Knak checkt Seiler – dann haut er Streule auf die Glocke
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HCD-Stürmer rabiat unterwegs:Knak checkt Seiler – dann haut er Streule auf die Glocke

Seiler und Streule
HCD-Knak knöpft sich Fribourger Nervensägen vor

Nach dem vierten Auswärtssieg steht die Finalserie zwischen Davos und Fribourg 2:2. Nati-Stürmer Simon Knak setzt dabei ein Zeichen.
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HCD-Stürmer Simon Knak gibt Maximilian Streule Saures.
Foto: Pius Koller

Die drei Besten von Finalspiel vier

⭐️⭐️⭐️ Simon Knak (Davos)
⭐️⭐️ Sandro Aeschlimann (Davos)
⭐️ Julian Parrée (Davos)

Knak setzt ein Zeichen

In den ersten drei Spielen hatte man sich beim HCD von den Fribourger Rabauken wie Maximilian Streule, Simon Seiler oder Yannick Rathgeb auf der Nase rumtanzen lassen. Doch nachdem Lucas Wallmark am Mittwoch in der zweiten Overtime Filip Zadina mit einem Stockhieb in die Kniekehle niedergestreckt hatte, war das Mass voll. «Fertig lustig!», dürfte sich Nati-Stürmer Simon Knak gedacht haben. Schon in seinem ersten Einsatz landet er einen krachenden Check. Und kurz vor der ersten Pause knallt er Seiler mit einem harten, aber fairen Check gegen die Bande. Und als Streule auf ihn losgehen will, gerät er an den Falschen (siehe Video oben). Der 24-jährige Zürcher, der nach dieser Saison ins Unterland zu den ZSC Lions wechselt, lässt sich auch nicht durch den «Aquarium-Helm» seines Kontrahenten aufhalten und landet drei Treffer. Als die Streithähne dann auf der Strafbank sitzen, fährt Brendan Lemieux bei Streule vorbei und verspottet ihn mit einer Geste als Heulsuse.

xG-Wert trügt zum vierten Mal

Gemäss der Statistikseite nlicedata.com geht auch das vierte Finalspiel an die Mannschaft mit dem tieferen xG-Wert, also an jenes Team, das über weniger statistisch zu «erwartete Tore» (expected goals) aufweist. Fribourg kommt auf einen xG-Wert von 2,01 Toren, Davos auf 0,97. Dass Gottéron keinen Treffer erzielt, liegt einerseits an einer sehr soliden Leistung von Goalie Sandro Aeschlimann, aber auch daran, dass die Schüsse aufs HCD-Tor nicht präzis genug sind.

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Der Ketchup-Effekt

Er hat sich alles fürs Schlussbouquet aufgespart: 58 Partien blieb HCD-Stürmer Julian Parrée ohne Tor, um dann im Final einzustempeln. Im ersten Duell gegen Fribourg schoss der 23-Jährige das 2:3, im vierten Duell das entscheidende 1:0. «Dass ich davor nicht getroffen habe, hat mich sehr lange verfolgt, muss ich ehrlich sagen. Ich hatte ein paar gute Chancen über die ganze Saison, aber der Puck ging nie rein. Darum ist es natürlich umso schöner, dass es jetzt im Finale klappt. Vielleicht setzt jetzt ein wenig der Ketchup-Effekt ein.» Vielleicht hat es aber auch HCD-Sportchef Jan Alston herbeigeredet: Vor dem Final-Start sagte er, dass Parrée für ihn zu den vielversprechenden Zukunftshoffnungen der Davoser gehört, er eine starke Saison spiele, ihm aber einfach noch ein Torerfolg fehlt. Et voilà.

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Borga/Kaukokari mit dem zweiten Streich

Wie im ersten Finalspiel pfeifen wieder Cedric Borga und der Finne Mikko Kaukokari, über die sich HCD-Verteidiger Sven Jung die Frage stellte: «Sind das wirklich die besten Schiedsrichter, die wir in der Schweiz haben?» Und erneut löscht das Duo ein Davoser Tor nach einer Coaches Challenge aus. Beim Treffer von Brendan Lemieux im Game one werteten sie eine Aktion von Matej Stransky an Reto Berra als Behinderung. Diesmal sehen sie den Fribourger Keeper durch Beni Waidacher behindert, als Tino Kessler trifft. Ein umstrittener Entscheid. Denn freiwillig war der junge HCD-Stürmer nicht in Berra gerutscht. Da hatte Patrik Nemeth mindestens ein wenig nachgeholfen.

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Zum 100. Mal in Folge ausverkauft

Guichet fermé, ausverkauft. 9372 Fans sind auch im vierten Finalspiel präsent und sorgen für eine spezielle Stimmung. Damit ist die BCF-Arena zum 100. Mal in Folge ausverkauft. Letztmals blieben am 7. März 2023 beim Pre-Playoff-Hinspiel gegen Lugano Tickets übrig. Damals hatte die Arena noch ein Fassungsvermögen von 9009 Plätzen, wovon nur 62 nicht verkauft wurden. 

«Wir hatten genug Chancen für ein paar Tore»
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Gottéron-Nemeth bedient:«Wir hatten genug Chancen für ein paar Tore»

Umbau-Stress

Bei Fribourg dürfte man froh sein, dass die Partie nicht in die Overtime geht. Denn gleich nach Spielschluss beginnt der Umbau-Stress: Die BCF-Arena muss für die Superfinals im Unihockey bereitgemacht werden. Am Samstag findet um 13.30 Uhr der Frauen-Final Wizards Bern Burgdorf gegen Kloten-Dietlikon Jets und um 17.30 Uhr das Männer-Duell Zug United gegen HC Rychenberg Winterthur statt.

Corvi noch ohne Worte

Es ist ein überraschendes Comeback von HCD-Center Enzo Corvi. Mitte Januar fiel der 33-Jährige mit einer Kopf-/Nackenverletzung aus und bangte um seine Rückkehr. Nach einem Auf und Ab konnte Corvi erst am Vortag des vierten Final-Duells ein vollständiges Teamtraining absolvieren – ein Muss für ein Comeback. Als Center der dritten Linie zwischen Brendan Lemieux und Captain Matej Stransky war Corvi wichtig für die Bullys, dass ihm jedoch der hohe Spielrhythmus noch fehlt, konnte er nicht verbergen. Wie die Rückkehr mitten im Playoff-Final für ihn war, wollte der Churer nach dem 1:0-Sieg vorerst noch nicht beantworten, Corvi steht lieber erst Red und Antwort, wenn er sich in die Serie gebissen hat.

Glücks-Unterhosen gegen den Final-Fluch

Die Fribourg-Fans versuchen alles, um den Final-Fluch von Gottéron (4 von 4 verloren) zu besiegen. So erzählt einer, dass er stets seine Glücks-Unterhosen – natürlich frisch gewaschen – für die Spiele anzieht.

«Ich habe extra meine Glücks-Unterhosen angezogen»
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Endet Gottérons Meisterfluch?«Ich habe extra meine Glücks-Unterhosen angezogen»

Die Anhängerin mit dem Buch

Kein Glück scheint jene Anhängerin Fribourg zu bringen, die jeweils das Buch «Wie Serienmörder denken» liest. Wie schon beim ersten Heimspiel (1:3) ist sie bei der Lektüre auf dem Video-Würfel zu sehen.

Die lesende Anhängerin scheint Fribourg kein Glück zu bringen.
Foto: Screenshot TV24
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