Dramatik pur in Basel! Die FCB Frauen lagen nach dem Hinspiel mit 0:1 gegen St. Gallen zurück. Im Rückspiel retten sich die Baslerinnen in die Verlängerung, kassieren dort aber erneut ein Gegentor. Sie schaffen es abermals, sich aufzuraffen und ein Tor zu schiessen. Penaltyschiessen ist angesagt – die Baslerinnen bleiben nervenstark und bezwingen die Espen.
Aber halt! Kurz vor dem Ende der Nachspielzeit der Verlängerung wechselt der FCB ein letztes Mal: Für Alice Berti kommt Lena Bubendorf ins Spiel. Diese steht aber gar nicht auf dem Matchblatt! Nicht einmal der FCB selbst listet in seinem Matchbericht Bubendorf als Ersatzspielerin. St. Gallen legt umgehend Protest ein, doch das Spiel wird erstmal weitergespielt.
Fällt Entscheidung am Grünen Tisch?
Dieser Wechselfehler könnte aber ein Nachspiel für die Baslerinnen haben – und sie gar um den Halbfinal bringen. Denn alle Spielerinnen müssen laut dem Wettspielreglement des SFV vorgängig gemeldet werden. Geschieht dies nicht, gibt es eine 0:3-Forfaitniederlage.
Beim FCB wähnt man sich derweil in Sicherheit. Wie Fabian Sanginés, Leiter der Frauenfussball-Abteilung, gegenüber der BZ Basel sagt, habe man Bubendorf handschriftlich nachgetragen. Er rechne nicht damit, dass der Fall sportliche Konsequenzen haben werde.
Liga schaltet sich ein
Handschriftliche Ergänzungen sind laut dem Reglement vor dem Spiel möglich. In der Women's Super League müssen diese aber bis 60 Minuten vor Anpfiff dem Schiedsrichter mitgeteilt werden. Hinzu kommt, dass der FCB zu viel gewechselt hat. Jedes Team hat in den 90 Minuten zwar fünf Wechsel zugute, allerdings gibt es pro Spiel nur drei Auswechselgelegenheiten. Ein zusätzliches Wechselfenster erhält man zwar in der Verlängerung – so oder so hat Trainer Omar Adlani fünf Wechselfenster genutzt, also eines zu viel! Nun wird man am Grünen Tisch darüber entschieden, ob die Baslerinnen sich trotzdem auf den Halbfinal freuen dürfen.
Auch gilt noch zu klären, ob die Feierlichkeiten für Andjela Krstic ein Nachspiel haben. Denn beim Jubeln mit den Fans, hält die Verteidigerin einen Pyro in der Hand.
In der Zwischenzeit ist auch die Liga aktiv geworden. In einer Stellungnahme schreibt der Verband, dass aktuell ein möglicher regelwidrigen Einsatz einer Spielerin sowie der Verdacht einer möglichen Überschreitung der zulässigen Anzahl an Auswechselgelegenheiten geprüft werde. Weiter heisst es: «Der FC St.Gallen 1879 hat am Samstag den Einspruch fristgerecht eingereicht. Der FC Basel 1893 erhält die Möglichkeit, bis Montag, 12:00 Uhr, eine Stellungnahme abzugeben.» Am Montag sollte also Klarheit herrschen, wer im Halbfinal steht.
