Darum gehts
- Servette dominiert Women's Super League, startet als Favorit in die Playoffs
- FC Basel gewann letzte vier Quali-Spiele, besiegte YB und Servette
- 81'000 Zuschauer in Qualifikation, 56 Prozent mehr als vorherige Saison
Wer ist der Titelfavorit?
Hört man sich in der Women’s Super League um, sind sich alle einig: Der Titel wird in diesem Jahr über Servette führen. Die Genferinnen waren das dominierende Team in der Qualifikation, liessen in 18 Spielen nur fünf Gegentore zu und kassierten ihre einzige Niederlage zum Abschluss gegen Basel (0:1). Und mit dem Cup-Triumph haben die Genferinnen bereits einen Titel in der Tasche. Verteidigerin Amina Muratovic (19), die vor wenigen Tagen erstmals im Kreise der Nati weilte, warnt allerdings: «Die Playoffs sind etwas ganz Anderes als die Qualifikation.» Alles beginne von vorne, und jedes Team wolle so weit wie möglich kommen. «Aber wir sind bereit.»
Wie steht es um den Titelverteidiger?
Bei YB kam es nach dem Meistertitel im letzten Jahr zum grossen Umbruch. Nach schwierigem Saisonstart ist das Team von Imke Wübbenhorst (37) inzwischen aber wieder auf Kurs. Die Quali schloss man auf Platz zwei ab, bei der 0:1-Niederlage im Cupfinal gegen Servette war man dem Gegner spielerisch ebenbürtig. «Die Länderspielpause hat uns gutgetan, wir haben etwas den Kopf gelüftet, nun ist wieder ein ganz anderer Zug im Training», sagt Wübbenhorst. Für sie sind die Top vier der Liga sehr dicht beieinander. «Aber in den Playoffs spielen auch Faktoren wie Verletzungen, wer mit dem Druck am besten umgehen kann und wer noch die nötige Frische hat, eine Rolle.» Klar ist: Captain Stephanie Waeber und Neuzugang Ramona Bachmann werden noch nicht ihr Comeback geben. «Wir würden den beiden nach so langen Verletzungen keinen Gefallen tun, wenn wir sie übermässig forcieren würden», sagt Wübbenhorst.
Wer sind die weiteren Herausforderer?
Das Team der Stunde ist der FC Basel. Der FCB gewann die letzten vier Spiele der Quali und besiegte dabei auch YB und Servette. Co-Captain Coumba Sow (31) wartet sehnlichst auf einen Titel mit dem FCB: «Ich hoffe, in diesem Jahr ist es so weit», so die Nati-Spielerin. «Es hat lange gebraucht, bis wir uns als Team gefunden haben. Wir haben viel Ballbesitz, kreieren viel, jetzt müssen wir nur die Tore machen.» Wie der FCB hat auch GC im Lauf der Saison den Trainer bzw. die Trainerin gewechselt. Der Vierte nach der Quali hofft auf einen ähnlichen Lauf wie im letzten Jahr, als man von Platz sechs gestartet, erst im Final YB im Penaltyschiessen unterlag. «Die Liga ist sehr ausgeglichen, darum wird jede Playoff-Partie spannend», ist GC-Sportchef Theo Karapetsas (35) überzeugt. «Alle aus den Top sechs wollen in den Final. Alles andere wäre nicht ehrlich.» Bitter für GC: Spielmacherin Qendresa Krasniqi (31) fällt auch für die Playoffs aus. Nur eine Aussenseiterrolle kommt dem FCZ und St. Gallen zu, für Rapperswil-Jona und Aarau wäre bereits die Halbfinal-Qualifikation eine faustdicke Überraschung.
Wie funktioniert der Modus?
Die besten acht Teams haben sich für die Playoffs qualifiziert. In jeder Runde tritt das schlechter klassierte Team der Qualifikation zuerst zu Hause an, im Rückspiel hat das besser klassierte Team Heimvorteil. Ist das Gesamtresultat nach 180 Minuten unentschieden, kommt es zur Verlängerung und zu einem allfälligen Penaltyschiessen. Das Tableau ist fix, sprich: Im Halbfinal trifft der Sieger des Duells zwischen Servette und Aarau auf den Gewinner des Zürcher Derbys zwischen GC und dem FCZ und Basel oder St. Gallen auf YB oder Rapperswil-Jona.
Wer kommt in die Champions League?
In diesem Jahr qualifizieren sich wieder zwei Schweizer Teams für die Qualifikation der Champions League. Servette hat sich dank Platz eins in der Regular Season seinen Platz bereits gesichert, der zweite Platz steht dem Meister zu. Falls die Genferinnen auch Meister werden, rückt der Playoff-Finalist nach. Die Prämie für den Meistertitel beträgt 10’000 Franken.
Wann wird gespielt und wer überträgt?
Die Playoffs dauern vom 23. April bis zum 29. Mai. An den nächsten vier Wochenenden werden die Viertel- und Halbfinals gespielt, wobei das Schweizer Fernsehen SRF pro Runde ein Spiel live überträgt. Hin- und Rückspiel des Finals finden aller Voraussicht nach am 25. und 29. Mai statt. Auch diese beiden Partien überträgt SRF live.
Wo wird gespielt?
Wann immer möglich, werden die Spiele in den grossen Stadien ausgetragen, aufgrund der kurzfristigen Ansetzungen der Partien kann dies aber nicht immer garantiert werden. Die beiden Zürcher Derbys finden beide im Letzigrund statt, YB spielt immer im Wankdorf, Servette trägt sein Heimspiel gegen Aarau im Stade de Genève aus, St. Gallen empfängt Basel im Kybunpark. Bereits jetzt ist allerdings klar: Falls ein Zürcher Klub den Final erreichen würde, könnte nicht im Letzigrund gespielt werden: Dieser ist wegen des Metallica-Konzerts belegt. In der Quali besuchten gut 81’000 Fans die Partien, was einer Steigerung von 56 Prozent gegenüber letzter Saison entspricht.
Wie funktioniert die Auf-/Abstiegsrunde?
In der Auf-/Abstiegsrunde treten Luzern, Thun, Yverdon und Sion an. Jeder spielt gegen jeden einmal zu Hause und einmal auswärts. Die besten zwei Teams spielen nächste Saison in der Women’s Super League; der Dritte und Vierte in der Nationalliga B.