«Dieses Team zeigt mir, dass Wunder möglich sind»
Die ganze Fussball-Welt schaut nach Thun

Der FC Thun steht längst im Zentrum der internationalen Fussballaufmerksamkeit. «La Gazzetta»-Journalist Francesco Pietrella ist vom Berner Oberland begeistert und spricht mit Blick über seinen Besuch.
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Thuns Erfolge haben sich längst herumgesprochen.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der FC Thun kann am Samstag um 22.30 Uhr Schweizer Meister werden
  • Ein italienischer Journalist vergleicht den Erfolg mit Leicesters Premier-League-Märchen von 2016
  • Thun erhält internationale Aufmerksamkeit, auch im Ausland berichten zahlreiche Medien über den Klub
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Was sich seit Wochen abzeichnet, könnte am Samstagabend gegen 22.30 Uhr Realität werden: Thun als Schweizer Meister. Ein Sieg gegen Lugano genügt – und die Meisterfeier kann beginnen.

Das Thuner Märchen hat längst internationale Aufmerksamkeit erregt. So viele Medienanfragen wie aktuell hat der Klub in seiner Geschichte noch nie verzeichnet. Unzählige Onlineportale und Zeitungen wie «The Guardian», «Sport Bild», «L’Équipe» oder «La Gazzetta dello Sport» haben in den vergangenen Wochen über den Höhenflug berichtet.

In Italien ist Thun nicht nur ein Fussballklub

«Was Thun als Aufsteiger schafft, zeigt mir, dass Wunder möglich sind», sagt Francesco Pietrella (32) im Gespräch mit Blick. Der Römer berichtet für die «Gazzetta» über Inter und reiste vor wenigen Wochen für eine Reportage ins Berner Oberland. «Seit der Saison 2011/12 ist mir der Klub ein Begriff, als er Palermo in der Europa-League-Quali ausschaltete», erinnert er sich. An das Thuner Champions-League-Märchen von 2005 hat er altersbedingt nur noch vage Erinnerungen.

Gleichzeitig ist Pietrella überzeugt, dass viele Italiener bei «Thun» zunächst an etwas anderes denken: «In Südtirol gibt es ein bekanntes Keramikunternehmen mit diesem Namen.» Doch das ändere sich gerade: «Thun gehört nun auch auf die Landkarte jedes Fussballinteressierten. Ich habe einen Klub kennengelernt, der in vielerlei Hinsicht besonders ist.»

«Das ist schlicht grossartig»

Beeindruckt zeigt sich Pietrella vor allem von zwei Protagonisten: Trainer Mauro Lustrinelli (50) und Ethan Meichtry (20). «Lustrinelli macht auf mich einen hervorragenden Eindruck – er weiss genau, was er will, und wird seinen Weg machen», sagt Pietrella. Und auch Meichtrys Geschichte habe ihn gepackt: «Vom Strassenbauer zum möglichen Schweizer Meister. Das ist schlicht grossartig.»

Einen weiteren Aspekt hebt Pietrella besonders hervor: «Dass man in Thun die Trainings öffentlich mitverfolgen kann, zeigt, wie nah der Klub bei den Menschen ist. Als ich dort war, habe ich auf den Rängen alle Generationen gesehen. Es herrscht ein echtes Miteinander – davon kann man in Italien nur träumen. Bei uns trainieren heute fast alle Teams hinter verschlossenen Türen.»

Parallelen zum Leicester-Märchen

Vom speziellen Setting im Berner Oberland ist nicht nur Pietrella fasziniert. Auch viele andere ausländische Journalisten teilen diesen Eindruck. «L’Équipe» fasst den Charme so zusammen: «Hier herrscht die Atmosphäre eines Vereins mit Amateurcharakter und begrenzten Mitteln, zugleich aber getragen von kindlicher Begeisterung. Es ist eine ungezwungene Stimmung, die der sportlichen Leistung keinen Abbruch tut.»

Während in Deutschland Erinnerungen an Kaiserslautern mit Ciriaco Sforza (56) wach werden, das 1997/98 als Aufsteiger ebenfalls sensationell Meister wurde, ziehen internationale Medien zudem Parallelen zum Leicester-Märchen in der Premier League vor exakt zehn Jahren. «Natürlich ist Thuns Geschichte nicht eins zu eins mit Leicester vergleichbar – aber es handelt sich genauso um ein Wunder», betont Pietrella.

«Ich ziehe die Berge dem Meer vor»

Belohnt wird Thun dafür mit nationaler und internationaler Anerkennung sowie einer Europacupteilnahme in der kommenden Saison. Auch Pietrella blickt voraus und würde sich über eine Rückkehr ins Berner Oberland freuen – idealerweise im Rahmen eines Spiels gegen eine italienische Mannschaft. «Ich bin ohnehin ein Italiener, der die Berge dem Meer vorzieht», erklärt er mit einem Lachen.

Bevor es aber so weit ist, wird Pietrella am Samstagabend das Spiel gegen Lugano im Ticker verfolgen – und «mit dem kleinen, familiären Klub, der solche Erfolge nicht gewohnt ist» mitfiebern. Gegen 22.30 Uhr könnte schliesslich die grösste Stunde in der Geschichte des FC Thun schlagen.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
31
37
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
31
23
56
3
FC Basel
FC Basel
31
8
52
4
FC Lugano
FC Lugano
31
10
51
5
FC Sion
FC Sion
31
9
46
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
31
5
46
Champions League-Qualifikation
UEFA Europa League-Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
33
3
40
2
Servette FC
Servette FC
33
0
40
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
33
-10
39
4
FC Zürich
FC Zürich
33
-18
34
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
33
-25
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
33
-51
19
Relegation Play-Offs
Abstieg
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