Wer die Olympia-Pause nicht damit verbracht hat, hochkarätiges, rasantes Eishockey auf kleineren Eisfeldern zu schauen, ist für einmal im Vorteil. Denn: Was der SCB und Kloten im Vergleich bieten, ist eine andere Sportart, eine äusserst zähe Angelegenheit. Im Gegensatz zum Olympia-Final sind allerdings auch kein Celebrini, McDavid oder auch keine Hughes-Brüder am Werk. Von den beiden Teams war nur Klotens italienischer Ersatzkeeper Fadani in Mailand dabei.
Während die Berner von Anfang entschlossen in die Zweikämpfe gehen, spielen die Zürcher Unterländer im ersten Abschnitt im Ferien-Modus. Erst 28 Sekunden vor der ersten Pause geht der erste Schuss auf das Tor von Goalie Zurkirchen in die Statistik ein. Der ehemalige Kloten-Keeper pariert dabei einen Abschluss von Rückkehrer Aberg.
Zu diesem Zeitpunkt führt der SCB längst 1:0. Denn bereits in der 2. Minute leitet Schild einen Konter ein, als Kloten-Verteidiger Profico zu forsch und vor allem erfolglos in der gegnerischen Zone nachsetzt. Scherwey bedient Schild darauf mustergültig und der 21-jährige Stürmer, der zuletzt an Visp ausgeliehen war, erzielt im 42. Spiel sein erstes Saisontor für den SCB. Eine Erlösung für den Berner, der in den beiden letzten Saisons noch 6 und 5 Tore erzielt hatte.
Dem SCB fehlt der letzte Wille, die knappe Führung auszubauen und Kloten kommt nach der ersten Pause ein wenig besser ins Spiel und in die Zweikämpfe, ohne Zurkirchen oft ins Schwitzen zu bringen. Im Schlussdrittel stellt der SCB bald einmal seine letzten Angriffsbemühungen ein, gerät unter Druck und quält seine Fans. Der Berner Minimalismus rächt sich. Ohne Goalie gelingt Kloten durch Morley der Ausgleich. In der Overtime sind die Berner wie paralysiert. Und Lindroth schiesst die Gäste gar noch zum Sieg.
Fans: 14'789.
Tore: 2. Schild (Scherwey, Rhyn) 1:0. 60. (59:26) Morley (Leino/ohne Goalie) 1:1. 63. Lindroth (Waeber) 1:2.




