Die Spielerinnen baden im Goldregen, Champagner-Korken knallen. Drei Jahre nach der Gründung, nach dem Aufstieg in die höchste Liga und dem Vize-Meistertitel verbuchen die Zugerinnen den nächsten Triumph: Sie sind Schweizermeisterinnen! In der Final-Serie lassen sie den amtierenden Titelträgerinnen aus Bern keine Chance und gewinnen dreimal in Folge. Nach dem 7:1- und dem 4:0-Sieg setzen sie sich mit dem 6:3 die Krone auf.
Während den Spielerinnen die Goldmedaillen umgehängt werden, sitzen EVZ-CEO Patrick Lengwiler und -Sportchef Reto Kläy auf der Spielerbank, tragen eine Kappe mit der Aufschrift «Schweizermeistertinnen 2025/26». Und haben etwas zu feiern am Abend vor dem vierten Duell des Playoff-Viertelfinals der Männer. «Heute können wir lachen», sagt Lengwiler, «es sind gerade zwei verschiedene Welten.» Das erfolgreiche Frauen-Team, dem mit Cup-Sieg und Meistertitel das Double gelang, das kriselnde Männer-Team, dem am Donnerstag das Aus mit einem «Sweep» (0:4) gegen den HCD droht.
Doch Lengwiler ist in jenem Moment einfach stolz, was seine Organisation auf die Beine gestellt hat. «Es ist eine Dynamik entstanden, die zeigt, was alles möglich ist im Frauen-Hockey. Das ist schön zu sehen. Unser Plan ging auf.» Der hat vorgesehen, den ersten Meistertitel vier Jahre nach der Gründung zu feiern. Der EVZ ist dem Plan ein Jahr voraus.
Beim entscheidenden Sieg glänzt mit einem Hattrick Ivana Wey. Der zweite Treffer der 20-Jährigen ist ein Präzisionsschuss ins Eck, SCB-Verteidigerin Stefanie Wetli nimmt ihrer Torhüterin Saskia Maurer die Sicht. Bei ihrem dritten Tor vollendet Wey die starke Vorarbeit von Luisa Waser, die der Bernerin Emma Ingold kurzerhand den Puck von der Schaufel wegschnappt.
Als man nach diesem 4:0 kurz vor Spielmitte denkt, der Meister-Mist ist geführt, überrascht der SCB mit einem Aufbäumen. Ein Doppelschlag innert zwei Minuten zwingt EVZ-Trainerin Daniela Diaz zu einem Timeout.
Die Antwort ihres Teams: Ein Powerplay-Tor zum 5:2 in der folgenden Überzahl. Zurücklehnen können sich die Zugerinnen aber nicht, der SCB bleibt hartnäckig, verkürzt und wirft in der heissen Schlussphase ohne Torhüterin nochmals alles nach vorne. Für eine Wende reicht es jedoch nicht mehr – Bern gibt den Pokal ab.
Tore: 14. Wey (Enzler) 1:0. 16. Enzler (Stalder, Roulet) 2:0. 18. Wey 3:0. 28. Wey (Waser) 4:0. 29. Otamo (Wetli) 4:1. 31. Leibundgut (Wetli) 4:2. 33. Marti (Wey, Eggli/PP) 5:2. 46. Wetli (Duvin) 5:3. 60. Enzler (Fuoco) 6:3 (ins leere Tor).
Fans: 3824.