Das Spiel
Lange sieht es so aus, als würden zwischen Lugano und YB keine Tore fallen. Wenige Minuten vor Schluss köpfelt Steffen die Tessiner aber doch noch zum verdienten Sieg. Für die Berner hat sich der Europa-Traum damit ausgeträumt. Zum ersten Mal seit 13 Jahren verpassen sie das internationale Geschäft.
Und eigentlich müsste das Team von Mattia Croci-Torti bereits in der Anfangsphase in Führung gehen, Startelf-Rückkehrer Behrens kann aus bester Position aber zweimal nicht verwerten. Von den Bernern kommt vor dem Seitenwechsel bis auf einen Abschluss von Essende (10.) wenig, immerhin haben sie die Lugano-Offensive nach dem fulminanten Auftakt aber deutlich besser im Griff.
Das ändert sich zu Beginn der zweiten Hälfte wieder, die so anfängt, wie die erste: mit einer Grosschance für die Tessiner. Delcroix kommt nach einer Ecke völlig freistehend zum Kopfball, scheitert aber am mirakulös reagierenden Keller. Ähnlich wie vor der Pause verliert die Partie im Anschluss aber etwas an Fahrt. Erst in der Schlussphase schalten beide Teams wieder einen Gang hoch – allen voran die Luganesi, die sich dank Steffen den vierten 1:0-Sieg in Folge holen.
Das Tor
84. Minute, Renato Steffen, 1:0. Grgic bringt den Ball von der rechten Seite zur Mitte. Dort steht Steffen völlig frei und köpfelt unbedrängt zur Führung ein.
Die Stimmen
Darian Males (YB): «Das ist nicht YB-like (fünf sieglose Spiele in Folge, d. Red.). Es war ein sehr schwieriges Spiel. Lugano hat es sehr gut gemacht. Wir haben über 90 Minuten zu wenig Chancen herausgespielt. Am Schluss kann das Spiel auch 0:0 ausgehen, aber in unserer Situation fällt er rein.»
Renato Steffen (Lugano): «Es war kein einfaches Spiel. Wir hatten zwar viel den Ball, vor dem Tor aber nicht die nötige Entschlossenheit. Nachher war es ein Spiel auf Messers Schneide. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie mega gefährlich waren, aber YB hat die Qualitäten in der Offensive, um immer ein Tor zu schiessen. Dann mussten wir geduldig bleiben und die Chance nutzen und das habe ich mit meinem Kopfball gemacht.»
Der Beste
Renato Steffen. Der Matchwinner. Beschert mit seinem Kopfballtor seiner Mannschaft den vierten 1:0-Sieg hintereinander.
Der Schlechteste
Samuel Essende. Kriegt wieder die Chance von Anfang an. Nutzt sie aber überhaupt nicht. Das Warten auf sein erstes Super-League-Tor geht weiter.
Das gab zu reden
Bislang galt Jonathan Sabbatini (38) mit 437 Einsätzen als Rekordspieler des FC Lugano – vor zweieinhalb Jahren wurde er dafür sogar offiziell geehrt. Doch jetzt ist alles anders. Wie die Bianconeri auf ihrer Homepage schreiben, habe eine neue Aufarbeitung der Klubhistorie eine überraschende Wende gebracht: Ein bislang nicht vollständig erfasster Wettbewerb wurde entdeckt – und rückt Vincenzo Brenna (81) nach vorne. Der frühere Nationalspieler und Cupsieger von 1968 kommt neu auf 441 Spiele im Trikot der Bianconeri und ist damit der neue alleinige Rekordhalter. Vor dem Anpfiff wurde Brenna entsprechend geehrt.
Die Schiris
Johannes von Mandach (Schiedsrichter), Susanne Küng (Assistent), David Huwiler (Assistent), Lukas Fähndrich (VAR). Keine nennenswerte heisse Szenen, die es für das Schiri-Gespann zu beurteilen gibt.
Die Fans
4319 Fans verfolgen das drittletzte Spiel im Cornaredo. Aus Lugano-Sicht bleibt die Hoffnung, dass die beiden letzten Heimpartien gegen Basel und St. Gallen deutlich attraktiver ausfallen.
So gehts weiter
Lugano empfängt am nächsten Sonntag (14 Uhr) den FCSG. YB spielt am selben Tag (16.30 Uhr) zu Hause gegen den FCB.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 35 | 35 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 35 | 22 | 63 | |
3 | FC Lugano | 35 | 14 | 63 | |
4 | FC Sion | 35 | 21 | 58 | |
5 | FC Basel | 35 | 6 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 35 | 3 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 35 | 6 | 46 | |
2 | Servette FC | 35 | 4 | 46 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 35 | -9 | 42 | |
4 | FC Zürich | 35 | -21 | 35 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 35 | -28 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 35 | -53 | 20 |






