Das Spiel
Wer diesem Spiel auf Biegen und Brechen eine besondere Bedeutung verleihen wollte, konnte die Partie als Spitzenkampf betiteln – allerdings halt eben nur von der Relegation Group. Siebter gegen Neunter statt Kampf um den Titel.
Entsprechend gemächlich lassen es beide Mannschaften am Samstag auch angehen. Lausanne versprüht etwas mehr Lust und Spielfreude, während Luzern vor allem mit teilweise unerklärlichen Fehlzuspielen auffällt. Zur unkonzentrierten Vorstellung des FCL passt, dass es nach einem ruhenden Ball zum ersten Mal einschlägt. Zunächst wird das 1:0 durch Jamie Roche noch vom Linienrichter wegen Abseits kassiert. Sandro Schärer aber kann nach dem Gala-Auftritt in der Champions League auch als VAR glänzen und korrigiert den Entscheid nachträglich.
Bis zur Pause ist bei Luzern der Wurm drin. Kevin Spadanuda, vor Wochenfrist gegen GC noch Doppel-Torschütze, vergibt die beste FCL-Chance kläglich. In der Kabine aber scheint Noch-Trainer Mario Frick die richtigen Worte zu finden. Nach dem Seitenwechsel geht Luzern mit viel mehr Elan ans Werk. Di Giusto scheitert kurz nach Wiederanpfiff noch an der Latte, eine Minute später ist dann Tyron Owusu für den Ausgleich zur Stelle.
Ab da ist es ein munterer, aber nicht mehr allzu energisch geführter Kick mit Vorteilen für Luzern. Und er hält noch zwei herrliche Luzerner Tore bereit. Beide macht Luzerns Talent Andrej Vasovic. Zuerst nimmt der Youngster volles Risiko bei einem Ball an der Strafraumgrenze, indem er die Kugel mit voller Wucht direkt nimmt und sehenswert trifft. In der Schlussphase schliesst der Stürmer dann auch noch einen Tempo-Konter herrlich mit einem Lupfer zum Schlussresultat von 3:1 ab und sichert seinem Team die drei Punkte. Luzern ist damit neu Leader – wenn auch nur in der Relegation Group.
Die Tore
19. Minute, Jamie Roche, 1:0: Beim zweiten Eckball für Lausanne klingelts. Nach einer Verlängerung per Kopf von Sow landet der Ball am zweiten Pfosten bei Jamie Roche. Dieser trifft aus kurzer Distanz. Mittels kalibrierter Linie wird der ursprüngliche Offside-Entscheid vom VAR korrigiert.
53. Minute, Tyron Owusu, 1:1: Der Ball fliegt durch Lausannes Strafraum, kommt auf der Seite zu Ciganiks, der nochmals eine scharfe Flanke in die Mitte schlägt. Owusu rauscht heran und trifft vor dem Verteidiger zum Ausgleich.
66. Minute, Andrej Vasovic, 1:2: Kevin Mouanga will einen langen Ball per Kopf klären, legt die Kugel mittig vor den Strafraum. Dort packt Vasovic den Hammer aus und trifft sehenswert mit einer Direktabnahme.
90+3. Minute, Andrej Vasovic, 1:3: Lausanne drückt nochmals auf den Ausgleich, rennt aber in einen Konter. Vasovic enteilt den Waadtländern und schliesst mit einem herrlichen Lupfer über Letica ab.
Die Stimmen
Andrej Vasovic: «In der ersten Halbzeit war sicherlich auch nicht alles schlecht. Aber wir konnten uns definitiv steigern. Ich bin sehr zufrieden und auch dankbar, dass ich mir einen Platz in der Startelf erkämpfen konnte. Ich weiss aber auch, wie es ist, wenn man auf der Bank sitzen muss. Jetzt wollen wir noch einen Klubrekord aufstellen und die 70 Tore-Marke knacken. Damit wollen wir den Fans etwas zurückgeben.»
Mario Frick: «Wir hatten zwei, drei Spieler, die nicht auf dem Niveau waren, wie wir das gerne gehabt hätten. Die zweite Halbzeit war dann absolut top. Andrej Vasovic lässt in jedem Spiel sein Leben auf dem Platz und im Moment zeigt er auch die nötige Effizient. Klar, er hat noch seine Makel, aber daran kann man arbeiten. Vor dem Tor ist er aber ein Monster.»
Der Beste
Andrej Vasovic ist einer der wenigen Luzerner, die in der ersten Halbzeit überzeugen können, während seine Teamkollegen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Dafür wird er belohnt, indem er in der 66. Minute das schöne 2:1 erzielt. In der Schlussphase entscheidet er die Partie dann noch mit einem lässigen Heber. Eine richtig starke Leistung des jungen Luzerner Talents.
Der Schlechteste
Theo Bair will sich für das kanadische WM-Kader empfehlen. Doch der Hattrick, mit dem er YB in der Vorrunde im Alleingang abschoss, ist Lichtjahre entfernt. Nach seiner schweren Knöchelverletzung ist er noch nicht wieder der alte und wirkt träge. 2026 hat er noch kein Tor geschossen.
Das gab zu reden
Bei Lausanne wurde Peter Zeidler nach dem Verpassen der Meisterrunde entlassen. Dass der Deutsche nun mit GC bereits einen neuen Klub gefunden hat, ist ein heisses Diskussionsthema am Samstagabend in Lausanne. Erst Anfang Woche war Zeidler noch in der Stadt, um seine letzten Sachen abzuholen. Nun ist der 16. Mai zum ganz besonderen Datum geworden. Am letzten Spieltag der Saison trifft Lausanne auf … GC und Peter Zeidler.
Die Schiris
Leroy Hartmann, der zweite Assistent von Hajrim Qovanaj (erster Match in der Super League), ist der Ansicht, dass Jamie Roche beim 1:0 für Lausanne im Abseits steht, wird jedoch nach gut zwei Minuten des Zögerns durch Sandro Schärer am VAR gerettet. Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden.
Die Fans
Die 350 angereisten Luzerner Fans brennen vor Anpfiff ordentlich Pyro ab und sorgen einige Minuten lang für neblige Sicht. Der Lausanner Anhang hält sich diesbezüglich zurück. Insgesamt sind 5318 Zuschauer im Stade de la Tuilière.
So gehts weiter
Beide Teams stehen am kommenden Samstag wieder im Einsatz. Am drittletzten Spieltag der Saison geht es für Lausanne auf die Schützenwiese nach Winterthur (Anpfiff um 18 Uhr). Später am Abend empfängt Luzern zu Hause Servette.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 35 | 35 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 35 | 22 | 63 | |
3 | FC Lugano | 35 | 14 | 63 | |
4 | FC Sion | 35 | 21 | 58 | |
5 | FC Basel | 35 | 6 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 35 | 3 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 35 | 6 | 46 | |
2 | Servette FC | 35 | 4 | 46 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 35 | -9 | 42 | |
4 | FC Zürich | 35 | -21 | 35 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 35 | -28 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 35 | -53 | 20 |






