Am 5. April 2023 haben die ZSC Lions letztmals ein Playoff-Heimspiel verloren. Damals mit 3:5 in den Halbfinals gegen Biel. Diese Serie ist um ein Kapitel reicher, umfasst nach drei Jahren und einem Tag mittlerweile 19 Spiele. Damit können sich die Zürcher am Mittwoch in Davos daran machen, am Break zu arbeiten, das sie für den Finaleinzug benötigen. Und der HCD muss aufpassen, dass ihm die Serie nicht entgleitet.
ZSC-Trainer Marco Bayer war beeindruckt von der Wucht, mit welcher der HCD sein Team in der Anfangsphase von Spiel 1 empfangen hatte. Einen ähnlichen Gegenschlag bekommen die Zürcher, bei denen ihr Leitwolf Sven Andrighetto weiterhin verletzungsbedingt fehlt, zunächst nicht hin. Es ist unter den Augen von Inter-Goalie Yann Sommer, der neben ZSC-Präsident Lorenz Frey-Hilti und dessen Vorgänger und Vater Walter Frey sitzt, eher ein gegenseitiges Abtasten, bei dem beide Teams sehr gut stehen und krampfhaft nach Schlupflöchern suchen. Mit Playoff-Hockey hat das zunächst wenig zu tun, klare Torchancen gibt es auch kaum.
Dies ändert sich just mit dem Start des zweiten Drittels, als die ZSC Lions ein Brikett nachlegen. Plötzlich setzen sie den HCD unter Dauerdruck, stellen unter Beweis, dass der souveräne Quali-Sieger durchaus verwundbar ist. In Überzahl gelingt Rudolfs Balcers nach einer schönen Kombination dann auch das verdiente 1:0. Doch der HCD hat eine Antwort, trifft ebenfalls im Powerplay. Ein Schuss von Calle Andersson wird von Yannick Frehner noch leicht abgelenkt – ZSC-Meistergoalie Simon Hrubec lässt sich zwischen den Beinen erwischen. Neben den Toren ist die Partie jetzt auch deutlich intensiver und giftiger.
Der ZSC arbeitet weiter hart an der neuerlichen Führung und wird für diesen Aufwand belohnt. Es ist ein kurioser Treffer, der zum 2:1 führt. Dean Kukan bringt eine Art Flanke vors Tor, via HCD-Goalie Sandro Aeschlimann gelangt der Puck auf den Stock von Chris Baltisberger der sich vor dem Gehäuse mit Klas Dahlbeck duelliert. Es ist bereits der dritte Treffer von Baltisberger in dieser Halbfinalserie. Die vierte Linie mit ihm, Justin Sigrist und Nicolas Baechler spielt ganz stark und dokumentiert die Breite der ZSC Lions eindrücklich. Für die Entscheidung sorgt dann das 3:1 von Vinzenz Rohrer, der sich ebenso für eine auffällige Partie belohnt. Sie springen in die Bresche, während Topstar Denis Malgin ohne seinen Spielgefährten Andrighetto noch nicht so wirklich auf Touren kommt.
Fans: 12'000 (ausverkauft)
Tore: 25. Balcers (Frödén, Lehtonen/PP) 1:0. 33. Frehner (Andersson) 1:1. 46. Baltisberger (Kukan) 2:1. 54. Rohrer 3:1.




