Das Spiel
YB erlebt einen Dämpfer im Kampf um die Europa-Plätze. Gegen Servette resultiert ein Unentschieden. Für die Berner ist es das dritte Remis in Folge.
YB ist gegen die Genfer das klar spielbestimmende Team und schnürt Servette, das offensiv lange unsichtbar bleibt, in der eigenen Hälfte ein. Die Seoane-Elf kann ihre Chancen aber nicht nutzen. Das liegt auch an Frick, der für den verletzten Mall (Rippenbruch) wieder bei den Genfern zwischen den Pfosten steht. Der Servette-Goalie pariert stark gegen einen Virginius-Abschluss (15.) und hält später einen Fernandes-Distanzversuch (30.) souverän. Vor der Pause ist YB dann noch gleich zweimal im Pech. Gigovic trifft den Pfosten, Essende kurz darauf das Aussennetz.
Servette betreibt derweil minimalen Aufwand, geht dann aber urplötzlich nach einem Konter in Führung.
In der Schlussphase schenkt Servette-Goalie Frick YB beinahe den Ausgleich, als er Cognat bedienen will, den Ball aber nicht richtig erwischt. Fernandes kann aber nicht profitieren. Das Geschenk verteilt stattdessen Rouiller. Der Genfer Verteidiger kommt gegen Bedia zu spät und verursacht so einen Penalty, den dieser zum Ausgleich verwandelt.
Die Tore
59. Minute, Thomas Lopes, 0:1. Servette kontert über Kadile und Stevanovic. Kadile bringt den Ball zur Mitte, wo Joker Lopes YB-Benito davongelaufen ist und per Kopf zur Servette-Führung trifft.
71. Minute, Chris Bedia, 1:1. Rouiller holt Bedia im eigenen Strafraum von den Beinen. Schiri Gianforte wird von VAR San an den Bildschirm gebeten und gibt anschliessend den Penalty. Der Gefoulte tritt gleich selbst an und verwandelt souverän unten rechts.
Die Stimmen
YB-Captain Loris Benito (gegenüber Blue): «Wenn man das Spiel gesehen hat, ist es klar zu wenig für den Spielverlauf. Wir müssten das Spiel absolut gewinnen. Wir haben jetzt zuletzt dreimal in Serie Unentschieden gespielt, waren in den Spielen aber jeweils sehr präsent – es wären Siege drin gelegen. Es kommt aktuell etwas Unvermögen dazu. Das hilft uns nicht weiter. Wir sind eine Mannschaft, die alle vorne dran schlagen kann. Wenn man die Saison anschaut, ist es nicht so, dass wir mit viel Selbstvertrauen in diese Runde gehen. Wir gehen kämpferisch in die letzten fünf Spiele und versuchen alles heraus zu holen.»
Der Beste
Jetzt, da klar ist, dass Timothé Cognat Servette im Sommer nach sieben Jahren wahrscheinlich verlassen wird, blüht der Franzose wieder auf. Starke Ballsicherheit im Zentrum – und fast das Siegtor in der 84. Minute, als er die Latte trifft.
Der Schlechteste
Beim Gegentor von YB kommen mehrere Spieler einen Schritt zu spät. Aber letztlich ist es Loris Benito, der den 19-jährigen Lopes davonziehen lässt und dem Servette-Eigengewächs das erste Super-League-Tor ermöglicht.
Das gab zu reden
Einmal mehr erhält Null-Tore-Stürmer Samuel Essende den Vorzug vor Liga-Toptorschütze Chris Bedia. Warum nur sitzt der Franko-Ivorer regelmässig nur auf der Bank. Eine Lösung des grossen YB-Rätsels könnte in der Transferstrategie der Berner zu finden sein. Die Bedia-Stunde schlägt dann doch noch. Schon in der 55. Minute darf er für Monteiro ran, YB spielt fortan mit der Doppelspitze. Bedia trifft eine Viertelstunde später per Penalty – und ist nun mit 16 Toren alleiniger Führender der Super-League-Torjägerliste. Und Essende? Der Kongolese schiebt kurz vor Schluss noch zum vermeintlichen Siegtor ein, steht aber klar im Offside, wodurch es nichts mit seinem ersten Super-League-Treffer und dem Lucky Punch wird.
Die Schiris
Schiri Gianforte muss am VAR-Bildschirm eine knifflige Penalty-Szene beurteilen (68.). Bedia fällt im Strafraum, Rouiller grätscht. Klar ist: Der Genfer erreicht den Ball nicht, der YB-Stürmer nutzt die Situation, läuft ins ausgestreckte Bein von Rouiller, stolpert und fällt. Gianforte lässt sich umstimmen und gibt den Elfer.
Die Fans
Man merkt, dass es nicht mehr um den Meistertitel geht, sondern «nur» noch um Europa. 25’343 Fans sind im Wankdorf, 27’600 sind es in dieser Saison im Schnitt. Die Gästefans geben sich weiter Mühe, obwohl es in dieser Saison um kaum mehr was geht. Der Gästeblock erscheint vor dem Spiel komplett in Gelb und Rot – den Genfer Kantonsfarben. Für einmal nicht das Granatrot.
So gehts weiter
Nächstes Wochenende stehen die Cup-Halbfinals an. Weil YB und Servette beide schon ausgeschieden sind, stehen beide Teams erst in zwei Wochen wieder in der Liga im Einsatz. Im ersten Spiel der Championship Group treffen die Berner am 26. April um 16.30 Uhr zu Hause auf St. Gallen. Servette bestreitet gleichzeitig die erste Partie in der Relegation Group gegen Schlusslicht Winterthur.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 33 | 24 | 60 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 33 | 16 | 52 | |
6 | BSC Young Boys | 33 | 5 | 48 | |
7 | FC Luzern | 33 | 3 | 40 | |
8 | Servette FC | 33 | 0 | 40 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 33 | -10 | 39 | |
10 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |






