Das Spiel
Nach dem sensationellen Einzug von Lausanne in die Ligaphase verpasst mit Servette das zweite Westschweizer Team in den Conference-League-Playoffs die grosse Überraschung. Die Genfer verlieren das Rückspiel gegen Schachtar Donezk mit 1:2 nach Verlängerung und scheiden wie bereits im Vorjahr in der letzten Runde der Qualifikation aus.
Den entscheidenden Treffer erzielen die Gäste aus der Ukraine erst in der 113. Minute. Nachdem diese bereits in der gesamten Verlängerung auf den Siegtreffer drücken, ist es der eingewechselte Kaua Elias, der den goldenen Treffer markiert. Zu einer Reaktion ist Servette danach nicht mehr im Stand. Mit Basel, YB und Lausanne wird die Schweiz damit europäisch von nur drei Teams vertreten.
Dabei geht das Spiel aus Genfer Sicht ganz gut los. Wie bereits im Hinspiel (1:1) legt Servette einen Blitzstart hin, allerdings klappt es diesmal nicht mit dem frühen Treffer. Baron schlägt eine Flanke in den Strafraum, wo alle Genfer verpassen – auch Stevanovic, der eigentlich nur noch den Kopf hinhalten muss (4.). Ansonsten sehen die über 13’000 Fans im Stade de Genève eine sehr chancenarme erste halbe Stunde. Die Gäste aus der Ukraine haben mehrheitlich den Ball, wissen damit aber genauso wenig anzufangen, wie die Genfer, wenn sie zu einem Gegenstoss ansetzen wollen.
So wird es erst rund um den Seitenwechsel wieder gefährlich. Kurz vor Ende der ersten Hälfte trifft Servette-Akteur Njoh den Pfosten, wenige Minuten nach der Pause tut es ihm Sudakov auf der anderen Seite gleich. Schachtar versucht diesen Schwung gleich mitzunehmen, wird dabei aber gnadenlos ausgekontert. Über wenige Stationen landet der Ball bei Njoh, der eiskalt zur Genfer Führung einschiebt (52.).
In der Folge hat Servette gar die Chance auf den Doppelschlag, Antunes (58.) und Varela (65.) bringen den Ball aber nicht im Tor unter. So bleiben die Gäste aus der Ukraine in der Partie. Nachdem Kevin erst noch am glänzend reagierenden Mall scheitert (61.), gleicht er 20 Minuten vor Schluss per Penalty aus. Das Heimteam wirkt davon etwas geschockt. Donezk drückt weiter und sucht vergeblich den Siegtreffer – bis in der 113. Minute.
Die Tore
53. Minute, Lilian Njoh, 1:0. Was für ein schön herausgespielter Treffer von Servette! Die Genfer kontern, Stevanovic lanciert den völlig frei stehenden Njoh. Der Franzose bleibt alleine vor Schachtar-Goalie Riznyk cool und schiebt zur Führung ein.
70. Minute, Kevin (Penalty), 1:1. Servette-Verteidiger Mazikou stellt sich ungeschickt an und trifft Kevin im eigenen Strafraum. Der Brasilianer nimmt den Kontakt dankend und fällt – Schiedsrichter Fernandez zeigt auf den Punkt. Kevin schiesst den fälligen Penalty gleich selbst und verlädt Mall.
113. Minute, Kaua Elias, 1:2. Elias dribbelt sich stark durch die Genfer Hintermannschaft – wird aber auch zu wenig unter Druck gesetzt. Aus rund zehn Metern schiebt er ins rechte Eck ein. Servette-Goalie Mall ist ohne Abwehrchance.
Der Beste
Die Einwechslung von Kaua Elias ist entscheidend für Schachtar und verheerend für Servette. Denn er ist es, der Joël Mall überlistet und seinen Verein in die Conference League schiesst.
Der Schlechteste
Jérémy Guillemenot mangelt es an Selbstvertrauen und das ist deutlich zu sehen. Obwohl er gerade erst ins Spiel gekommen ist, verliert der Stürmer der Genfer den Ball 40 Meter vor seinem Tor auf dumme Weise. Ein fataler Fehler, denn Schachtar erzielt nur wenige Sekunden später den Siegtreffer.
Das gab zu reden
Im zweiten Jahr in Folge wird Servette keinen europäischen Herbst erleben. Es ist leicht, erneut das Pech dafür verantwortlich zu machen, dass man mit Schachtar Donezk auf einen eigentlichen Stammgast der Champions League trifft, nachdem man im Sommer 2024 bereits an Chelsea scheiterte.
Die Schiedsrichter
Guillermo Cuadra Fernandez und seine Assistenten leiten das Spiel ohne Probleme. Nur als ein ukrainischer Fan auf das Spielfeld rennt und eine gelb-blaue Flagge schwenkt, kommt es zu einer kurzen Unterbrechung.
Die Fans
Erneut hat das Stadion in Genf trotz der grossen Bedeutung des Spiels Mühe, sich zu füllen. Nur 13'224 Zuschauer finden sich im Stade de Genève ein, darunter eine Handvoll Ukrainer im Gästebereich und Hunderte in den anderen Bereichen des Stadions, die die Flagge ihres Landes in den Händen halten.
So gehts weiter
Die Europacupsaison ist für Servette vorbei – es steht nun wieder der Ligaalltag an. Am Sonntag treffen die Genfer zu Hause auf Luzern (14 Uhr). Schachtar Donezk spielt am Wochenende gegen Oleksandriya, am 2. Oktober startet für die Ukrainer die Ligaphase der Conference League.