Vor dem Spiel wird Kloten-Captain Steve Kellenberger (39), der seine Karriere beendet, noch einmal so richtig gefeiert. Mit allem drum und dran: spezielle Trikots beim Einlaufen, alte Wegefährten am Video-Würfel, zahlreiche Kellenberger-T-Shirts und eine Choreo. So beginnt das Spiel mit Verspätung. In Ambri beispielsweise sind schon vier Minuten effektiv gespielt, als in Kloten das erste Bully gespielt wird. Ein Schelm, wer den Fliegern unterstellt, dass sie etwas später loslegen, weil sie über die Resultate der Konkurrenz in Biel und Ambri auf dem Laufenden sein wollen.
Doch relativ bald gibt es für Kloten nur eine Marschrichtung: Vorwärts. Denn Lugano geht in Führung. Dabei ist es der Finne Rasmus Kupari, der einen Schuss von Brian Zanetti als Letzter ablenkt, nachdem Jiri Sekac einen Befreiungsschlag von Goalie Ludovic Waeber an der Bande abgefangen hat. Für Kupari, der fast die ganze Saison nach einer Hirnerschütterung verpasst hatte, ist es im sechsten Spiel der erste Skorerpunkt.
Kloten bemüht sich zwar, kann Lugano-Goalie Niklas Schlegel aber nicht oft beunruhigen. Lange die einzige Ausnahme ist ein Schuss von Noah Delémont, der via unteren Rücken von Jesper Peltonen gegen die Latte klascht.
Während Lugano wenig Angriffslust verrät, wird Kloten immer gefährlicher. Und Joel Henry gelingt der Ausgleich. Es ist der zweite Treffer im fünften Spiel für die ZSC-Leihgabe. Später serviert er auch noch Axel Simic den Siegtreffer auf den Stock. Doch der trifft mit dem offenen Tor vor Augen nur den Pfosten. Nahezu im Gegenzug ist Lugano erfolgreich – doch der Treffer wird wegen eines hohen Stocks von Calvin Thürkauf aberkannt. Eine knappe Sache.
Doch die Gäste jubeln erneut, als Santeri Alatalo mit einer herrlichen Aktion trifft. Doch Kloten nimmt die Coach’s Challenge – und die Schiedsrichter geben das Tor nach langem Video-Studium nicht. Dabei hat Verteidiger Max Lindroth Lugano-Stürmer Zach Sanford, der Waebers Goalie-Stock mit dem Schlittschuh wegstösst, am Trikot gezogen. Ein höchst umstrittener Entscheid, der Kloten rettet und Ambri in die Playouts gegen Ajoie schickt. Simic macht das dann in der Overtime – auf Pass von Kellenberger, der danach Tränen vergiesst – amtlich.
Fans: 6404.
Tore: 8. Kupari (B. Zanetti, Sekac) 0:1. 45. Henry (Profico, Ramel) 1:1. 65. Simic (Kellenberger) 2:1.




