Die Bilanz fällt – nicht unerwartet - eher negativ aus. Ausser, dass es hier in sechs Tagen keinen Unfall gab. Die Starts bleiben ein Problem, genau wie das Überholen. Max Verstappen: «Wir werden uns auf allen Strecken wieder neu im Cockpit orientieren muessen.» Der frühere Red Bull-Guru Dr. Helmut Marko (82) zu Blick: «Bin froh, dass ich dieses Desaster nicht mehr vor Ort miterleben musste. Wie gesagt: Die Software-Spezialisten sind mit ihren staendig wechselnden Programmen fast wichtiger als die Fahrer.»
Langweiliges Testende
In den letzten Testminuten wurden die Piloten nicht mehr so heiss wie früher, als die Bestzeiten unter Flutlicht nur so herumpurzelten. Jetzt war ein Angriff auf die letztjaehrige Test-Bestzeit von Sainz im Williams kein Ziel – 1:29,348.
Das Bild hat sich zwei Wochen vor dem WM-Start in Australien also nicht geändert. Hinter den vier Topteams fällt vor allem immer wieder ein Team auf: Haas-Ferrari. Dank dem Briten Oliver Bearman bekommt das US-Team das beste Material aus Maranello. Bearman ist der offizielle rote Testpilot, wenn Leclerc oder Hamilton was zustossen sollte.
Ferrari verbluefft – ob es nutzt?
Nur die kleinen Ferrari-Tricks bleiben Haas verborgen. Wie ein Leitblech am Auspuff oder der sich um 180 Grad drehende Heckflügel. Ob sie was bringen? Star-Designer Adrian Newey hat genug Probleme mit dem Aston Martin-Honda, der Dauergast an den Boxen. Sonst würde sich der Brite diese roten «Sensationen» sicher näher betrachten. Hauptproblem bei den Grünen: der japanische Motor.
1. Leclerc (Ferrari) 1:31,992
2. Norris (McLaren) 1:32,871
3. Verstappen (Red Bull) 1:33,109
4. Russell (Mercedes) 1:33,197
5. Gasly (Alpine) 1:33,421
6. Bearman (Haas) 1:33,487
7. Antonelli (Mercedes) 1:33,916
8. Lindblad (Racing Bulls) 1:34,149
9. Bortoleto (Audi) 1:34,149
10. Sainz (Williams) 1:34,342
11. Piastri (McLaren)) 1:34,352
12. Ocon (Haas) 1:34,494
13. Hadjar (Red Bull) 1:34,511.
14. Bottas (Cadillac) 1:35,290
15. Huelkenberg (Audi) 1:36,019
16. Perez (Cadillac) 1:40,842
17. Stroll (Aston Martin) ohne Zeit
1. Leclerc (Ferrari) 1:31,992
2. Norris (McLaren) 1:32,871
3. Verstappen (Red Bull) 1:33,109
4. Russell (Mercedes) 1:33,197
5. Gasly (Alpine) 1:33,421
6. Bearman (Haas) 1:33,487
7. Antonelli (Mercedes) 1:33,916
8. Lindblad (Racing Bulls) 1:34,149
9. Bortoleto (Audi) 1:34,149
10. Sainz (Williams) 1:34,342
11. Piastri (McLaren)) 1:34,352
12. Ocon (Haas) 1:34,494
13. Hadjar (Red Bull) 1:34,511.
14. Bottas (Cadillac) 1:35,290
15. Huelkenberg (Audi) 1:36,019
16. Perez (Cadillac) 1:40,842
17. Stroll (Aston Martin) ohne Zeit
Auch Cadillac taucht immer weniger auf der Strecke auf. Da können Perez und Bottas bis Melbourne nur beten. Ohne Ferrari-Power wäre man total verloren. Und Aston Martin-Honda ist ein Schatten seiner selbst. Honda gibt grossen Rückstand zu.
«Und dann kommt die Epstein-Akte»
Weil die Formel 1 ohne Krach nicht gut leben kann, tauchte jetzt das Gerücht auf, dass der Mercedes-Supersprit von Petronas (muss auch von McLaren, Williams und Alpine benutzt werden) noch keine Homologation der FIA erhalten hat.
Mercedes-Chef Toto Wolff: «Ein weiterer Unsinn der Medien. Zuerst wars unser Motor, jetzt das Benzin. Am Ende tauche ich noch in den Epstein-Akten auf.» Zum Glück geht es am anderen Ende der Welt bald los. Und der Motor von Mercedes wird erst am 1. August kontrolliert, ob das Verdichtungsverhältnis von 16:1 auch bei Betriebstemperatur von 130 Grad Celsius eingehalten wird.
Momentan behauptet ja die Konkurrenz, dass Mercedes das Verhältnis auf 18:1 erhöhen kann.
Der Start bleibt ein Problem
Auch am letzten Tag (wolkenlos wie seit zehn Tagen) wurden weitere Startübungen auf Druck der FIA durchgeführt. Am Mittag fuhren Ocon, Antonelli und Hadjar einfach zweimal hintereinander in die erste Kurve. Am Abend scheiterte auch der letzte Versuch, ein vernünftiges Bild abzugeben. Immerhin stellten sich neun Autos auf, die zweimal davonschlichen.
Weltmeister McLaren hatte auf der Schulbank am schlechtesten abgeschnitten. Norris blieb zweimal stehen, Piastri kam schon beim Vorstart nicht weg. Was man hier testet und einführen will: Bei der Ampel gibt es jetzt eine fünf Sekunden dauernde Wartezeit mit blauen Lichtern. Da hat jeder Zeit, den Turbo hochzudrehen, bevor die roten Lichter kommen – und das Feld auf die grüne Ampel wartet.
Audi-Chef Binotto lobt Motor
Bei Audi hält man sich weiter bedeckt. Die Hinwiler können kaum einschätzen, was die direkten Rivalen betrifft. Es bleibt dabei: Von Rang 6 bis 9 ist alles moeglich. In dieser Mittelfeld-Region gehört das neue Team auch bei den absolvierten Runden dazu. CEO Binotto zu Blick: «Wir sind zufrieden. Vor allem mit dem Motor.» Es bleibt ein Fragezeichen.
Und für den Nachmittag hat Audi im Gegensatz zu Alpine, Aston Martin, Cadillac und Williams keine superweichen Reifen (C5) bestellt. Diese benutzt am Donnerstag schon mal Colapinto und kam an die besten Zeiten heran. Und mit 120 Runden landete er distanzmässig hinter Verstappen (139) auf Platz zwei. Der fleissigste Mann am Freitag: GP-Neuling Avid Lindblad (18) im Racing Bulls – 165 Runden.