Das Spiel
Rund einen Monat fehlte Alessandro Vogt mit einem Innenbandanriss im Knie. Gegen Zürich feiert der FCSG-Torjäger sein Comeback – und beweist einmal mehr, wie wichtig er für seine Mannschaft ist. Nur zehn Minuten braucht Vogt nach seiner Einwechslung, um seinen 15. Saisontreffer zu erzielen und die St. Galler damit zum 2:1-Sieg zu schiessen.
Dabei hätten die Ostschweizer auch ohne ihren Torjäger genügend Möglichkeiten, die Partie zu entscheiden. Allen voran in der ersten Hälfte sündigen sie jedoch im Abschluss. Erst bringt es Baldé aus kürzester Distanz fertig, Gegenspieler Berisha auf der Linie abzuschiessen (14.), dann vergibt Boukhalfa alleine vor Huber (18.).
Kurz nachdem Görtler dann endlich zur verdienten Führung trifft, gleichen die Zürcher mit ihrer ersten guten Möglichkeit aus. Die Espen hingegen zeigen sich weiter deutlich ineffizienter. Besonders Baldé fehlt es an diesem Nachmittag am nötigen Glück, er vergibt nach Vorarbeit von Daschner die nächste gute Chance (54.).
Zigi im Tor der Espen hat derweil lange wenig zu tun, muss dann gegen Cavaleiro einen Wahnsinns-Reflex auspacken, um dessen Doppelpack zu verhindern (61.). Mehr Spielanteile hat aber nach wie vor der FCSG – und dank Vogt münzen die Ostschweizer diese schlussendlich auch in drei Punkte um.
Ob das reicht, um nochmals so etwas wie Spannung in den Meisterkampf zu bringen? Nach dem Patzer von Leader Thun beträgt der Rückstand bei noch sechs ausstehenden Partien nun noch zwölf Punkte.
Die Tore
33. Minute, Lukas Görtler (Penalty), 1:0. Besio kommt nach einem Zweikampf mit Walker zu Fall. Schiedsrichter Schnyder lässt erst weiterlaufen, entscheidet nach VAR-Intervention aber doch auf Penalty. Diesen verwandelt Görtler souverän unten links.
36. Minute, Ivan Cavaleiro, 1:1. Keny wird auf der rechten Seite lanciert und setzt sich gleich gegen zwei FCSG-Verteidiger durch. Er legt im Strafraum quer zum völlig freistehenden Cavaleiro, der nur noch einschieben muss.
76. Minute, Alessandro Vogt, 2:1. Da sieht FCZ-Goalie Huber nicht wirklich gut aus. Vogt wird von Okoroji in die Tiefe geschickt. Der Joker zieht aus spitzem Winkel ab und erwischt Huber zwischen den Beinen.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Jozo Stanic (FCSG-Verteidiger): «Ich muss heute der ganzen Mannschaft ein grosses Kompliment machen. Wir wussten, dass es gegen den FCZ nicht einfach wird. Es war ein sehr intensives und robustes Spiel, aber wir haben es gut gemacht. Wir waren giftiger in den Zweikämpfen, das war am Ende der ausschlaggebende Punkt.»
Dennis Hediger (FCZ-Trainer): «Wir wussten, dass Druck kommt, haben aber solidarisch verteidigt. In der ersten Hälfte waren wir mit unseren Stürmern gegen ihre Innenverteidiger überlegen, aber nach der Pause haben wir keine Tiefe mehr ins Spiel gebracht. Die, die reingekommen sind, hätten uns nochmals Energie geben sollen, aber leider ist das nicht passiert.»
Der Beste
Lukas Görtler. Der Kilometerfresser ist mal wieder überall. Chef im Mittelfeld. Bringt den FCSG per Penalty in Führung. Kluge Pässe. Stark.
Der Schlechteste
Silas Huber. Ist mit dem Ball am Fuss eine Wucht und bringt auch sonst viel mit, was es für eine grosse Karriere braucht. Den Siegtreffer der St. Galler muss er trotzdem halten.
Das gab zu reden
Die Penaltyszene vor dem 1:0. Walker legt zwar im Luftduell den Arm um Besio, Schiri Schnyder aber lässt weiterlaufen. Dann meldet sich – warum auch immer – VAR Sandro Schärer und schickt seinen Kollegen an den Bildschirm. Eine klare Fehlentscheidung ist es nicht, trotzdem zeigt Schnyder auf den Punkt. Ob Schärer im VAR-Room langweilig geworden ist?
Die Schiris
Die beiden Assistenten sind zwei Zürcher. Benjamin und Marco. Für den FCZ aber pfeifen sie nicht. Sondern neutral. So wie Hauptschiedsrichter Urs Schnyder. Sie alle haben das Spiel im Griff. Für den umstrittenen Penalty sorgt VAR Sandro Schärer, der den Detektiven spielt.
Die Fans
Der St. Galler Stadionsprecher Richard Fischbacher packt zwei nicht steigerbare Adjektive aus, als er die Zuschauerzahl bekannt gibt. Restlos! Total! 20’036 Zuschauerinnen und Zuschauer sind im total, restlos ausverkauften Kybunpark zugegen. Auch der Gästeblock ist gewohnt überragend besetzt.
So gehts weiter
Der FCSG ist am Sonntag (16.30 Uhr) bei Luzern zu Gast. Der FCZ empfängt bereits am Samstag (18 Uhr) im heimischen Letzigrund Lugano.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 32 | 24 | 59 | |
3 | FC Lugano | 32 | 11 | 54 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 32 | 13 | 49 | |
6 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
7 | FC Luzern | 32 | 3 | 39 | |
8 | Servette FC | 32 | 0 | 39 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
10 | FC Zürich | 32 | -17 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 32 | -27 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 32 | -49 | 19 |






