Das Spiel
Nein, rein rechnerisch steht der Thuner Meistertitel noch nicht fest. Aber nach dem 3:1 gegen den FC Basel bräuchte es noch ein grösseres Fussball-Wunder als jenes, das den Aufsteiger vor Monaten an die Tabellenspitze der Super League gebracht hat, um den Triumph der Berner Oberländer noch zu verhindern. Vor Beginn der Championship Group und den letzten fünf Runden beträgt der Thuner Vorsprung auf den ersten Verfolger aus St. Gallen 14 Punkte, insgesamt sind noch 15 Zähler zu holen.
Was der Bald-Meister gegen den Noch-Meister in der Stockhorn Arena abliefert, ist vor allem in der ersten Halbzeit beeindruckend. Der FCB hat auf dem Thuner Kunstrasen überhaupt nichts zu melden und ist mit dem 0:1-Pausenrückstand noch gut bedient. Das Tor könnte nicht typischer für die überragende Saison des Aufsteigers sein: Imeri lanciert den schnellen Rastoder, welcher der schlecht sortierten Basler Abwehr entwischt und mit seiner Hereingabe Torschütze Ibayi findet. Während sich Sportchef Daniel Stucki und Klub-Boss David Degen das Gegentor auf der Tribüne intensiv diskutieren, nimmt es der gelbgesperrte Trainer Stephan Lichtsteiner verhältnismässig gelassen entgegen. An seiner Stelle steht Assistenztrainer Matthias Kohler an der Seitenlinie.
Die Worte, die der Deutsche in der Pause an sein Team richtet, bleiben ohne nachhaltigen Effekt. Imeri setzt mit einem brillanten Seitenwechsel Heule in Szene, der eiskalt zum 2:0 trifft. Der umgehende Basler Anschlusstreffer durch Joker Duranville ist nicht mehr als eine Randnotiz. Dann, nach zehn akzeptablen Minuten nach dem Seitenwechsel, stellt der FCB den Betrieb wieder komplett ein. Und die Thuner lassen keinen Zweifel mehr daran aufkommen, wessen Name womöglich schon kommende Woche direkt unter dem FCB auf den Meisterpokal eingraviert werden wird.
Nach einem Ballverlust von Shaqiri schaltet Heule drei Gänge höher als Gegenspieler Omeragic. Mit seinem Zuspiel findet Thuns Linksverteidiger Topskorer Rastoder, der Hitz keine Chance lässt. 3:1 für den Leader, der seinen 24. Saisonsieg einfährt. Und mit einem Heimsieg am nächsten Samstag gegen Lugano den Meistertitel auch rechnerisch klarmachen kann.
Die Tore
28. Minute, Christopher Ibayi, 1:0. Imeri lanciert aus der eigenen Spielhälfte Rastoder, der auf der linken Seite in den Sechzehner sprintet und den Ball zu Ibayi ins Zentrum rüberlegt. Der Thuner Stürmer kommt vor Schmid an den Ball und schiebt an FCB-Goalie Hitz vorbei ins Tor.
53. Minute, Michael Heule, 2:0. Imeri schlägt einen weiten Ball von der Mittellinie nach vorne in den Strafraum. Dort lässt Heule Vouilloz stehen, schliesst von Höhe des Elfmeterpunkts ab und erwischt Hitz in der linken Ecke.
56. Minute, Julien Duranville, 2:1. Ajeti gewinnt auf der rechten Seite den Ball und passt zu Duranville, der mit einem schönen Solo vor das Tor kommt und aus spitzem Winkel abzieht.
64. Minute, Elmin Rastoder, 3:1. Heule zieht auf der linken Seite mit einem Sprint im Duell Omeragic davon und spielt den Ball zum freistehenden Rastoder in die Mitte. Rastoder wird von der Basler Verteidigung nicht gestört und hat genug Zeit, sich den Ball zurechtzulegen und Hitz in der rechten Ecke zu bezwingen.
Die Stimmen
Thun-Verteidiger Michael Heule (gegenüber Blue): «Über das ganze Spiel gesehen ist es ein verdienter Sieg. Es ist toll, ein Tor zu schiessen, aber die Leistung der Mannschaft steht im Vordergrund. Wir sind eine Mannschaft, wo sich jeder mit jedem versteht. Jeder weiss, was er zu tun hat, daher funktioniert das so. Heute realisieren wir noch nicht, dass wir nächstes Wochenende Meister werden können. Wir freuen uns einfach über den Sieg. Je näher der Tag kommt, desto klarer wird es einem. Es gäbe nichts schöneres als zu Hause den letzten Schritt aus eigener Kraft zu machen. Das ist unser klares Ziel.»
FCB-Verteidiger Flavius Daniliuc (gegenüber Blue): «Es war insgesamt ein sehr schwieriges Spiel. Wir waren hin und wieder besser im Spiel, aber nicht gut genug, um hier Stand halten zu können. Wir konnten das Duell heute nicht so annehmen, wie wir es eigentlich geplant hatten. Es hat einen Grund, warum sie Meister werden. Es ist genau ihr Spiel, sie haben es durchgezogen – die ganze Saison schon. Sie sind effizient und kreieren Chancen. Unsere Leistung reichte einfach nicht. Der Brand war eine schwierige Situation für alle Beteiligten, aber nicht ausschlaggebend für ein Meisterschaftsspiel. Es hat eine emotionale Sache, die es bei uns auslöst. Aber auf dem Platz vergisst man solche Sachen ganz schnell.»
Der Beste
Michael Heule. Beweist erst Torjäger-Qualitäten wie Harry Kane. Dann Sprinter-Fähigkeiten wie Usain Bolt. Wahnsinn, was der Thuner Linksverteidiger abreisst.
Der Schlechteste
Nicolas Vouilloz. Beim 0:1 trabt der FCB-Rechtsverteidiger gemütlich zurück, beim 0:2 lässt er sich von Torschütze Heule austanzen. Beim 0:3 steht er nicht einmal mehr auf dem Platz.
Das gab zu reden
Aufgrund des Brandes im Basler Garderobentrakt hatte die ursprünglich für letzten Samstag angesetzte Partie aufs Cup-Wochenende verschoben werden müssen. Auf die Gelbsperre von Stephan Lichtsteiner hatte die Verlegung keinen Einfluss. Während der FCB-Trainer auf der Tribüne neben David Degen und Daniel Stucki Platz nimmt, übernimmt an der Seitenlinie Assistenztrainer Matthias Kohler das Zepter.
Die Schiris
Schiedsrichter Mirel Turkes entscheidet sich für eine strenge Linie, übersieht aber auch einige kleine Dinge. Zum Beispiel schenkt er dem FCB vor dem 2:0 einen Freistoss an der Mittellinie. Dass die Basler im Anschluss in einen dornröschenhaften Tiefschlaf verfallen, ist aber nicht die Schuld der Unparteiischen.
Die Fans
Bis vor den beiden Pleiten gegen den FCZ und Lugano hätten die Thuner ausgerechnet gegen den Noch-Meister aus Basel den Titel klarmachen können. Die Partie in der Stockhorn Arena war darum schon vor Wochen bis auf den letzten der 10’014 Plätze ausverkauft.
So gehts weiter
Kommendes Wochenende starten Thun und Basel mit der ersten Partie in der Championship Group. Thun bestreitet nächsten Samstag sogleich das nächste Heimspiel. Gegner in der Stockhorn Arena ist Lugano um 20.30 Uhr. Für Basel steht tags darauf zu Hause die Partie gegen Sion an (14 Uhr).
Nutze das Feature «Follow My Team» für Fussball- und Eishockey-Fans. Folge deinem Lieblingsverein ganz egal ob Super League oder National League – oder etwa auch bei den Nationalteams und in den internationalen Top-Ligen. So erhältst du personalisierte Inhalte, jedes Spiel live aufs Handy und verpasst keine Story mehr. Jetzt followen!
Nutze das Feature «Follow My Team» für Fussball- und Eishockey-Fans. Folge deinem Lieblingsverein ganz egal ob Super League oder National League – oder etwa auch bei den Nationalteams und in den internationalen Top-Ligen. So erhältst du personalisierte Inhalte, jedes Spiel live aufs Handy und verpasst keine Story mehr. Jetzt followen!
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 33 | 38 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 33 | 24 | 60 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 33 | 6 | 53 | |
5 | FC Sion | 33 | 16 | 52 | |
6 | BSC Young Boys | 33 | 5 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 33 | 3 | 40 | |
2 | Servette FC | 33 | 0 | 40 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 33 | -10 | 39 | |
4 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |






