Das Spiel
Ein letztes Raunen geht in der 87. Minute durchs Stadion. St. Gallens Efekele sorgt für eine im Ansatz gefährliche Schluss-Chance. Wenig später schütteln sich die beiden Teams die Hände.
Im Tourbillon herrscht ein Europa-Kampf. Die Meisterrunde kann beiden Teams niemand mehr wegnehmen. So schielt auch Sion klar Richtung der europäischen Plätze. Da hat sich St. Gallen schon längst festgekrallt. Die Espen haben mit dem Cup einen zweiten Europa-Pfeil im Köcher. Werden die Espen Cupsieger und bleiben unter den ersten drei, rutscht der Viertplatzierte nach und spielt die Conference-League-Qualifikation. Von diesem Platz träumt auch Sion.
Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Nach einer animierten Startphase treffen zuerst die Gäste nach einer starken Vorarbeit des Sturm-Youngsters Diego Besio (24.). Fünf Minuten später führt ein langer Abschlag von Sion-Goalie Racioppi zu einer brenzligen Situation und dem Eigentor von Daschner (29.). Dieser würde nach seinem Innenrist-Bock ins eigene Netz am liebsten im Boden versinken.
In der zweiten Halbzeit ist St. Gallen leicht besser, kreiert jedenfalls etwas mehr als die Gastgeber. So nahe an einer Heimniederlage war Sion seit über vier Monaten nicht. Damals, am 25. Oktober, gab es die letzte. Ein 0:1 gegen Thun.
Auch die Statistik zeigt: Im Tourbillon treffen zwei solide Teams aufeinander. Sion hat nach diesem Remis keines seiner letzten elf Heimspiele verloren. Und bei St. Gallen gilt eine solche Serie nicht nur für Heimspiele: elf Matches ohne Niederlage.
Die Tore
24. Minute, Lukas Görtler, 0:1. Diego Besio lässt Nias Hefti mit einem Haken stehen und zieht von rechts an der Strafraumgrenze nach innen. Sein Pass kommt präzise auf Görtler, der vom rechten Rand des Fünf-Meter-Raums eiskalt vollstreckt. Dies durch die Beine von Sion-Abwehrchef Kreshnik Hajrizi, der dem Espen-Captain viel zu viel Raum lässt.
29. Minute, Lukas Daschner (Eigentor), 1:1. Die St. Galler Hintermannschaft ist bei einem enorm langen Abstoss von Goalie Anthony Racioppi, der von St. Gallens Jozo Stanic per Kopf verlängert wird, nicht wach. Josias Lukembila kommt an den Ball, vernascht Tom Gaal und legt ab auf Benjamin Kololli. Der muss das Tor eigentlich machen, doch er trifft nur den Pfosten. Der Ball springt aber von Lukas Daschners Bein donnoch glücklilch ins Tor.
Die Stimme (gegenüber Blue)
Jan Kronig (Sion): «Wir haben die Top 6 jetzt auf sicher, aber wir haben Ambitionen und wollen mehr. Die Leistung heute bestätigt die ganze Saison. Gegen eine der besten Mannschaften konnten wir absolut mithalten. Der Weg, den wir jetzt seit ein, zwei Jahren gehen, macht wirklich Spass.»
Der Beste
Carlo Boukhalfa ist der Dreh- und Angelpunkt der Espen. Der Deutsche bringt einfach unglaubliche Energie auf den Platz.
Der Schlechteste
Ilyas Chouaref ist ein Schatten seiner selbst und nicht zu sehen. Natürlich: Er ist nach dem Ramadan am Ende seiner Kräfte. Stellt sich die Frage: Wieso erlöst ihn Didier Tholot nicht vorzeitig?
Das gab zu reden
Der Platz von Christian Constantin ist leer. Dabei verpasst der Präsident doch nie ein Spiel seines Spielzeugs. Auf der Tribüne weiss niemand, wo er steckt. Wir finden es heraus. Versprochen.
Die Fans
Gute Stimmung bei den 9000 Fans im Tourbillon an einem durchaus lauschigen Abend. Der Gästeblock ist voll, die grünschwarzen Fans beschäftigen sich mit ihrem Kleinkrieg gegen Polizei und Behörden, doch irgendwann dann auch mit dem Spiel.
So gehts weiter
Nach der Länderspielpause geht es für Sion am Ostermontag zum Gastspiel gegen GC im Letzigrund (14 Uhr) und St. Gallen empfängt den FCZ (16.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






