Das Spiel
Ausgerechnet Daniel Dos Santos könnte mit seinem Traumtreffer den Thuner Meistertitel vertagen. Der Offensivspieler stammt aus Interlaken im Berner Oberland und ist ein waschechter FC-Thun-Junior. Nach seinem sehenswerten Schlenzer, dem Siegtreffer beim 1:0-Sieg der Luganesi, verzichtet er entsprechend auch aufs Jubeln.
Es ist ein Tor, das zu diesem Zeitpunkt der Partie zumindest ein wenig überraschend kommt. Die Berner Oberländer kommen eigentlich besser aus der Pause, treffen in Person von Heule aber nur den Aussenpfosten. Das Aluminium verhindert bereits in der Anfangsphase zwei Treffer, als erst Lugano-Flügel Steffen am Pfosten (5.) und dann Thuns Imeri an der Latte (21.) scheitert.
Auch im Anschluss kommt es auf beiden Seiten immer wieder zu gefährlichen Aktionen. So zum Beispiel, als Meichtry nach einer halben Stunde Lugano-Goalie Saipi prüft. Auf der anderen Seite ist es immer wieder Captain Steffen, der für Unruhe in der Defensive der Berner Oberländer sorgt – auch kurz vor dem Seitenwechsel, als er seinen Namensvetter im Thun-Goal zu einer Glanztat zwingt.
Nach dem Rückstand bemüht sich der Leader um eine Reaktion, so wirklich gefährlich wird es in der Schlussphase allerdings nur einmal. Und weil Saipi den Abschluss von Reichmuth in der Nachspielzeit stark pariert, kassieren die Thuner nur zwei Wochen nach der ersten Pleite des Jahres die nächste Niederlage.
Das Tor
60. Minute, Daniel Dos Santos, 1:0. Was für ein Traumtor! Steffen lanciert auf der linken Seite Dos Santos, der in Richtung des gegnerischen Strafraums marschiert. Der Ex-Thuner macht gegen Montolio einen Haken und schlenzt den Ball sehenswert ins Lattenkreuz.
Die Stimmen
Daniel Dos Santos (Lugano-Torschütze, gegenüber Blue): «Das Tor gibt mir sicher einen Extra-Push für die nächsten Wochen. Wir waren von der ersten Minute an parat und haben die Mentalität auf den Platz gebracht. Wir wussten, dass die Thuner 90 Minuten wie Verrückte pressen, aber wir haben uns gut vorbereitet. Wir sind eine spielstarke Mannschaft und konnten Thun heute so in Bedrängnis bringen.»
Leonardo Bertone (Thun-Captain, gegenüber Blue): «Die Niederlage schmerzt weniger, als wie wir aufgetreten sind. Das war überhaupt nicht das, was Thun verkörpert. Wir haben heute nichts auf den Platz gebracht und wenn wir unser Spiel nicht machen, reicht es nicht. Die Intensität mit und gegen den Ball hat nicht gestimmt. Es war ein etwas träges Spiel von uns.»
Antonios Papadopoulos (Lugano-Verteidiger, gegenüber Blue): «Es war ein richtig geiler Sieg. Aber es war uns klar, weil wir super trainiert haben. Wir sind hinten gut gestanden und haben vorne das Tor gemacht – manchmal kann Fussball so einfach sein. Thun macht es die ganze Saison über richtig gut, aber wir haben die letzten beiden Spiele gewonnen und wir fahren in ein paar Wochen nach Thun, um wieder zu gewinnen.»
Der Beste
Während viele seiner Mitspieler aus aussichtsreicher Position sündigen (Cimignani, Steffen), zirkelt Daniel Dos Santos seinen Schuss in der 60. Minute haargenau ins Lattenkreuz und zeigt, warum Lugano vor zwei Jahren für ihn knapp eine Million Franken ins Berner Oberland überwiesen hat.
Der Schlechteste
Brighton Labeau. Schlechte Zweikampfwerte und ohne Torgefahr. Gehört zu den ersten, die vom Feld müssen.
Das gab zu reden I
In der 41. Minute ist es so weit: Steffen prüft Steffen! Der Thun-Goalie behält gegen den Schlenzer des Lugano-Stars die Oberhand. Beide haben eine Vergangenheit beim FC Solothurn, verwandt sind Renato Steffen (34) und Niklas Steffen (25) aber nicht. Der Thun-Goalie ist neun Jahre jünger und kann sich daran erinnern, dem Flügelflitzer früher nachgeeifert zu haben, als dieser in der ersten Mannschaft beim FC Solothurn spielte. Danach schaffte Renato Steffen den Sprung in den Profifussball. Zu wem? Dem heutigen Gegner und Bald-Meister Thun. Niklas Steffen ging nach der Solothurn-Zeit schon in der Jugend zum FCB. Dem Thun-Gegner vom nächsten Wochenende.
Das gab zu reden II
Kurz nach der fixen Verpflichtung von Goalie David von Ballmoos (31) per Kaufoption von YB muss Lugano schon wieder auf seinen Keeper verzichten. Der Emmentaler hat am Donnerstag im Training eine Muskelzerrung im Adduktorenbereich erlitten. Amir Saipi (25) rückt zum zweiten Mal in dieser Saison zurück zwischen die Pfosten und bestreitet sein 22. Ligaspiel in dieser Saison – obwohl Von Ballmoos im September als Nummer eins geholt wurde.
Die Schiris
Johannes von Mandach leitet das Spiel. Manchmal fällt er auf wohl zu leichte Fall-Aktionen von Spielern beider Teams herein – Aktionen, die er weiterlaufen lassen könnte. Die Akteure des gerade betroffenen Teams regen sich mehrmals fürchterlich auf. Aber Von Mandach steht ansonsten nicht gross im Mittelpunkt.
Die Fans
4’638 Fans sind im bereits zur Hälfte abgerissenen Cornaredo, das an diesem Samstag fast voll ist. Zum allerletzten Mal sind die Thuner Fans hier Gast. Das warme Frühlingswetter meint es nochmals gut mit ihnen für diese Auswärtsreise ins Tessin. Das letzte Duell mit Lugano in dieser Saison findet für die Thuner am 25. April in der Stockhorn-Arena statt. Ab der nächsten Saison gastiert Thun in Lugano dann einige Meter vom altehrwürdigen Cornaredo entfernt – in der nigelnagelneuen AIL-Arena, die schon bereit steht und auf den Bezug wartet.
So gehts weiter
Noch ein Spieltag steht vor der Liga-Trennung an. Lugano ist am nächsten Samstag (18 Uhr) beim FCZ zu Gast, Thun empfängt am selben Tag (20.30 Uhr) den FCB.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Lugano | 32 | 11 | 54 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
6 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
7 | FC Luzern | 31 | 6 | 39 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
9 | Servette FC | 31 | -3 | 36 | |
10 | FC Zürich | 31 | -16 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 31 | -23 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 32 | -49 | 19 |






