiel.
Der Schlechteste
Sven Köhler. Bei zwei Gegentoren sieht der Deutsche miserabel aus. Nur am Penalty ist er unschuldig ...
Das gab zu reden
Nach detektivischer Recherche meint VAR Michèle Schmölzer nach dem Hand-Streichler von Hajrizi nach einem Ngom-Corner: Handspenalty für GC. Schiri-Routinier Fedayi San sagt: njet! Kurze Distanz, natürliche Armhaltung – und Zweifel, ob der Ball wirklich an der Hand war. Gewisse Einstellungen lassen mutmassen, dass er NUR an Freys Schulter war. So ist dieser Entscheid absolut im Sinn des Fussballs.
Die Schiris
Keine echten Probleme für Routinier Fedayi San. Und beim VAR-Entscheid gegen den Penalty (siehe «Das gab zu reden») zeigt er Rückgrat.
Die Fans
Schöne Kulisse mit gut 7000 Fans im Letzigrund, darunter viele Walliser Schlachtenbummler. Das Wetter ist auch top. Nur die Hoppers erweisen sich dieser Ostermontag-Atmosphäre als unwürdig.
So gehts weiter
Auf GC wartet am kommenden Samstag (18 Uhr) auswärts der Abstiegsknüller gegen Winterthur. Am Tag danach empfängt Sion zu Hause Lausanne (16.30 Uhr). Nach dieser 33. Super-League-Runde am 11. und 12. April wird die Tabelle in die Meister- und Abstiegsrunde aufgeteilt, wobei bereits klar ist, welche Teams zu welchem Pool gehören.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 32 | 24 | 59 | |
3 | FC Lugano | 32 | 11 | 54 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 32 | 13 | 49 | |
6 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
7 | FC Luzern | 32 | 3 | 39 | |
8 | Servette FC | 32 | 0 | 39 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
10 | FC Zürich | 32 | -17 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 32 | -27 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 32 | -49 | 19 |






