Servette-Coach Ville Peltonen ist ein Stoiker. Doch mit dem Rücken zur Wand verliert er die Nerven. Er lässt seinen Stammgoalie Charlin, den er am Freitag nach vier Gegentoren und einer Strafe für eine Schwalbe ausgewechselt hatte, auf der Bank. Dafür steht Robert Mayer zwischen den Pfosten. Ein überraschender und mutiger Entscheid, der nach hinten losgeht.
Denn der 36-Jährige leistet sich einen groben Bock. Er lässt einen Schuss von Wallmark aus spitzem Winkel zum 0:1 durch. Dass Verteidiger Saarijärvi davor den Puck an Marchon verloren hat, ändert nichts daran, dass der Goalie, der letztmals im Game 7 des siegreichen Finals gegen Biel vor drei Jahren ein Playoff-Spiel begonnen hatte, den Treffer auf seine Kappe nehmen muss. Dabei werden Erinnerungen an den WM-Viertelfinal 2023 gegen Deutschland (1:3) wach, als Mayers Höhenflug jäh endete, weil er einen harmlosen Schuss von Kastner durchkullern liess.
Dabei sind es die Genfer, die den viel besseren Start hinlegen. Doch das Tor mit ihrem zweiten Schuss aufs Tor gibt den Fribourgern Auftrieb. Mit einer anderen Massnahme hat Peltonen mehr Erfolg: Pouliot, der zuletzt dreimal nur 13. Stürmer war und nun wieder in der in der dritten Linie ran darf, gelingt mit einem Ablenker in seinem wohl letzten Spiel der Ausgleich.
Im Mitteldrittel geht Gottéron wieder in Führung. Streule nutzt den Moment, als die Genfer müde gespielt sind, zum Abschluss. Platziert ist er nicht. Und doch ist es das dritte Tor des Zürcher Verteidigers in den Playoffs.
Mayer wieder unglücklich
Nachdem Granlund im Powerplay ausgleicht, gehen die Fribourger erneut in Führung. Und auch beim Tor von Gerber sieht Mayer unglücklich aus. Das soll der Leistung des ehemaligen SCB-Juniors, dessen Vertrag ausläuft keinen Abbruch tun. Er hat nun in den Playoffs drei Tore erzielt und damit sein Total aus der Quali übertroffen.
Die Genfer bleiben spielbestimmend. Doch Goalie Berra und seine Vorderleute verteidigen die Führung leidenschaftlich. Und kurz nachdem Vesey auf der anderen Seite den Pfosten trifft, erhöht Wallmark auf 4:2. Er profitiert dabei davon, dass Verteidiger Chanton der Puck vom Stock springt. Spätestens als Bertschy mit einem Emptynetter alles klarmacht, beginnt die grosse Fribourger Party. Zum fünften Mal nach 1992, 93, 94 und 2013 steht Gottéron im Final. Klappt es diesmal mit dem ersten Titel?
Tore: 8. Wallmark (Marchon) 1:0. 18. Pouliot (Le Coultre, Karrer) 1:1. 25. Streule 2:1. 28. Granlund (Vesey, Puljujärvi/PP) 2:2. 32. Gerber (Walser, Rathgeb) 3:2. 53. Wallmark 4:2. 56. Bertschy 5:2 (ins leere Tor). 60. Sörensen 6:2 (ins leere Tor).
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