Darum gehts
- Basel verliert 2:4 gegen Luzern, Trainer Lichtsteiner übt harte Kritik
- Nur vier Punkte aus sieben Spielen unter Lichtsteiner als FCB-Trainer
- Nächstes Spiel gegen Lausanne am Sonntag, Sieg dringend nötig
Basel-Trainer Stephan Lichtsteiner (42) ist sichtlich bedient, als er nach der 2:4-Pleite gegen Luzern zur Pressekonferenz erscheint. Schonungslos geht er mit seiner Mannschaft ins Gericht und zählt Punkt für Punkt auf, was ihm missfallen hat. Die Mängelliste ist lang – so lang, dass sie kaum auf eine A4-Seite passt.
Eine Auswahl: «Die Spannung und die Einstellung haben gefehlt. Die Mentalität war unterirdisch. Wir hatten ein unglaublich schlechtes Zweikampfverhalten. Wir haben nicht umgesetzt, was wir vorbereitet haben. Und mit den Einwechslungen ging es komplett bergab», bilanziert der FCB-Coach.
Lichtsteiner erklärt verfrühten Gang in die Kabine
Lichtsteiner ist sichtlich angefressen. Schon während der Partie gestikulierte er an der Seitenlinie wie wild, haderte mit seinen Spielern, kommentierte fast jede Szene und ärgerte sich über das sonst souveräne Schiedsrichtergespann. Das sind Verhaltensweisen, die er bereits als Spieler während seiner grossartigen Karriere zeigte, aber in seiner neuen Rolle offenbar noch nicht ablegen konnte.
Dass Lichtsteiner kurz vor Schluss in den Katakomben verschwand, habe jedoch nichts mit der Leistung seiner Mannschaft zu tun gehabt. «Es war ein persönliches Problem», erklärt der Ex-Nati-Captain – offenbar nichts Dramatisches.
Shaqiri stärkt den Rücken
Sportlich sieht die Lage hingegen deutlich ernster aus. Wettbewerbsübergreifend hat Lichtsteiner bislang sieben Spiele als FCB-Trainer bestritten, die Ausbeute: magere vier Punkte. Da stellt sich zwangsläufig die Frage, ob sich der Trainerwechsel von Ludovic Magnin (46) zu ihm tatsächlich gelohnt hat.
Captain Xherdan Shaqiri (34) stellt sich derweil hinter seinen Coach. Er sehe Licht am Ende des Tunnels. «Es gibt durchaus auch positive Sachen. Wir machen im Moment einfach zu viele individuelle Fehler, die auf diesem Niveau eiskalt bestraft werden», sagt Shaqiri.
In Luzern schien es jedoch nicht nur an individuellen Patzern zu liegen. Teilweise wirkte es, als hätten die Spieler nicht verinnerlicht, was der Trainer von ihnen verlangt. Auf die Frage, ob möglicherweise falsch trainiert worden sei, reagiert Lichtsteiner deutlich. Er verweist erneut auf die Defizite im Spiel und betont: «Die Fehler haben nichts mit dem Training zu tun. Ich hatte unter der Woche ein positives Gefühl. Aber ich bin sehr enttäuscht über die erste Halbzeit und die Einwechselspieler. Frische Kräfte sollten den Unterschied machen – stattdessen kam es zu einem Bruch. Das kann ich so nicht akzeptieren.»
«Es kackt mich an»
Basel bleibt – wie schon vor dem Luzern-Spiel – eine ganze Woche, um sich auf die Partie am Sonntag gegen Lausanne vorzubereiten. Nach der deutlichen Standpauke stellt sich jedoch zwangsläufig die Frage, wie die Mannschaft darauf reagieren wird.
Solche klaren Worte darf sich ein Trainer durchaus einmal erlauben – Luzerns Mario Frick (51) hat ebenfalls schon in dieser Tonlage gesprochen. Doch häufen sich solche Auftritte, leidet die Glaubwürdigkeit. Zudem verfügt Lichtsteiner als Trainer bislang noch nicht über einen grossen Leistungsausweis, der ihm zusätzlichen Rückhalt verschaffen würde.
Alles andere als ein Sieg gegen Lausanne wäre die nächste Enttäuschung in dieser Saison, die der FCB wohl titellos beenden wird. «Es kackt mich an, wenn man am Ende wohl mit leeren Händen dasteht. Ich will immer Erfolg haben. Wir müssen den FCB so schnell wie möglich wieder dorthin bringen, wo er hingehört», stellt Shaqiri klar.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |
