Das Spiel
Zwischen YB und Servette kommt es bei der 50. Ausgabe des Women’s Cup auf der Winterthurer Schützenwiese zur Neuauflage des Finalspiels von 2024. Vor zwei Jahren ging der Cuptitel dabei nach Genf, Servette bezwang die Bernerinnen 3:2. Auch dieses Mal behalten die Westschweizerinnen das bessere Ende für sich.
Gegen Servette, das in der Liga nach 17 absolvierten Spielen noch ungeschlagen an der Spitze steht, sind die YB-Frauen die Aussenseiterinnen. Auf dem Platz zeigt sich jedoch das umgekehrte Bild. YB verzeichnet gegen die Genferinnen das klare Chancenplus. Vor allem nach Eckbällen werden die Bernerinnen mehrmals gefährlich, beissen sich an der Servette-Verteidigung und Torhüterin Salon, die nach 36 Minuten einen Josten-Abschluss stark pariert, aber die Zähne aus.
Die Genferinnen haben hingegen in der ersten Hälfte Mühe, gefährliche Abschlüsse abzugeben. So ist YB-Goalie Brühwiler praktisch beschäftigungslos. Servette-Coach Christian Toro ist sichtlich unzufrieden und schlägt sich an der Seitenlinie mehrmals die Hände vor den Kopf. Fielen bei der Cup-Affiche vor zwei Jahren in den ersten 11 Minuten ganze drei Tore, geht es nun torlos in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel geht Servette dann plötzlich in Front, als Serrano den Ball nach einer Ecke mehr mit Schulter als mit Kopf ins Tor befördert. Als hätten die Servettiennes nun das Selbstvertrauen zurückgewonnen, kommen sie durch Simonsson innerhalb fünf Minuten zu einer Doppelchance, die sie jedoch nicht nutzen können. Ansonsten lässt YB nicht viel zu, kommt aber selbst nicht mehr zu guten Möglichkeiten.
So geht der Titel an Servette, die Genferinnen holen sich nach 2023 und 2024 zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte die Cup-Trophäe.
Das Tor
50. Minute, Paula Serrano, 0:1. Die Genferinnen treten einen Freitstoss. Bourma übernimmt die Verantwortung und bringt den Ball ins Zentrum, wo die alleingelassene Serrano am höchsten steigt und den Ball per Schulter an YB-Goalie Brühwiler vorbei ins Tor bringt.
Die Stimmen
YB-Mittelfeldspielerin Noa Linn Münger: «Wir sind alle extrem enttäuscht. Wir sind gut ins Spiel gestartet, die erste Hälfte gehörte klar uns. Wir hatten extrem viele Chancen. Nach der Pause war es hektisch. Wir bekommen dann das Tor nach dem Standard. Es ist enttäuschend, den Final so zu verlieren. Nach dem Gegentor haben wir uns aber gesammelt und wollten unbedingt noch den Ausgleich machen. Es ist schade.»
Servette-Captain Daina Bourma: «Wir sind sehr glücklich. Wir haben uns den Sieg verdient. Es war nicht unser bestes Spiel der Saison. Am Ende zählt aber der Sieg. Wir haben in der Halbzeit miteinander gesprochen. Wir wussten, dass wir hinten die Null halten und ein Tor erzielen müssen. YB hat auch ein gutes Spiel gezeigt. Wir haben aber gewonnen, das ist das Wichtigste.»
Servette-Siegtorschützin Paula Serrano: «Es ist sehr speziell, mit Servette den Final zu spielen und den Titel zu holen. Ich weiss nicht, ob ich den Treffer mit dem Kopf oder mehr mit der Schulter gemacht habe. Die Hauptsache ist, dass er reinging und wir die Null hinten halten konnten. YB spielte gut. Unsere Energie und der Zusammenhalt im Team machte heute aber den Unterschied für uns.»
YB-Trainerin Imke Wübbenhorst: «Wir sind sehr enttäuscht, dass wir ohne etwas nach Hause reisen müssen, weil wir es mehr verdient hätten. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt. Die Mädels haben unseren Matchplan umgesetzt. Wir müssen uns leider ankreiden, dass wir uns im letzten Drittel zu wenig erspielt haben. Es ist doof, wie wir uns dann das Tor einfangen und sie dort so frei reinkommt. Es ist eine Aktion, deshalb ist Servette da, wo sie jetzt sind. Es ist ein Spitzenteam, denen passiert das bis zum Schluss nicht. Sie bekommen heute wieder kein Gegentor und machen ein Tor. Sie spielen eine überragende Saison. Aber wir haben heute auch ein Bombenspiel gemacht, ich bin stolz auf meine Truppe. Servette macht aus dem Nichts einfach noch ein Tor, das macht den Unterschied. Der neue Pokal sieht schön aus, den hätten wir gerne mitgenommen.»
Die Beste
Paula Serrano schiesst das Goldene Tor für Servette. Zwar hat die Spanierin Glück, dass der Ball bei ihrem Kopfballversuch an die Schulter geht und von dort aus den Weg ins Tor findet. Der 35-Jährigen dürfte das egal sein, denn sie schiesst damit die Genferinnen zum Cupsieg.
Die Schlechteste
YB-Verteidigerin Emilie Bernhardt vergisst beim 0:1 ihre Gegenspielerin im Rücken und läuft in einen Raum, der gar nicht verteidigt werden muss. Ein folgenschwerer Fehler der Berner Aussenverteidigerin.
Das gab zu reden
Der Schweizer Frauen-Cup hat pünktlich zur 50. Ausgabe eine neue Trophäe erhalten. Der Pokal würdigt «die traditionsreiche Geschichte und verbindende Kraft des Wettbewerbs und steht gleichzeitig für die dynamische Entwicklung des Frauenfussballs in der Schweiz.» Präsentiert wurde das neue Stück der Begierde von den ersten Cupsiegerinnen überhaupt. Die Spielerinnen des DFC Sion, die 1976 die damalige Cup-Schale in die Höhe reckten, wurden vom Publikum mit tosendem Applaus begrüsst.
Die Schiris
Schiedsrichterin Déborah Anex leitet die Partie unaufgeregt. Sie lässt viel laufen und bleibt ihrer Linie treu. Sie zückt nur zweimal die Gelbe Karte – beide Male zu Recht.
Die Fans
Die Schützenwiese in Winterthur ist am Sonntagnachmittag in fester Berner Hand. 7587 Fans schauen sich das Spiel vor Ort an. Die YB-Fans sind gar mit einem Extrazug angereist – ein Novum im Schweizer Frauenfussball. Ein würdiger Rahmen für den Cupfinal.
So gehts weiter
Für die Frauen geht es am Karsamstag in der Liga mit dem letzten Spiel der Regular Season weiter. YB reist nach Luzern, für Servette steht das Auswärtsspiel in Basel an. Beide Partien werden um 17 Uhr angepfiffen.
Das Spiel zum Nachlesen im Ticker
90. + 6 Minute – 0:1
Das Spiel ist abgepfiffen. Servette gewinnt zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Cuptitel.
90. +3 Minute – 0:1*
YB tritt nochmals einen Freistoss. Keine Bernerin kommt jedoch an den Ball.
90. Minute – 0:1*
Die Nachspielzeit beträgt sechs Minuten.
89. Minute – 0:1*
Freistoss YB. Ess bringt diesen direkt auf das Tor. Salon ist zwischen den Pfosten jedoch hellwach und kann problemlos klären.
85. Minute – 0:1*
Wechsel bei YB und Servette. YBs Ess ersetzt Josten. Bei Servette kommt Marchao für Martinez.
85. Minute – 0:1*
Durch die Wechsel leidet der Spielfluss aktuell etwas. YB braucht ein Tor, um weiterhin die Chance auf den Cuptitel zu wahren.
81. Minute – 0:1*
Nächster Wechsel bei den Genferinnen. Die angeschlagene Serrano muss raus, für sie kommt Misini. Gimenez macht Platz für Jelenic.
73. Minute – 0:1*
Servette kann einen Schuss von Münger per Kopf klären. Bei der darauffolgenden Ecke kommt es nochmals zur Gefahr. Der direkte Versuch von Josten prallt an die Latte.
70. Minute – 0:1*
Auch YB wechselt ein erstes Mal. Chalatsogianni macht für Dysli Platz.
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