Das Spiel
Wenn ein Team nach einer äusserst harmlosen ersten Halbzeit zur Pause noch den besten Offensivspieler verliert, bedeutet das meistens nichts Gutes. Nicht so beim FC Basel an diesem Donnerstagabend: Nach der Auswechslung des angeschlagenen Shaqiri ist es ausgerechnet dessen Ersatz Salah, der sechs Minuten später das 1:0 für das Heimteam auflegt. Traoré köpfelt anschliessend ein.
Es ist ein fürstlicher Lohn für einen bis dahin mässigen Auftritt des Heimteams: GC ist in der ersten Halbzeit die gefährlichere Mannschaft. Frey bleibt nach 20 Minuten aus einem Durcheinander im FCB-Strafraum am glänzend reagierenden Hitz hängen, später verziehen Abels und Asp Jensen nur knapp.
Nur: Die Zürcher verpassen es, dabei etwas Zählbares herauszuholen. Und fallen nach dem Gegentor wieder ins altes Fahrwasser zurück. Zwar bleiben sie auch dank einer starken Doppelparade von Hammel gegen Cissé und Duranville – der in der Nachspielzeit auch noch mit einem Schuss beide Pfosten trifft – bis zum Schlusspfiff dran, kitzeln können sie die Basler Defensive aber nur noch selten. Und wenn doch, dann ist Hitz zur Stelle: Die Abschlüsse von Ngom und Krasniqi hält er ohne Probleme.
So reicht Traorés Tor Basel zu einem glanzlosen Sieg gegen den Tabellenvorletzten, womit die Basler mitten im Rennen um Europacup-Rang 3 bleiben. GC verliert dagegen nach dem Erfolgserlebnis gegen Lugano Rang 10 wieder etwas aus den Augen – und in der Nachspielzeit auch noch Captain Abrashi, der wegen einer Tätlichkeit vom Platz fliegt. Im Anschluss kommt es dann noch zu einem Wortgefecht mit FCB-Trainer Lichtsteiner (siehe Video oben).
Das Tor
51. Minute, Bénie Traoré, 1:0. Für einmal ist die GC-Verteidigung nicht wirklich bei der Sache: Shaqiri-Ersatz Salah schleicht sich nach einer hohen Flanke im Rücken der Zürcher Abwehr davon, bevor sein Zuspiel ins Zentrum den völlig freistehenden Traoré findet, Dieser drückt seinen Kopfball über die Linie. Hammel ist noch dran, kann das Gegentor aber nicht mehr verhindern.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
FCB-Verteidiger Becir Omeragic: «Der Sieg ist das Wichtigste. Wir sind gut gestartet, haben das Spiel dann aber etwas verloren. Dann sind wir gut zurückgekommen und haben das Tor gemacht. Ich probiere hinten zu helfen und mache das Beste für die Mannschaft.»
GC-Stürmer Michael Frey: «Ich glaube, ein Punkte wäre eventuell dringelegen. Wenn ich die erste Halbzeit anschaue, da haben wir sehr gut gepresst, gefährliche Aktionen herausgespielt. Wir können sicher Gutes mitnehmen, aber keine Punkte. Im letzten Drittel müssen wir noch effektiver werden, jeder muss in den Sechzehner rein und das Tor machen wollen. In der zweiten Halbzeit haben wir in einer halben Minute Unterzahl sofort das Tor bekommen. Und danach waren wir zu wenig effektiv.»
FCB-Coach Stephan Lichtsteiner: «Nach 15 Minuten haben wir komplett den Faden verloren, extrem viele Bälle verloren, waren extrem passiv. Bis zur Pause waren wir unter Druck. Nach der Pause war es besser, wir machen das 1:0, haben dann aber auch viele Fehler gemacht, in denen wir gute Aktionen herausspielen könnten. Schlussendlich ist es ein hart erkämpfter Sieg.»
GC-Verteidiger Sven Köhler: «Heute war es ganz klar unsere Offensive. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und kaum eine Torchance zugelassen. Mit der ersten richtigen Torchance geht Basel in Führung. Aber was wir für Umschaltsituationen haben, was wir für Situationen im Sechzehner haben... da fehlen mir fast die Worte, muss ich wirklich sagen. Das funktioniert so nicht, wie man so sorglos mit dem Ball umgehen kann und Chancen liegen lässt, letzte Pässe liegen lässt. Das Spiel hätte heute vielleicht einen anderen Sieger verdient gehabt.»
Der Beste
Marwin Hitz. Verhindert mit seiner Flugeinlage die Zürcher Führung. Auch danach ist alles, was aufs Basler Tor kommt, sichere Beute für den FCB-Keeper.
Der Schlechteste
El Bachir Ngom. Der GC-Verteidiger lässt sich erst zweimal von Traoré austanzen, um den FCB-Flügel danach aus sicherer Distanz beim Erzielen des Führungstreffers zu beobachten.
Das gab zu reden
Nach seiner Startelf-Pause auf dem Lausanner Kunstrasen darf Xherdan Shaqiri auf dem heimischen Joggeligrün wieder von Beginn an auflaufen – allerdings auf ungewohnter Position. Stephan Lichtsteiner parkiert seinen Captain auf dem rechten Flügel. Bereits zur Pause beendet Lichtsteiner sein Experiment wieder. Aber nicht indem er Shaqiri ins Zentrum schiebt, sondern indem er ihn vom Platz nimmt. Muskuläre Problem, lässt der FCB ausrichten.
Die Schiedsrichter
Schiedsrichter Luca Cibelli, lässt viel laufen. Etwas zu viel, wenn es nach dem Geschmack von FCB-Coach Stephan Lichtsteiner geht. Der holt sich eine Viertelstunde vor Schluss eine Verwarnung für Reklamieren ab. Danach packt Cibelli seine Gelbe Karte doch noch mehrfach aus. VAR Luca Piccolo schaut sich nach 20 Minuten eine unübersichtliche Aktion im FCB-Strafraum noch einmal ganz genau an, findet aber kein strafbares Vergehen.
Die Fans
23'149 Fans verfolgen die Partie im Joggeli. Das, was sie in der zweiten Halbzeit zu sehen bekommen, dürfte den meisten etwas besser gefallen.
So gehts weiter
Beide Teams schliessen die englische Super-League-Woche am Sonntag ab. Der FC Basel reist dann in die Ostschweiz, wo er um 14 Uhr auf St. Gallen trifft. Am gleichen Nachmittag um 16.30 Uhr empfängt GC im Zürcher Letzigrund Lausanne.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






