Trainer Josh Holden und seine HCD-Truppe nehmen sich das berühmte Zitat von Comedian Kaya Yanar zu Herzen: «Du kommst hier nicht rein.» Der Auslöser: Nach der 1:3-Niederlage in Zürich veranschaulicht Holden mittels Shottracker den Grund dafür. Die Lions haben sich im Slot der Davoser zu breit gemacht und zwei Treffer aus nächster Nähe erzielt. Der Headcoach fordert mehr Konsequenz vor beiden Toren.
Vor dem eigenen Kasten gelingt es den Bündnern, sie lassen die Zürcher für Abschlüsse kaum je in die Nähe von Keeper Aeschlimann, sondern halten sie ausserhalb der Gefahrenzone. Der Shottracker des Startdrittels zeigt, dass es die Lions hauptsächlich aus der Distanz versuchen. Die Davoser rücken ZSC-Goalie Hrubec regelmässig auf die Pelle, das 1:0 ist aber auch ein Weitschuss Baranduns, der unter dem Schoner von Hrubec hindurch flutscht. Dabei setzt Asplund den entscheidenden Screen und nimmt dem Torhüter die Sicht. Am Ursprung der Aktion steht ein Pass von ZSC-Verteidiger Lehtonen der Bande entlang, der von Schreiber nicht übernommen werden kann, auch weil Zadina dazwischenfunkt.
Der tschechische Erstrunden-Draft ist in der Aufstellung verblieben, obwohl Holden erstmals in dieser Halbfinal-Serie Lemieux von der Leine lässt. Für den US-Stürmer opfert er Tambellini (Ka), der eine Pause bekommt. Lemieux’ Präsenz ist im Vergleich zu jener von Zürichs neuem Ausländer in der Aufstellung, dem Schweden Sundström, stark. Der Stürmer, dessen letzter Einsatz am 28. Februar datiert, übernimmt den Platz von Landsmann Frödén, der sich verletzt hat. Er ist jedoch kein valabler Ersatz für den wirbligen Kreativposten, der bei den Lions die meiste Eiszeit abspult. Lemieux hingegen sorgt regelmässig für Wirbel vor Hrubec, bis es Verteidiger Marti zu bunt wird: Er nimmt dem HCD-Heisssporn im Gerangel kurzerhand dessen weissen Stock weg, als er damit praktisch alle Zürcher um sich herum bearbeitet.
Der auffälligste Aktivposten der Lions? Topskorer Malgin wirbelt, checkt (vorne wie hinten) und drückt auf den ersten Skorerpunkt gegen den HCD in dieser Saison. Weder er noch einer seiner Teamkollegen findet jedoch die Initialzündung für den wichtigen Ausgleich. Da helfen weder die Linien-Umstellungen von Trainer Bayer ab dem Mitteldrittel noch das ungefährliche Powerplay.
Die Davoser müssen ihr vierminütiges Überzahlspiel in den Schlussminuten nicht übermässig forcieren, dem ZSC läuft danach die Zeit davon. HCD-Keeper Aeschlimann tütet den zweiten Shutout dieser Playoffs ein.
Fans: 6547
Tor: 13. Barandun (Kessler, Zadina) 1:0.




