Die Genfersee-Serie bekommt, was sie verdient: Ein Entscheidungsspiel, den siebten Akt in diesem fesselnden und intensiven Drama. Für Servette und Lausanne steht dabei mehr auf dem Spiel als nur der Halbfinal, da geht es auch um die Vormachtstellung in der Region, und die hält Servette seit dem Meistertitel 2023 und dem Gewinn der Champions League 2024 fest in der Hand. Ein Stachel im Fleisch der ambitionierten Waadtländer, die zuletzt zwei Finalserien gegen die ZSC Lions verloren hatten.
Spiel sechs? Eine Tortenschlacht. Die Waadtländer legen drei Tore vor, Servette legt drei Tore nach. Hat jemand Momentum gesagt? Besser nicht. Servette brettert sofort los, nimmt das Heft in die Hand und schnürt den Gegner phasenweise fest. Aber da ist ja noch Lausanne-Goalie Kevin Pasche, der sich zwischen den Rohren mit stupender Sicherheit alles krallt, was sich krallen lässt. Da ist aber auch noch Matthew Verboon, der Servette-Mittelstürmer, der sich eine denkbar unschlaue Strafe einhandelt, als er während eines Unterbruchs mittels Crosscheck nachsetzt.
Servette leistet sich noch zwei weitere Strafen im ersten Abschnitt. Konsequenzen hat Bozons Ausschluss, der zwar gerade wieder aufs Eis tritt, als Kahun zum 1:0 trifft. Kein Powerplaytreffer für die Statistik, aber einer für die Emotionen. Genf schmort im eigenen Saft. Wars das? Bisher gewann in dieser Serie immer die Mannschaft, die den ersten Treffer erzielte.
Für Servette- und Nati-Keeper Stéphane Charlin ist in der 34. Spielminute Schluss, nachdem er erst auf der Fang- (Kahun) und dann auf der Stockhandseite (Caggiula) bezwungen wird. Für Charlin kommt Robert Mayer, der zuletzt 2023 eine Playoff-Partie bestritt. 3:0 – wars das jetzt endgültig? Die Luft ist nicht ganz aus der Handorgel, weil Vesey in Überzahl verkürzen kann.
Endgültig ist einer Serie nichts, bis sie vorbei ist. Im Schlussabschnitt drückt Genf das Gaspedal voll durch, Lausanne kann sich kaum noch befreien. Und kassiert Strafen. Servette zieht ein überzeugendes Powerplay auf, das Finnen-Quartett plus Vesey ziehen alle Register, zehn Minuten vor Schluss gleicht Saarijärvi aus. Aber war da immer alles korrekt? Bei den Anspielen? Vor Saarijärvis Ausgleich? Vesey behindert seinen Gegenspieler heftig – aber die Refs wollen nichts mehr sehen.
Die Verlängerung? Geht in den Playoffs ja so lange, bis ein Tor fällt, dauert in Lausanne aber nur kurz. Genfs Puljujärvi verschafft sich vor dem Tor genug Platz, um Granlunds Zuspiel entscheidend abzufälschen. Man sieht sich am Donnerstag in Genf.
Fans: 9600
Tore: 11. Kahun (Jäger, Niku) 1:0. 30. Kahun (Brännström) 2:0. 34. Caggiula (Rochette, Vouardoux) 3:0. 35. Vesey (Granlund, Saarijärvi/PP) 3:1. 47. Puljujärvi (Manninen, Vesey/PP) 3:2. 50. Saarijärvi (Granlund, Manninen/PP) 3:3. 64. Puljujärvi (Granlund, Manninen) 3:4.




