Darum gehts
- Rassismuseklat bei U20-Spiel Luzern–GC am Ostersonntag in Luzern
- Ein Luzern-Funktionär beleidigt GC-Spielerin Deborah Nyota Kabela rassistisch
- Der FCL verspricht lückenlose Aufarbeitung, GC äussert sich am Dienstag
Rassismusskandal in der Nachwuchsmeisterschaft der Frauen: Beim U20-Spiel zwischen Luzern und GC (2:2) am Ostersonntag auf der Allmend in Luzern wird die dunkelhäutige GC-Stürmerin Deborah Nyota Kabela kurz vor Schluss rassistisch beleidigt.
Die Szene ereignet sich in der 88. Minute bei einem Einwurf von GC, bei dem sich Kabela in unmittelbarer Nähe der Spielerinnenbank befindet. Laut Augenzeugen soll ein Staff-Mitglied des FC Luzern die Wörter «Schwarze» und «Mohrenkopf» in den Mund genommen haben, was den Cheftrainer von GC und mehrere seiner Spielerinnen auf die Palme bringt. Es kommt zu heftigen Wortgefechten an der Seitenlinie, wobei der Schiedsrichter versucht, die Situation zu beruhigen. Nach kurzer Unterbrechung wird das Spiel fortgesetzt.
FCL kündigt «sorgfältige und lückenlose» Aufarbeitung an
Auf Anfrage von Blick bestätigt der FC Luzern, dass er am Ostersonntag Kenntnis davon erhalten habe, dass es anlässlich eines U20-Meisterschaftsspiels der FCL-Juniorinnen zu einem Vorfall gekommen sei, bei dem ein FCL-Funktionär gegen die klaren Werte des FC Luzern in Bezug auf Rassismus und Diskriminierung verstossen habe.
«Die sorgfältige, lückenlose und konsequente Aufarbeitung dieses Vorfalls hat für uns höchste Priorität und wurde umgehend eingeleitet», schreibt der FCL in seiner Stellungnahme. «Rassismus und jede Form von Diskriminierung haben beim FC Luzern keinen Platz. Wir verurteilen entsprechendes Verhalten klar und distanzieren uns entschieden davon.»
Der FCL hat mit den Verantwortlichen von GC bereits am Montagmorgen Kontakt aufgenommen, sich für den Vorfall entschuldigt und «unsere Nulltoleranzhaltung bekräftigt», wie der Klub weiter schreibt. «Mit den betroffenen Personen werden wir direkt und persönlich Kontakt aufnehmen.» GC will erst am Dienstag öffentlich zum Vorfall Stellung nehmen.
Zweiter Vorfall innerhalb weniger Monate
Die betroffene Spielerin selbst postete noch am Sonntagabend auf Instagram ein Foto mit der Überschrift: «No to Racism in Swiss Football.» Darunter schreibt sie auf Englisch: «Fussball sollte verbinden, nicht spalten. Rassismus gibt es nach wie vor, und genau deshalb müssen wir unsere Stimme erheben.»
Es ist der zweite Rassismusvorfall im Schweizer Frauenfussball innerhalb weniger Monate. Im November wurde die frühere Schweizer Nachwuchs-Nati-Spielerin Jasmine Imboden (35) in der Partie der 1. Liga zwischen dem FC Vuisternens/Mézières und dem Luzerner SC von einer Zuschauerin des Heimteams als «Mono», was auf Spanisch Affe heisst, bezeichnet.