Was für eine irre Partie in der ersten Runde des DFB-Pokals zwischen Titelverteidiger Stuttgart und Zweitligist Braunschweig – mit dem besseren Ende für den Favoriten. Acht Tore in der regulären Spielzeit und Verlängerung, dazu 20 (!) Elfmeter im Penaltyschiessen. Völlig verrückt.
Bereits in der ersten Halbzeit geht der Underdog früh durch Sven Köhler in Führung, Stuttgart-Keeper Alexander Nübel sieht nicht sonderlich gut aus. Doch die Schwaben, bei denen die Schweizer Luca Jaquez und Leonidas Stergiou verletzt fehlen, können sofort reagieren und gleichen die Partie durch den Ex-FCSG-Stürmer Ermedin Demirovic wieder aus. In der Folge sind die Braunschweiger die bessere Mannschaft, können aber ihre Chancen nicht nutzen.
So kommt es wie es kommen muss und der VfB geht in der 60. Minute durch Demirovic in Front. Der Zweitligist gibt sich nicht auf, drückt und schafft den Ausgleich in der 77. Minute im Person von Fabio Di Michele Sanchez. Und der offensiv agierende Aussenverteidiger hat Blut geleckt. Nur acht Zeigerumdrehungen später schiesst er seine Farben kurz vor Schluss wieder in Führung – Nübel macht wieder keine gute Figur. Doch die Partie ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorbei. Denn Nick Woltemade, der wegen Wechselgerüchten im Sommer für Schlagzeilen gesorgt hat, schiesst die Stuttgarter kurz vor Abpfiff in die Verlängerung.
Wilde Verlängerung
Wie bereits in der Schlussphase geht es auch in der Verlängerung vogelwild zu und her. Die Schwaben starten besser. Nach einem Geniestreich von Tiago Tomas stochert Braunschweigs Sanoussy Ba den Ball ins eigene Tor. Damit aber noch nicht genug. Der Underdog zeigt Nehmerqualitäten und gleicht durch Christian Conteh erneut aus. In der Folge haben sie dann sogar die Chance auf die neuerliche Führung, doch Nübel hält seinen Kasten gleich zweimal dicht.
Wie soll es auch anders sein: Auch das Penaltyschiessen kommt nicht ohne Drama aus. Erst hält Nübel zwei Braunschweiger Elfmeter. Weil aber zwei Stuttgarter ebenfalls nicht treffen, geht auch das Elfmeterschiessen in die Verlängerung. Erst der zehnte Braunschweiger Schütze scheitert an Nübel. Und weil Stuttgarts letzter Feldspieler Lorenz Assignon die Nerven behält, kommt der Bundesligist mit einem blauen Auge davon.