Das Spiel
Rückschlag im Kampf um Europa: Ein harmloser FC Basel verliert im ersten Spiel im St. Jakob-Park nach dem Kabinenbrand mit 0:2. Es ist der erste Sittener Liga-Sieg in Basel seit 37 Spielen (1997) – der erste in der Super-League-Ära (seit 2003/04).
Vom FC Basel kommt von Anfang an fast nichts. Einzig eine brenzlige Situation bringen die Hausherren vor der Pause zustande. Nach einer Koindredi-Flanke von rechts fällt Albian Ajeti im Strafraum. Es kommt zu einem leichten Kontakt zwischen Kreshnik Hajrizi und dem FCB-Stürmer, weshalb sich die Walliser nicht über einen Penalty hätten beschweren dürfen.
Weil dann auch defensiv ein Fehler zu viel passiert und Sion seine erste Torchance direkt verwandelt, gerät der FCB Mitte der ersten Halbzeit in Rückstand. Beinahe hätte Josias Lukembila nur drei Minuten nach dem 1:0 nachgedoppelt – sein Kopfball geht aber am Tor vorbei.
In der zweiten Halbzeit macht Lukembila sein Tor dann doch noch, während das Team von Trainer Stephan Lichtsteiner im Angriff harmlos bleibt. Weil der in der 71. Minute eingewechselte Moritz Broschinski drei Minuten später im Strafraum zu Fall gebracht wird und der VAR dieses Mal eingreift, kommt der FCB doch noch zu einer ersten Grosschance. Der Gefoulte tritt gleich selber an, scheitert aber an Sion-Keeper Anthony Racioppi. Sein Torkonto bleibt bei einem Super-League-Treffer aus 19 Spielen.
Auch wenn Traoré noch zur besten Basler Möglichkeit aus dem Spiel heraus kommt, gerät der Sittener Vorsprung nicht mehr ernsthaft ins Wanken.
Sion überholt den FCB dank des Sieges und steht neu auf Platz vier, der im Falle eines St. Galler Cupsiegs für das internationale Geschäft reichen würde.
Die Tore
24. Minute, Rilind Nivokazi, 0:1. Ilyas Chouaref wird über rechts in die Tiefe geschickt und flankt direkt ins Zentrum. Dort ist Nivokazi wacher als Becir Omeragic. Er geht dem Ball anders als der FCB-Verteidiger entgegen, nimmt den Ball an und drischt ihn mit dem zweiten Kontakt aus spitzem Winkel trocken ins Netz.
60. Minute, Josias Lukembila, 0:2. Der gebürtige Lausanner zieht von der Strafraumgrenze ab und trifft haargenau flach in die untere rechte Ecke. Sein Schuss wird mit links aus halbrechter Position abgegeben.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
FCB-Goalie Marwin Hitz: «Es war sehr unglücklich. Sion war sehr effektiv. Wir waren eigentlich immer okay im Spiel, es hat aber immer etwas gefehlt. Es fehlt Überzeugung und Selbstvertrauen, um überlegener zu sein und das Tor auch zu erzwingen.»
Der Beste
Ilyas Chouaref. Bleibt gegen seinen Lieblingsgegner zwar ohne Tor, bereitet aber den ersten Treffer vor. Und das zweite leitet der Walliser Flügel mit einem brillanten Pass ein.
Der Schlechteste
Moussa Cissé. Erhält den Vorzug gegenüber Schmid. Beide Gegentore fallen über die Seite des Linksverteidigers, für den alles ein wenig zu schnell zu gehen scheint.
Das gab zu reden I
Eine Viertelstunde vor Schluss hätte der FCB nach einem Penaltypfiff noch einmal zurück ins Spiel finden können. Ohne den verletzten Shaqiri auf dem Platz schnappt sich aber nicht etwa Bénie Traoré den Ball, der in dieser Saison alle seine drei Versuche verwandelt hat. Nein, der gefoulte und erst kurz zuvor eingewechselte Moritz Broschinski läuft aus elf Metern an – und scheitert mit seinem schwachen Schuss an Sion-Keeper Racioppi.
Das gab zu reden II
Aufgrund der Kabinen-Situation nach dem Brand im St. Jakob-Park liefen die beiden Teams von verschiedenen Seiten ins Stadion.
Die Fans
26’502 Zuschauende verfolgen das im Europacup-Rennen so wichtige Duell zwischen Basel und Sion. Rückblickend hätten vor allem die FCB-Fans den sonnigen Nachmittag lieber anderweitig genutzt.
Die Schiris
Lukas Fähndrich lässt sehr, sehr viel durchgehen. Darunter auch eine Szene in der ersten Halbzeit, in der Hajrizi Ajeti im Walliser Strafraum aus dem Tritt bringt, sodass dieser einen Flankenball knapp verpasst. Hätte Fähndrich auf den Punkt gezeigt, hätte VAR Anojen Kanagasingam kaum eingegriffen.
So gehts weiter
Am ersten Mai-Wochenende steht die zweite Runde der Meisterrunde auf dem Programm. Basel empfängt am Samstag (20.30 Uhr) den FC Thun, der sich dann endlich den Meistertitel sichern will. Sion reist am Sonntag zum zweitplatzierten FC St. Gallen (14 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 34 | 37 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 34 | 25 | 63 | |
3 | FC Lugano | 34 | 13 | 60 | |
4 | FC Sion | 34 | 18 | 55 | |
5 | FC Basel | 34 | 4 | 53 | |
6 | BSC Young Boys | 34 | 4 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 34 | 4 | 43 | |
2 | Servette FC | 34 | 2 | 43 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 34 | -7 | 42 | |
4 | FC Zürich | 34 | -21 | 34 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 34 | -26 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 34 | -53 | 19 |






