Soll keiner sagen, Davos und Fribourg hätten es nicht spannend gemacht. Die beiden Teams treiben die Serie, in der man nie wusste, was als Nächstes kommt, auf die Spitze. Zum vierten Mal entscheiden sie ein Spiel in der Verlängerung. So wird der Titel zum ersten Mal seit 2004, als Marc Weber den SCB in Lugano zum Titel schoss, in der Overtime eines Showdowns vergeben.
Auch im vierten Finalspiel in Davos sind es die Gäste, die vorlegen können. Und wie schon am Dienstag daheim in ihrer Sorgen-Disziplin, dem Powerplay. Dabei profitiert Fribourg von einer frühen Strafe gegen Frick, der Sprunger in dessen letztem Spiel nur regelwidrig zu Fall bringen kann. Borgström bezwingt Aeschlimann mit einem trockenen Schuss. Es ist der sechste Treffer des finnischen Gottéron-Topskorers.
HCD stemmt sich gegen die Niederlage
Der HCD ist diesmal allerdings schnell wieder auf den Beinen, reagiert vehement und kommt zu Chancen. Im Abschluss sind die Bündner aber zu hektisch. So verzieht Lemieux, der nach zwei Spielen Pause Tambellini, den Helden von Spiel 5, ersetzt, aus bester Position. Mehr Coolness beweist dann einer, der normalerweise fürs Brachiale zuständig ist: der schwedische Gottéron-Türsteher Nemeth. Der langjährige NHL-Verteidiger spielt hinter dem gegnerischen Gehäuse backhand einen No-Look-Pass zwischen seinen Beinen hindurch vors Tor, wo Reber einnetzt. Es ist das zweite Playoff-Tor des 19-Jährigen, der im Januar vorzeitig aus Schweden von HV71 in die Schweiz zurückgekehrt war.
Vielleicht inspiriert von Landsmann Nemeth schaltet sich dann auch Abwehrchef Dahlbeck in seinem letzten Spiel für den HCD ins Offensivspiel ein und bezwingt Berra mit einem Knaller aus kurzer Distanz. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Gros der Freiburger Fans, darunter auch Fabian Herzog, der Auswanderer, der eine 40-stündige Anreise aus Neuseeland auf sich nahm, noch nicht im Stadion. Sie waren vom Stau eingebremst worden. Da haben es jene gegen 30’000 Fans, die beim Public Viewing in und um die BCF-Arena waren, angenehmer.
Der HCD stemmt sich gegen die Niederlage, doch die Freiburger halten dagegen und kommen dem ersten Titel immer näher. Noch elf Minuten fehlen zum historischen Triumph. Doch dann schlägt der Puck doch noch im Netz von Berra ein. Als eine Strafe gegen Nemeth schon fast zu Ende ist, trifft Zadina mit einem Onetimer zum 2:2. Endlich ist der begnadete Tscheche, der in dieser Serie immer wieder mit Sololäufen geglänzt hatte, aber im Abschluss auf keinen grünen Zweig kam, einmal effizient.
Davoser Strafe als Knackpunkt
Der Final verkommt zum Nervenspiel, in dem die Fans immer wieder zusammenzucken und den Atem anhalten und die Spieler Mühe haben, ihre Emotionen zu bändigen. So tobt Rathgeb auf der Bank, nachdem er von einem von Lemieux abgelenkten Puck getroffen wurde. Oder Lemieux mimt das Opfer nach einem harmlosen Check von Walser. Die Nerven zu behalten, ist bei dieser Spannung schwierig.
Beide Teams werfen alles in die Waagschale, was sie noch haben. Es ist auch in der Verlängerung viel, wenn man bedenkt, wie intensiv diese Serie war. Und dann kassiert Andersson zwei Strafminuten, weil er den Puck aus der eigenen Zone aus dem Feld schiesst.
Lemieux reklamiert noch. Vergeblich. Und im Powerplay entscheidet Wallmark das Spiel und die Meisterschaft. Fribourg ist erstmals Meister. Und Captain Sprunger stemmt in seinem letzten Spiel doch noch den Pokal in die Höhe.
Tore: 3. Borgström (Kapla, Wallmark/PP) 0:1. 14. Reber (Nemeth, Gerber) 0:2. 17. Dahlbeck (Frick) 1:2. 49. Zadina (Andersson, Dahlbeck/PP) 2:2. 66. Wallmark (Kapla, SörensenPP) 2:3.
6547 Fans




