Das Spiel
YB verpasst es, im Kampf um die internationalen Plätze näher zu Lugano aufzuschliessen. Die Berner müssen sich mit einem 1:1 zufriedengeben.
Durch eine Kombination des pfeilschnellen Alan Virginius und des Nati-Rückkehrers Alvyn Sanches, der sein viertes Tor in den letzten drei Partien erzielt, gehen die Berner schon früh in Führung. Das Tempo des Franzosen über links macht Antonios Papadopoulos immer wieder Probleme.
Das grosse Offensiv-Feuerwerk zündet YB in der Folge aber nicht. Vielmehr sichert die wiedergefundene defensive Stabilität dem Team von Gerardo Seoane eine starke erste Halbzeit. Der Auftritt ist kein Vergleich zu den teils desolaten Abwehrleistungen früher in der Saison.
Nach der Pause lassen die Gelb-Schwarzen, die heute im Sondertrikot auflaufen (siehe «Das gab zu reden»), dann aber mehr zu. Und so kommt Lugano nicht unverdient zu einem Auswärtspunkt.
Nach dem Penalty-Tor durch Anto Grgic, der gewohnt sicher verwandelt (siehe «Die Tore»), muss sich YB sogar bei Goalie Marvin Keller bedanken, dass man nicht als Verlierer vom Platz geht.
Die Tore
5. Minute, Alvyn Sanches, 1:0. Virginius ist auf dem linken Flügel etwa 17-mal schneller als Papadopoulos. Er überrennt den Deutsch-Griechen einfach und legt dann von der Grundlinie in den Rückraum, wo Sanches eiskalt in die weite Ecke vollstreckt.
65. Minute, Anto Grgic, 1:1. Chris Bedia, dessen Ersatz Samuel Essende bereits zur Einwechslung bereitsteht, foult Uran Bislimi im Strafraum. Grgic verwandelt auch den siebten Penalty in der laufenden Saison. Zuletzt verschossen hat er im Oktober 2021 – noch im Trikot für Sion. Für Lugano hat der Zürcher stets getroffen (15-mal). Insgesamt hat er von 38 Elfmetern auf Profistufe 34 versenkt. 29 davon in der Super League – Rekord.
Die Stimmen
Marvin Keller (YB; gegenüber Blue): «Es ist beeindruckend, wie cool Grgic bei Penaltys bleibt und vor allem, wie er jedes Mal die richtige Entscheidung trifft. Denn jeder Goalie bleibt mittlerweile lange stehen, und er entscheidet sich trotzdem richtig. Chapeau an ihn, aber schade, konnte ich ihn nicht halten.»
Anto Grgic (Lugano; gegenüber Blue): «Wenn man es positiv sehen will: ‹Wir haben die Distanz auf YB gewahrt.› Ich denke, wir haben kein so gutes Spiel gemacht, obwohl wir uns auswärts viele Chancen erspielt haben. Aber wir waren in den Offensivaktionen. zu unsauber. Marvin Keller hat mich nach den Penaltys gefragt. Ich habe ihm ehrlich gesagt, dass ich schaue, was der Goalie macht und warte. Irgendwann wird es wieder schiefgehen, heute gings gut.»
Der Beste
Renato Steffen ist wirblig, omnipräsent und gefährlich. Er ist ein Typ, den die Pfiffe der gegnerischen Fans eher anstacheln. Und sie sind massiv. Diesen Ex-Spieler lieben die YB-Fans nicht.
Der Schlechteste
Dafür, dass er noch auf dem Platz steht, kann Chris Bedia nichts. Aber dafür, den Fuss im Strafraum ziemlich dämlich auf jenen von Uran Bislimi zu setzen und so den Penalty für Lugano zu verursachen.
Das gab zu reden
YB spielt in einem Spezialshirt, das an jenes von vor 30 Jahren mit dem Aufdruck «Gemeinsam gegen Rassismus» angelehnt ist. Der Slogan sowie das YB- und Sponsorenlogo sollen bei Dunkelheit leuchten. Leider sieht man das am Tag mit zumeist Sonne nicht. Und auch die Spieler leuchten nicht alle an diesem Sonntagnachmittag.
Die Fans
Topstimmung unter den 27’933 im Wankdorf. Gegen Ende peitschen die YB-Fans ihr Team nochmals stimmgewaltig nach vorne. Einzig die Spieler machen aus diesem Support zu wenig.
Die Schiris
Kaum Probleme für Routinier Fedayi San. Der Penalty ist klar. Da gibts auch kaum Proteste. Nur die Szene, als Mai Bedia zwei Minuten vor der Pause umreisst, indem er ihn mit beiden Händen zurückhält, hätte durchaus geprüft werden können. Das war eher ein Penalty als keiner. Aber VAR Mirel Turkes greift nicht ein.
So gehts weiter
Aufgrund der Länderspielpause gehts erst am Osterwochenende mit der Super League weiter. YB reist am Karsamstag zum FC Basel in den St. Jakob-Park (20.30 Uhr), bereits um 18 Uhr empfängt Lugano den Leader aus Thun.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






