DAS SPIEL
Nach einer zähen ersten Halbzeit kommt Sion in Fahrt und fertigt die Gäste aus Lausanne 3:0 im Tourbillon ab. Franck Surdez kommt dabei zu seinem ersten Super-League-Treffer.
Sion macht von Beginn an mehr fürs Spiel. Während sich die Sittener um den Führungstreffer in der ersten Halbzeit bemühen, begnügen sich die Waadtländer mit der Abwehrarbeit. Dabei fällt besonders Lausannes Karim Sow auf. Der grossgewachsene Innenverteidiger geht hart in die Zweikämpfe und räumt hinten alles ab. Trotz deutlicher Überlegenheit kommt Sion in der ersten Halbzeit zu lediglich einer Top-Chance. Rilind Nivokazi kommt alleine vor das Lausanne-Tor, trifft aber nur den Waadtländer Keeper Karlo Letica, der die Null zur Pause festhält.
Lausanne versucht, in der Startphase der zweiten Hälfte aktiver zu werden, doch das Waadtländer Passspiel ist zu ungenau. Beide Mannschaften neutralisieren sich und die Partie droht dahinzuplätschern, ehe Kololli aus dem Nichts für das erste Tor der Partie sorgt. Der Treffer ist wie ein Weckruf für die Akteure auf dem Feld. Das Spiel nimmt Fahrt auf – zumindest auf einer Seite. Sitten drückt, was das Zeug hält und schnürt die Waadtländer komplett ein. Die Walliser kommen zu zwei Elfmetern. Kabacalman verzieht den ersten kläglich übers Tor, bevor Chouaref den zweiten souverän versenkt. Lausanne gibt kaum mehr Gegenwehr und überlässt Sion das Spiel. So setzt dann auch Surdez mit seinem ersten Super-League-Tor den 3:0-Schlusspunkt.
DIE TORE
57. Minute, Benjamin Kololli, 1:0. Aus dem Nichts schlägt Sion zu. Soppy will einen hohen Ball klären, produziert dabei aber eine Kerze ins Zentrum. Nivokazi schirmt stark ab und legt auf Kololli ab. Der Routinier steht plötzlich alleine vor dem Tor, bleibt cool und schiebt überlegt in die entfernte Ecke ein.
70. Minute, Ilyas Chouaref, 2:0. Nachdem Kabacalman zuvor kläglich vom Elfmeterpunkt scheitert, zeigt Chouaref, wie man den Strafstoss richtig versenkt – linke Ecke unhaltbar für Lausannes Letica.
74. Minute, Franck Surdez, 3:0. Franck Surdez erzielt gegen Lausanne seinen ersten Super-League-Treffer. Théo Berdayes bedient Surdez, der nicht lange fackelt und den Ball souverän einschiebt.
DER BESTE
Baltazar Costa zeigt im Mittelfeld eine hervorragende Leistung, gewinnt zahlreiche Bälle zurück und sorgt für die richtigen Impulse im Angriff. Ein rundum gelungenes Spiel des Brasilianers.
DER SCHLECHTESTE
Was für ein katastrophaler Einstand von Brandon Soppy! Er ist am 1:0 schuld und verursacht das Foul, das zum Elfmeter zum 2:0 führt. Der französische Rechtsverteidiger ist viel zu nachlässig. In der Super League wird das nicht verziehen – selbst wenn man zuvor in der Ligue 1 und der Serie A gespielt hat.
DAS GAB ZU REDEN
Witzige Szene in der 27. Minute: Numa Lavanchy will direkt neben der Bank von Lausanne-Sport einen Einwurf schnell ausführen. Lausannes Ersatzgoalie Thomas Castella schnappt sich aber den Ball und wischt ihn mit seinem Trikot ab, um den rechten Aussenverteidiger des FC Sion an der Ausführung zu hindern. «Aber hör doch auf...», tadelt ihn Lavanchy, halb ernst, halb amüsiert. Die beiden kennen sich sehr gut aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Lausanne.
DIE FANS
Der Zuschauerandrang ist an diesem Sonntag im Tourbillon-Stadion recht ordentlich. Von den angekündigten 12’000 Zuschauern – eine wie immer unrealistische Zahl – kann zwar keine Rede sein, doch das Stadion ist dennoch gut gefüllt. Der Gästeblock ist bis auf den letzten Platz besetzt. Zwischen den beiden Fanblöcken gibt es keine nennenswerten Zwischenfälle, zumindest nicht im Stadion.
DIE SCHIRIS
Wie so oft zeigt Anojen Kanagasingam eine sehr gute Leistung. Der Berner Schiedsrichter leitet das Derby perfekt und wird seinem Status als Fifa-Schiedsrichter einmal mehr gerecht. Er ist stets nah am Geschehen, zückt die Karten, wenn nötig, und beweist Spielverständnis. Der erste Elfmeter, den er für Sion pfeift, ist gerechtfertigt, und er braucht den VAR nicht, um das Ziehen am Trikot von Karim Sow an Rilind Nivokazi zu sehen. Der zweite ist eindeutig.
SO GEHTS WEITER
Lausanne empfängt nach der Cup-Pause vom nächsten Wochenende am Samstag, 25. April (18 Uhr) den FCZ. Sion reist tags darauf nach Basel (14 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 33 | 24 | 60 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 33 | 16 | 52 | |
6 | BSC Young Boys | 33 | 5 | 48 | |
7 | FC Luzern | 33 | 3 | 40 | |
8 | Servette FC | 33 | 0 | 40 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 33 | -10 | 39 | |
10 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |






