Verband veröffentlicht alle Blickwinkel der Szene
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Darum blieb Sow-Rot bestehen:Verband veröffentlicht alle Blickwinkel der Szene

Rot-Wirbel in Thun
Sittener toben, Constantin sauer – Verband zeigt die Bilder

Leader Thun setzt sich in einem wilden Spiel gegen Sion durch und feiert den achten Sieg in Serie. Doch im Vordergrund steht diesmal eine heftig diskutierte Rot-Szene. Klare Meinungen gibts von allen Seiten.
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Sion-Coach Tholot ausser sich. Er redet bei der VAR-Konsultation auf Schiri Drmic ein.
Foto: Zamir Loshi/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Lavanchy, Constantins, Tholot: Der grosse Sion-Ärger
  • Sogar Thuns Bamert erklärt, dass Spieler unsicher waren
  • So erklärt sich der SFV – alle Blickwinkel veröffentlicht
  • Aus England gibts noch einen brisanten Schnipsel

Selten hat man Numa Lavanchy so laut schreien hören. Nach dem verlorenen Spiel in Thun (0:1) lässt der Sion-Dauerbrenner seinem Ärger vor dem Gang in die Kabine freien Lauf. Die scharfen Parolen richten sich gegen Schiedsrichter Marijan Drmic (31). Dieser hat gleich dreimal Rot gezückt für einen Sittener – der letzte Platzverweis richtete sich mitten in der hitzigen Rudelbildung nach Abpfiff an den Assistenztrainer. Mit dem Pfiff hat er auch noch einen Sittener Eckball abgeklemmt.

Am meisten zur Weissglut bringt die Walliser aber der Platzverweis gegen Noé Sow in der 68. Minute mitten in der Aufholjagd. Zur Diskussion steht nicht das Foul an Labeau per se, sondern dass es stark danach aussieht, dass der Ball zuvor im Aus war. Die Sittener sind sich jedenfalls sicher. Sehr sicher.

«Professionalität sollte auch für Schiri-Gespann gelten»

Nachdem Sion-Sportchef Barthélémy Constantin (31) bei der Rudelbildung nach Schlusspfiff sein Team zurückgehalten und eine Eskalation verhindert hat, legt er in den Katakomben mit einer Erklärung los. Plötzlich taucht Vater und Sion-Boss Christian Constantin (69) mit dem Handy in der Hand auf – darauf das angebliche Beweisbild. Dieses wird das Schiri-Team offenbar noch zu sehen bekommen.

Dann poltert Sion-Coach Didier Tholot: «Ich habe die Bilder gesehen und stand einen Meter von der Szene entfernt. Der Einsatz des VAR muss anders gehandhabt werden. Von uns Spielern und Trainern wird Professionalität verlangt. Ich denke, das sollte auch für das Schiedsrichtergespann gelten.» Ein harter Vorwurf.

SFV erklärt sich: «Es gab keinen Beweis»

Tatsächlich sieht es stark danach aus, dass der Ball im Out ist und somit eine Rote Karte zurückgenommen werden müsste. Thun-Verteidiger Jan Bamert (27) war es, der den vermeintlichen Out-Ball gespielt hat. Auch er sagt zu Blick: «Rund um das Duell mit der Roten Karte wussten die Spieler gerade nicht, ob es weitergeht, oder nicht. Wenn der Ball draussen war, ist es natürlich ärgerlich für Sion.» Ganz sicher ist er sich dabei jedoch nicht.

Hand aufs Herz Jan Bamert, war der Ball im Aus?
2:19
Rot-Szene sorgt für Zoff:Hand aufs Herz Jan Bamert, war der Ball im Aus?

Klar wird nach dem Spiel aber, warum dem Schiedsrichter beim Video-Check an der Seitenlinie nur das Foul danach gezeigt wurde, und nicht die Szene an der Seitenlinie. Der Fussball-Verband SFV ist für das Schiedsrichterwesen verantwortlich und zeigt bald nach dem Spiel alle Blickwinkel zur Szene.

Die Erklärung dazu: «Der VAR hat in der 65. Spielminute geprüft, ob der Ball das Feld verlassen hat. Die zur Verfügung stehenden Bilder lieferten aber keinen Beweis, ob der Ball die Linie vollständig überquert hatte oder nicht.» So konnte der VAR die Bilder auch nicht dem Schiedsrichter Drmic vorlegen.

Brisant: In England reagierte man anders

Zu den technischen Möglichkeiten heisst es: «Um solche Fälle auszuschliessen, würde es Kameras aus der Adlerperspektive oder aus der Verlängerung der Outlinie benötigen. Unseres Wissens gibt es diese Kameraeinstellungen auch in anderen Ländern oder Ligen nicht.»

Am 1. Februar gab es in der Premier League jedoch eine ähnliche Szene beim Spiel zwischen Aston Villa und Brentford, bei der man sich aufgrund der gezeigten Bilder nicht zu hundert Prozent sicher sein konnte. Der Schiedsrichter änderte seinen Entscheid jedoch nach der VAR-Konsultation. «Der Ball ist faktisch aus dem Spiel», lautete da die Erklärung des Schiris. Ein Schnipsel aus dem Mutterland des Fussballs, der die Sittener bestimmt nicht milder stimmen wird.

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