Im Kopf sind die ZSC Lions nach 44 gespielten Minuten in Lausanne wohl bereits im Car auf dem Heimweg. Baltisberger hat im Powerplay soeben auf 3:0 erhöht und so den sichergeglaubten Sieg eingetütet. Im Gepäck wären nicht nur drei Punkte, sondern auch das Direktticket für die Playoffs. Doch da hat der Titelverteidiger die Rechnung ohne die bissigen Waadtländer gemacht. Drei Minuten nach dem dritten Zürcher Treffer fasst sich Olympia-Stürmer Jäger ein Herz und erwischt ZSC-Goalie Hrubec mit einem Handgelenk-Schuss. In der Folge lassen die Lausanner mehrere Überzahl-Möglichkeiten verstreichen, was die Siegchancen für den ZSC durchaus erhöht.
Doch als Goalie Hughes einem sechsten Feldspieler Platz macht, kann Riat, der zweite Olympia-Fahrer in den Reihen der Gastgeber, von der blauen Linie abziehen. Sein Geschoss schlägt zwischen Hrubec-Schulter und Latte ein und bringt die Vaudoise Aréna definitiv zum Kochen. Die Stimmung wird nur durch den Ausgleich 14 Sekunden vor Schluss getoppt – Baragano wird nach einem Bully freigespielt und schliesst trocken ab. So geht die Final-Reprise der beiden letzten Jahre in die Verlängerung. Weil dort kein Treffer fällt, geht es ins Penaltyschiessen, dort setzen sich die Lions dann schlussendlich durch.
Den Titel «Spieler des Abends» hatte eigentlich Hollenstein schon auf sicher. Im ersten Drittel lenkt er einen Lehtonen-Abschluss ab, im Nachgang wird ihm der Treffer dann auch gutgeschrieben – zunächst war Sundström als Torschütze geführt. Wenige Sekunden sind im zweiten Drittel gespielt, als der ZSC in Überzahl spielen und Hollenstein ein Zuspiel von Frödén versenken kann.
Fans: 9600.
Tore: 9. Hollenstein (Lehtonen, Andrighetto) 0:1. 41. Hollenstein (Frödén) 0:2. 44. Baltisberger (Lammikko) 0:3. 47. Jäger (Zehnder) 1:3. 59. Riat (Suomela) 2:3 (ohne Goalie). 60. Baragano (Suomela, Jäger) 3:3 (ohne Goalie).
Penaltytore: Suomela; Lammikko, Rohrer, Frödén.




