So tippen die Hockey-Reporter die Serien
Der ZSC schickt Lugano früh auf die Bretter

Die Playoffs wurden am Freitag lanciert, am Samstag kommt es auch bei ZSC – Lugano und Servette – Lausanne zum ersten Kräftemessen. Wer sich in ihren Serien durchsetzen wird, wissen die Blick-Hockey-Reporter.
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Lugano-Verteidiger Carl Dahlström versucht, ZSC-Stürmer Nicolas Baechler unter Kontrolle zu halten.
Foto: Marusca Rezzonico/freshfocus

Mitell muss Bayer wieder gratulieren

Erstmals seit acht Jahren wird dieser Playoff-Klassiker wieder gespielt. Das ist gut so, denn langweilig wurde es bei den bisherigen acht Austragungen, die der ZSC fünfmal erfolgreich gestalten konnte, nie. Beim letzten Aufeinandertreffen im Final 2018 wurde Zürich in Lugano im siebten Spiel Meister. Dieses Mal schickt der ZSC die Tessiner früher auf die Bretter. Denn der Doppelmeister hat in fast allen Bereichen mehr zu bieten.

Ein einfacher Playoff-Aufwärmgalopp wie im letzten Jahr in den Viertelfinals gegen Kloten (4:1) wird es allerdings nicht. Die Lions werden gegen das wieder Struktur und Elan verkörpernde Lugano von Anfang an bereit sein und ihr Ding durchziehen müssen, wollen sie nicht eine unliebsame Überraschung erleben.

Somit wird Marco Bayer auch das Duell des Schweizer Meistertrainers von 2025 gegen den Meistertrainer Schwedens von 2022 zu seinen Gunsten entscheiden. Diesem zu gratulieren, hat Tomas Mitell schon vor einem Jahr geübt, damals noch als Trainer von Färjestad nach dem verlorenen Champions-League-Final.

Der Tipp von Marcel Allemann: ZSC Lions – Lugano 4:1 

Auch Ward kann Servette nicht bremsen

Der Genfersee heisst Genfersee, weil Genf die wichtigste und schönste Stadt am Genfersee ist. Sonst hiesse der See nicht Genfersee, sondern Lausannesee. Der HC Genève Servette ist der Schweizer Meister von 2023 und die aktuell beste Mannschaft am Genfersee (das ist keine Polemik, sondern Statistik), Lausanne hat zuletzt zwei Finalserien verloren. 

In den Playoffs gab es das Genfersee-Duell bisher noch nie, die organisch gewachsene Rivalität zwischen den beiden Städten (Genf ist schöner) wird aber mindestens die Genfersee-Region in ihren Bann ziehen.

Was zu befürchten ist? Die heissblütigen Fan-Gruppierungen (die Gruppe von Genf ist heissblütiger) werden auch neben dem Eis für Spannungen sorgen. Auf dem Eis? Seit dem legendären 0:11-Derby hat Servette den Trainer gewechselt und dann den Tritt gefunden, Lausanne hat seit diesem Zeitpunkt den Tritt verloren. Vorteile hat Lausanne höchstens auf der Trainerposition, Geoff Ward ist ein charismatischer Typ und ein ausgezeichneter Taktiker und Coach (der würde gut nach Genf passen).

Der Tipp von Dino Kessler: Servette – Lausanne 4:0 

National League und Super League: Folge jetzt deinem Team!

Davos überfährt Zug

Die unbeständigen Zuger haben es gerade noch so in die Playoffs geschafft. Mit einem Aufbäumen im ersten Play-In-Duell gegen Rappi. Die Saison ist damit aber längst nicht gerettet. Das drohende schnelle Out im Viertelfinal gegen den Titelfavoriten HCD würde das Zwischenhoch subito vergessen machen und an die Probleme der ganzen Regular Season erinnern.

Der EVZ hat es kaum je in einem Spiel geschafft, die Einzelteile zu einem starken Ganzen zusammenzufügen. Mal überzeugte die Defensive, mal lief es in der Offensive – beides gleichzeitig jedoch nie. Regelmässig bewahrte «Siebesiech» Leonardo Genoni, der siebenfache Meistergoalie, sein Team vor höheren Pleiten. Den 38-Jährigen in Top-Form braucht es auch, um diesem HCD ein Spiel stehlen zu können.

Denn die Davoser Rennpferde scharren mit ihren Kufen. Alles ist gewetzt, die Sinne geschärft, der Antrieb turbomässig – der 32. Meistertitel soll her. Wann, wenn nicht jetzt, ist man nach dieser dominanten und beeindruckenden Quali geneigt zu sagen. Zu Recht. Die selbstbewussten Bündner gewannen Spiele, in denen sie nicht immer besser aussahen als der Gegner, aber Mittel und Wege zum Sieg fanden. Und das, ohne auch nur einen Moment unsicher zu werden.

Der Tipp von Nicole Vandenbrouck: Davos – Zug 4:1 

Niemand möchte gegen diese Lakers spielen

Wer gegen die Lakers spielt, hat ein Problem. Denn die Karten sind ungleich verteilt. Die St. Galler sind immer die Aussenseiter. Ob sie nun eisblau oder rot gekleidet sind, sie bleiben in der öffentlichen Wahrnehmung die grauen Mäuse. Sie waren noch nie Meister und dürften es nie werden. Dabei haben sie am Obersee in den letzten Jahren einen Superjob gemacht.

Jeder Gegner wird darauf hinweisen, dass die St. Galler eine gute Mannschaft sind. Und alle, die zuhören, denken: Ja, ja. Dabei ist es wahr. Das Team von Johan Lundskog weiss, was es tut, ist schnell und hat eben die Nerven behalten, als gegen Bern die Gefahr bestand, nach einer guten Saison mit leeren Händen und ohne Playoffs dazustehen.

Das sind nicht die einzigen Zutaten für eine Überraschung. Bei Fribourg knistert es im Gebälk. Der Schwede Lucas Wallmark will weg – und er dürfte nicht der Einzige sein, der keinen Gefallen am harten Stil von Landsmann Roger Rönnberg findet. Zudem fehlt Fribourg mit Sandro Schmid ein wichtiger Spieler, und niemand weiss, wann Marcus Sörensen wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein wird.

Der Tipp von Stephan Roth: Fribourg – SCRJ Lakers 2:4 

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