Seit dem 11:0 am 16. September 2025 im ersten Genfersee-Derby hat Lausanne gegen Servette kein Ufer mehr gesehen, das letzte Duell vor den Playoffs gab man zu Hause 0:3 ab. Der Start in den Viertelfinal ist mindestens ergebnismässig missglückt, beim 0:1 in der Vernets-Halle wurde man in der Startphase zudem regelrecht überfahren. Der Spannungsbogen über dem zweiten Spiel: Kann Lausanne das Heft nach vier Niederlagen in Folge wieder in die Hand nehmen?
Die Waadtländer versuchen es mit Verve. Als Rezept wählt man das physische Spiel und lotet dabei die Grenzen aus, scheitert dabei aber am Unwillen der Schiedsrichter, alles und noch mehr durchzulassen. Caggiula löst eine Massenkeilerei aus (Goalie attackiert), Brännström wird wegen grober Unsportlichkeit in der Kühlbox festgesetzt, nachdem er Puljujärvis Stock mit den Schlittschuhen traktiert. Ein Feuerwerk an Emotionen, ein Spiel, knapp an der Grenze zum Chaos.
Im hektischen Betriebsklima wird aber selbst das eigentlich formidable Genfer Powerplay zum Opfer von Ungenauigkeiten, während fast zwei Minuten in doppelter Überzahl werden die Kombinationen zum Stückwerk. Die Bilanz nach der Hälfte des ersten Abschnitts? Stolze 16 Strafminuten. Als Servette-Verteidiger Le Coultre für ein handelsübliches Beinstellen auf der Strafbank sitzt, trifft Rochette aus vollem Lauf an Charlin vorbei ins Tor. Fast noch wichtiger: Nach der doppelten Unterzahl übersteht Lausanne auch eine Fünfminutenstrafe gegen Aurélien Marti. Der Haudegen mit Tendenz zum Nervenverlust hatte Karrer mit einem viel zu späten Check erwischt, kam aber ohne Restauschluss davon.
Fehler und Undiszipliniertheiten dominieren auch im weiteren Verlauf: Saarijärvi ermöglicht Lausanne das 2:0 mit einem fast schon unglaublichen Puckverlust, Douay sieht den Genfer Anschlusstreffer dann von der Strafbank aus, nachdem er Goalie Charlin im Vorbeifahren das Bein gestellt hatte.
Die Entscheidung fällt kurz vor der zweiten Pause, als Caggiula im Powerplay abfälschen kann. Lausanne verdient sich den Etappensieg mit sehr viel Aufwand im Unterzahlspiel und optimaler Effizienz im Abschluss. Eine Rechnung, die für einmal aufgeht.
Fans: 9600.
Tore: 15. Rochette (Caggiula, Fuchs/PP) 1:0. 25. Kahun (Suomela) 2:0. 28. Jooris (Bozon, Le Coultre/PP) 2:1. 39. Caggiula (Czarnik, Rochette/PP) 3:1. 50. Riat (Caggiula) 4:1. 57. Kahun (PP) 5:1 (ins leere Tor).




