Das Spiel
20 Minuten lang zeigt GC im Heimspiel gegen Lugano einen schwungvollen und offensiv mutigen Auftritt. In dieser Startphase geht das Heimteam verdient in Führung, auch wenn Lugano in der 8. Minute ein Tor aus (klarer) Offsidepositon erzielt. Doch dann zieht Diaby im Laufduell mit Steffen die Notbremse – und vom Schwung der Startphase ist nicht mehr viel zu sehen.
Stattdessen übernimmt Lugano die Spielkontrolle, wobei bis auf Steffens kläglichen Versuch, Hammel im Eins-gegen-Eins auszutanzen (24.), die klaren Chancen fehlen. Auch weil GC-Coach Scheiblehner in der 30. Minute umstellt und Edeltechniker Asp Jensen für Sechser Imourane Hassane rausnimmt.
Das ändert sich nach der Pause nur bedingt, obwohl ein sichtlich unzufriedener Croci-Torti dreimal wechselt. Während GC sich leidenschaftlich zum Sieg verteidigt, lassen die Tessiner trotz über 70 Prozent Ballbesitz eigentlich alles vermissen, was ein Spitzenteam der Liga braucht.
So holt GC den ersten Sieg in der Liga seit Mitte Dezember und nach acht Spielen ohne Vollerfolg. Und während Schlusslicht Winterthur im Heimspiel gegen Lugano trotz Überzahl einen späten Ausgleich hinnehmen musste, retten die Hoppers den Sieg über die Zeit. Der Lohn: zehn Punkte Vorsprung auf das Schlusslicht und «nur» noch fünf Punkte Rückstand auf Servette.
Das Tor
12. Minute, Kelvin (Eigentor), 1:0. Wieso schön, wenns auch hässlich geht? Nach einer Ecke steigt Frey am höchsten, trifft die Kugel aber nicht wunschgemäss per Kopf. Er wurstelt sie zu Plange, der den Ball aus drei Metern über die Linie drücken will – am Ende ist es mit Kelvin aber ein Luganesi, der beim Versuch des Tacklings den Ball ins Netz spitzelt. Auch wenn die Liga bei Schlusspfiff noch Plange als Torschütze führt.
Die Stimmen
Gerald Scheiblehner (gegenüber Blue): «Die Erleichterung ist riesengross. Die Mannschaft hat sich diesen Sieg auch verdient. Wir haben stark begonnen und auch nach dem Platzverweis defensiv gute Lösungen gefunden und sind im Ballbesitz mutig geblieben. Ein hochverdienter Sieg.»
Der Beste
Mouhamed El Bachir Ngom. Der Wintertransfer zeigt im Abwehrzentrum eine starke Leistung und hilft mit seiner Zweikampfstärke dabei, dass GC den Sieg in Unterzahl nach Hause bringt.
Der Schlechteste
Abdoulaye Diaby. Der GC-Verteidiger reisst Renato Steffen nach gut 20 Minuten völlig ungestüm als letzter Mann um und sieht die rote Karte. Damit erweist er seinem Team nach einer guten Startphase einen Bärendienst.
Das gab zu reden
Der Leidtragende des Diaby-Platzverweises ist Jonathan Asp Jensen. Der GC-Youngster muss nach der Roten Karte aus taktischen Gründen raus und für Defensivspieler Hassane Platz machen. Der Däne ist bei seinem Abgang nach gut einer halben Stunde mächtig bedient, er klatscht halbbatzig mit Scheiblehner ab und hockt sich genervt gestikulierend auf die Bank.
Die Schiris
Marijan Drmic lässt viel laufen, hat das Spiel aber grundsätzlich im Griff. Bei der Notbremse von Diaby zeigt er sofort die rote Karte und hat damit Recht. Die Unterstützung aus Volketswil lässt sich derweil Zeit, um Behrens’ Offsideposition vor dem vermeintlichen 1:0 zu erkennen, braucht der VAR zwei Minuten.
Die Fans
4543 Fans finden am ersten März-Sonntag den Weg ins Letzigrund. Die Heimkurve «entschuldigt» sich mit einem Transparent für einen Böller, den Chaoten vergangene Woche beim Derby in der Nähe eines Fotografen gezündet hatten. «Sorry an den Fotografen. Der Böller wäre für Urech gewesen». Damit meinen sie Christoph Urech, den heftig kritisierten Chief Business Officer von GC, mit dem sie seit Monaten über Kreuz liegen. Geschmacklos ists allemal.
So gehts weiter
In der englischen Woche empfängt Lugano am Mittwoch (20.30 Uhr) den FC Sion. GC reist am Donnerstag nach Basel (20.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






