Das Spiel
In der letzten Minute der regulären Spielzeit crasht ein YB-Joker die grosse Basler Party: Ebrima Colley, der einen Essende-Schuss mit der Hacke spektakulär ins Tor befördert. Und es ist ein Tor von betörender Schönheit und unglaublicher Wichtigkeit für die Berner. Denn hätte YB verloren, der Rückstand auf die Teams auf Platz drei und vier wäre auf neun respektive acht Punkte angewachsen. Nun sind es unverändert sechs auf den FC Basel. Was bedeutet, dass YB den Traum von Europa (noch) nicht begraben muss.
Es ist ein würdiges Duell – von Spitzenkampf kann man ja bei einem Fight zwischen dem Vierten und Sechsten nicht sprechen –, den die beiden Giganten der vergangenen Jahre auf den Joggeli-Rasen zaubern. Knackige Zweikämpfe, höchste Intensität, Tore und Eigentore, Karten, umstrittene Schiri-Entscheide und ausbleibende VAR-Interventionen – und Trainer am Rande des Nervenzusammenbruchs.
Sowohl Stephan Lichtsteiner, bei dem man ohnehin ständig um seine Gesundheit fürchten muss, wie auch der sonst immer kontrollierte Gerardo Seoane sehen Gelb. Beim Basel-Innerschweizer ist es die Vierte und hat zur Folge, dass er im nächsten Spiel in Thun gesperrt ist.
Und immer, wenn es so richtig gross und wichtig ist, glänzt einer: Xherdan Shaqiri. Beteiligt an allen Basler Toren. Beim ersten bringt er einen Eckball derart giftig auf den ersten Pfosten, dass ihn Sandro Lauper ins eigene Tor befördert. Das zweite macht er mit einem magistralen, genialen, atemberaubenden Aussenrist-Direktschuss selbst, beim dritten ist er erneut Assistent. Massiv unterstützt durch Janko, der Torschütze Traoré den Ball quasi auflegt. Wahnsinn, dieser Shaq …
Doch auch YB braucht ein Basler Zutun, um zu treffen. Fernandes’ Führungstreffer zum 1:0 passiert nur wegen eines Lapsus' von Goalie Marwin Hitz. Und es war umstritten, moniert der FCB doch ein dem Treffer vorangehendes Foul von Benito an Vouilloz. Doch VAR San interveniert nicht. Das 2:2 ist ein Eigentor auf der anderen Seite. Daniliuc – der erstmals mit Omeragic die FCB-Traum-Innenverteidigung bildet – befördert eine Virginius-Hereingabe ins eigene Tor. Das Spezielle daran: Der Franzose war zu diesem Zeitpunkt genau zwanzig Sekunden im Spiel …
Was man da sicher feststellen kann: Die neugewonnene YB-Defensiv-Stabilität ist bereits Geschichte. Und der FCB kann gegen einen Grossen nicht gewinnen, gelangen doch die vier Siege im März allesamt gegen Teams aus der zukünftigen Relegation Group. Doch die freche Frage ist: Ist YB noch gross?
Die Tore
27. Minute, Edimilson Fernandes, 0:1. Da sieht FCB-Goalie Hitz nicht optimal aus. Fernandes wird vor dem Basler Strafraum nicht richtig angegriffen und zieht mit seinem schwächeren linken Fuss einfach mal ab. Sein Schuss schlägt platziert in der rechten Ecke ein, scheint aber nicht unhaltbar zu sein.
35. Minute, Sandro Lauper (Eigentor), 1:1. Shaqiri bringt einen Eckball von der rechten Seite zur Mitte. Dort hält Omeragic den Kopf hin, am Ende ist es aber Lauper, der den Ball unglücklich ins eigene Tor befördert.
41. Minute, Xherdan Shaqiri, 2:1. Was für ein Traumtor! Der FCB schaltet nach einem Ballgewinn schnell um. Traoré marschiert über das halbe Feld und lanciert dann Shaqiri, der den Ball mit dem ersten Kontakt mit dem Aussenrist in der langen Ecke versenkt.
65. Minute, Flavius Daniliuc (Eigentor), 2:2. Sanches lanciert den eben erst eingewechselten Virginius auf dem Flügel. Dessen Hereingabe lenkt Daniliuc unglücklich ins eigene Tor ab.
68. Minute, Bénie Traoré, 3:2. Janko hat einen Steilpass von Shaqiri eigentlich schon geklärt, verliert die Kugel dann aber an Traoré. Der Ivorer ist durch und trifft alleine vor YB-Goalie Keller zur erneuten Führung.
90. Minute, Ebrima Colley, 3:3. Bukinac bringt einen Ball zur Mitte, wo Essende freisteht. Dessen Abschluss lenkt Colley noch mit der Hacke ab und erzielt den Ausgleich.
Die Stimmen
Loris Benito (YB-Captain, gegenüber SRF): «Das Unentschieden hilft niemandem wirklich weiter. Ich hatte das Gefühl, wir waren gut in der Partie. Es war eines der besseren Spiele, die wir auswärts gespielt haben. Wir haben die Tore hergeschenkt in Situationen, wo wir das Spiel eigentlich unter Kontrolle hätten. Ich gehe mit einem nicht so schönen Gefühl nach Hause. Mit etwas mehr Wettkampfglück könnten wir den Sieg mitnehmen.»
Der Beste
Sieben Super-League-Spiele hat Xherdan Shaqiri auf einen Skorerpunkt warten müssen. Gegen YB serviert der FCB-Captain zuerst den Eckball, den Lauper zum Ausgleich einnickt. Dann trifft er selbst sehenswert zum 2:1. Und den dritten Basler Treffer leitet er ebenfalls ein. Durststrecke eindrücklich beendet.
Der Schlechteste
Joël Monteiro. Vor etwas mehr als einer Woche traf der YB-Flügel im Joggeli gegen Deutschland. An gleicher Stelle liefert er am Samstagabend einen schwachen Auftritt trotz starken Beginns ab – inklusive Ballverlust vor dem 1:2.
Das gab zu reden
Fast hätte Stephan Lichtsteiner seinen ersten Sieg gegen einen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte geholt. Bislang hat der FCB unter seinem neuen Trainer erst einen Punkt gegen ein Team aus den Top 6 eingefahren – ein 1:1 gegen Lugano Mitte Februar. Kurz vor Beginn der Championship Group hat Lichtsteiner das richtige Rezept immer noch nicht gefunden.
Die Schiris
Lukas Fähndrich hat ordentlich zu tun. Vor dem 0:1 kommt es an der Seitenlinie zum Zweikampf zwischen Vouilloz und Benito, beide gehen zu Boden. Beim Aufstehen trifft der YB-Captain seinen Gegenspieler aber mit seinem Schuh am Hals. Fähndrich lässts durchgehen und auch VAR Fedayi San schaltet sich nicht ein. FCB-Coach Lichtsteiner hat dafür wenig Verständnis und sieht Gelb. In der zweiten Halbzeit holt sich dann auch Seoane eine Verwarnung ab. Beide Karten verteilt Fähndrich zurecht, dafür übersieht er andere Kleinigkeiten. Zum Beispiel einen Basler Eckball in der ersten Halbzeit.
Die Fans
30’859 Fans sorgen für die vielleicht beste Joggeli-Kulisse in dieser Saison. Und werden dafür mit sechs Toren belohnt.
So gehts weiter
Der FCB ist am nächsten Samstag (20.30 Uhr) bei Leader Thun zu Gast. YB empfängt einen Tag später (16.30 Uhr) Servette.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Lugano | 32 | 11 | 54 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
6 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
7 | FC Luzern | 31 | 6 | 39 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
9 | Servette FC | 31 | -3 | 36 | |
10 | FC Zürich | 31 | -16 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 31 | -23 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 32 | -49 | 19 |






