Genau dafür haben sie ihn nach München geholt, die Bayern: Harry Kane (32), Engländer mit eingebauter Torgarantie. Zweimal trifft er in diesem Klassiker zum 3:2-Sieg bei Borussia Dortmund. Er setzt damit den Deckel drauf auf das Meisterrennen in der Bundesliga. Und damit genauso auf die Saison der Dortmunder. Die sind jetzt raus aus dem Pokal, raus aus der Champions League – und nun elf Punkte hinter den Bayern in der Tabelle.
Dabei soll dieser Samstagabend ein Moment der Wiedergutmachung werden für die Borussen. Und für einen ganz besonders im Kader des BVB: Gregor Kobel (28). Der Schweizer Goalie, der unter der Woche in Bergamo mit am Ursprung stand eines bitteren Ausscheidens in der Königsklasse.
Das 1:4 bei der Atalanta hat die Dortmunder durchgeschüttelt. «So was bekommt man nicht so schnell aus den Kleidern», gibt Geschäftsführer Carsten Cramer (57) vor dem Anpfiff auf Sky zu: «Man hat auf dem Rückflug gemerkt, dass das Spuren hinterlassen hat.»
Schlotterbeck zwischen Held und Sünder
Aber die Dortmunder wirken dann doch fast schon überraschend bereit für dieses Spitzenspiel. Die erste Halbzeit vergraben sie sich zwar in erster Linie tief im eigenen Strafraum mit ihrem 5-4-1 und überlassen den Ball dem Gegner. Aber sie gehen trotzdem in Führung durch einen Kopfball von Nico Schlotterbeck (26).
Den Innenverteidiger haben die Dortmunder in Bergamo noch so sehr vermisst. An diesem Abend ist allein seine Geschichte den Eintritt wert. Erst könnte er für ein hartes Einsteigen gegen Aleksandar Pavlovic (21) Rot sehen können. Dann trifft er zum 1:0 in der 26. Minute. Und dann verursacht er auch noch den Penalty, den Kane in Halbzeit zwei für seinen zweiten Treffer nutzt.
Es ist vor allem dieser zweite Umgang, der die Zuschauer von den Sitzen reisst. Dortmund kommt aus seiner massierten Defensive und beginnt, ebenfalls zu stürmen. Die Bayern treffen zweimal durch Kane. Daniel Svensson (24) stellt in der 83. Minute auf 2:2. Und als alles nach einem verdienten Unentschieden aussieht, kommt Joshua Kimmich (31) und trifft volley perfekt zum Sieg für die Bayern.
«Ein eigener, kleiner Titel»
Für Kobel ist es ein frustrierender Abend. Er macht keinen einzigen Fehler, ist bei Kanes Penalty mit den Händen noch am Ball – und muss sich am Ende trotzdem dreimal geschlagen geben.
Seine Vorderleute versuchen bis zur letzten Minute der Nachspielzeit alles, um die erste Heimniederlage dieser Saison zu verhindern. Aber sie kommen nicht gegen diesen FC Bayern München an, der nun einmal schlicht die beste Mannschaft der Bundesliga stellt.
Was hat Bayern-Trainer Vincent Kompany (39) am Freitag über die Partie gegen Dortmund gesagt? «Für mich ist dieses Spiel ein eigener, kleiner Titel.» Nach dem Schlusspfiff sind die Weichen so gestellt, dass dem kleinen Titelchen im Klassiker am Saisonende ein richtiger, grosser Titel folgen wird, samt Meisterschale.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Bayern München | 27 | 72 | 70 | |
2 | Borussia Dortmund | 27 | 30 | 61 | |
3 | VfB Stuttgart | 27 | 20 | 53 | |
4 | RB Leipzig | 27 | 18 | 50 | |
5 | TSG Hoffenheim | 27 | 15 | 50 | |
6 | Bayer Leverkusen | 27 | 16 | 46 | |
7 | Eintracht Frankfurt | 27 | -1 | 38 | |
8 | SC Freiburg | 27 | -5 | 37 | |
9 | Union Berlin | 27 | -15 | 31 | |
10 | FC Augsburg | 27 | -17 | 31 | |
11 | FSV Mainz | 27 | -9 | 30 | |
12 | Hamburger SV | 27 | -9 | 30 | |
13 | Borussia Mönchengladbach | 27 | -13 | 29 | |
14 | Werder Bremen | 27 | -17 | 28 | |
15 | 1. FC Köln | 27 | -9 | 26 | |
16 | FC St. Pauli | 27 | -20 | 24 | |
17 | VfL Wolfsburg | 27 | -22 | 21 | |
18 | 1. FC Heidenheim 1846 | 27 | -34 | 15 |






