Geduld bringt Rosen, sagt man – in der Rosenstadt allerdings nicht für den SCB. Wer gedacht hatte, dass sich das Ehlers-Team nach dem blassen Heim-Auftritt im Hinspiel (1:2) mit Verve ins Getümmel stürzen würde, wird enttäuscht. Die Berner warten. Und warten. Auf was? Das weiss keiner.
So kann Rappi sein Ding machen, seine spielerischen und läuferischen Vorteile ausspielen und hat das Spiel im Griff. Viel zu selten hat der SCB den Mut, die Lakers unter Druck zu setzen. Dabei ist das Heimteam durchaus anfällig für Fehlpässe.
Fehler der Berner sind es dann, die Rappi in Führung bringen. Erst verliert Rhyn den Puck in der eigenen Zone an Moy, dann lässt sich Goalie Zurkirchen aus spitzem Winkel von Fritz erwischen. Der Schuss des Kanadiers wird noch leicht von SCB-Verteidiger Häman Aktell abgelenkt.
Zurkirchen, der diesmal den Vorzug vor dem Schweden Reideborn erhält, was den Einsatz von dessen Landsmann Bemström im Sturm ermöglicht, muss den Treffer dennoch auf seine Kappe nehmen. Und der Torschütze revanchiert sich dafür, dass ihn der Speaker in Bern Fritz Tanner statt Tanner Fritz nannte.
Für den SCB kommt es noch schlimmer. Als das schwache Schiedsrichter-Duo Wiegand/Kaukokari nach einem Schubserchen von Graf auf einen Pilut-Taucher reinfällt, erhöht Strömwall im Powerplay auf 2:0. Den Unparteiischen entgeht dabei, dass Lammer davor Häman Aktell den Stock geklaut hat. Der Schwede handelt sich darauf für sein Reklamieren 2 plus 10 Strafminuten ein.
Der SCB braucht nach der erneut schwachen und blutleeren Vorstellung die Schuld nicht bei den Schiedsrichtern zu suchen. Nach dieser miesen Saison hat er im Gegensatz zu den Lakers auch nichts in den Playoffs verloren. Der Sieg am Samstag gegen Biel (4:0) war nur noch ein letztes Zucken gewesen. Der scheidende Boss Lüthi, der auf der Medientribüne mitleidet, hätte nach 28 Jahren mit grossen Verdiensten und sechs Meistertiteln ein anderes Ende verdient gehabt.
Sechs Minuten vor Schluss beseitigt Albrecht mit dem 3:0 letzte Zweifel, falls die überhaupt noch bestanden haben. Die Lakers, die bereits in der Quali 14 Punkte mehr als der SCB holten, dürfen sich auf den Viertelfinal gegen Fribourg freuen.
Fans: 5178
Tore: 30. Fritz (Moy) 1:0. 36. Strömwall (Pilut, Moy/PP) 2:0. 54. Albrecht (Moy, Pilut/PP) 3:0. 54. Zangger (Hofer) 4:0.




